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Wohn(t)räume Der Kälte das Beste abgewinnen
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22:48 20.11.2018
Stilvoll mit Holz: Deko aus Naturmaterialien wie von HEY-SIGN setzen Akzente im Wohnraum. Quelle: KARE Design/VDM/dpa-tmn

„Das ist schon individuell. Was für den einen gemütlich ist, wirkt auf den anderen langweilig“, sagt die Farbexpertin Hildegard Kalthegener aus Lorsch (Hessen). Doch es gibt einige Möglichkeiten, wie man daheim ganz einfach eine kuschelige Atmosphäre schafft. Das sind zum einen die Farben – hier sind warme und zurückhaltende Töne gut. Dazu gehören alle Schattierungen von Gelb über Orange bis Rot – die Farben des Herbstlaubes also. Hinzu kommen Grau und Brauntöne wie Kaffee, Nougat und Schokolade. Allerdings sollte man es damit auch nicht übertreiben. „Clever ist es, mit frischen Farben Akzente zu setzen“, rät Kalthegener. „Also zum Beispiel Tannengrün und Petrol zu warmen Nuancen zwischen Milch und Honig, Goldocker und Karminrot.“

Optisch ansprechend: Laut Experten sollten maximal zwei Kissen gleich aussehen. So wie in diesem Beispiel von KARE Design. Quelle: KARE Design/VDM/dpa-tmn

Ultraviolett liegt im Trend

Eine aktuell im Design angesagte Farbe ist Ultraviolett – die thematisch auch in Richtung Weihnachten geht und daher im Herbst und Winter häufiger im Handel auftauchen dürfte. Sie wirkt vor allem in Kombination mit Weiß, Olivgrün oder Senfgelb gut. Aber die Farbexpertin betont: „Damit sollten keine großen Flächen oder langlebigen Möbel wie etwa eine Küche gestrichen werden. Auch mit violetten Sofas wäre ich vorsichtig.“ Sehr gefragt und mit vielen Farben gut kombinierbar ist hingegen Messing – als Material, aber auch als Farbe. Wärme und Atmosphäre schaffen auch viele Stoffe für Gardinen, Kissen und Wohndecken. Sie im Herbst hervorzuholen liegt daher nahe. Ein Tipp: Bei den Decken sollte man auch nicht sparen, sondern ruhig mehrere davon über Sofa und Sessel drapieren. „Immer noch sehr gefragt sind Kissenmeere“, sagt die Trendanalystin Gabriela Kaiser. Stylisten von Messen und Möbelschauen nutzen hier bevorzugt viele Einzelteile. Das heißt, nur maximal zwei Kissen sollten gleich aussehen. Der Rest wird nach Lust und Laune zusammengestellt, zum Beispiel verschiedene Muster in Rot und dazu als der Haupt-Hingucker ein Kissen aus Fell oder mit dem gerade angesagten Lama-Motiv. Wie bei allen Arrangements gilt auch hier: Am schönsten wirken Deko-Objekte in einer ungeraden Anzahl.

Natürliche Stoffe sorgen für Heimatgefühl

Insgesamt heißt es bei den Materialien: zurück zur Natur. „Der Trend geht weg von den Kunstfasern hin zu den natürlichen Stoffen wie Leinen, Baumwolle, Filz, Samt und Cord. Auch wenn diese Materialien viel empfindlicher sind als die pflegeleichten Kunstfasern“, sagt Ursula Geismann vom Verband der Deutschen Möbelindustrie. Sie erklärt sich die Beliebtheit der ursprünglichen Materialien so: Die Menschen kennen diese Stoffe von den Eltern und Großeltern. Sie sind damit ein Stück alte Heimat. Und ein Hauch Nostalgie und Heimatgefühl sind in der schnelllebigen Welt vielen wichtig. Accessoires eignen sich zum regelmäßigen Austausch. Für den Herbst oder Winter bieten sich ebenso natürliche Materialien an – zum Beispiel Treibholz. Einen Hauch von Nestwärme strahlen auch Keramiken aus. „Schon länger im Trend sind Felle“, berichtet Kaiser. Sie sehen nicht nur gemütlich aus, sondern wärmen auch noch. Das Gleiche gilt für Filz.

Violette Töne sind angesagt: Die Trendfarben wirken etwa in Kombination mit weißen und grünen Tönen, wie das Vasenarrangement von Hammershøi zeigt. Quelle: Hammershøi/dpa-tmn

Das Licht spielt eine große Rolle

Einen großen Einfluss auf die Wohnatmosphäre hat das Licht. Hier kann man viel falsch machen. „Schlechtes Licht ist immer ungemütlich“, erklärt Geismann. Eine sehr helle Deckenleuchte wie in Büro oder Küche wirkt nüchtern. Für Gemütlichkeit sorgt dagegen eine punktuelle Beleuchtung, etwa mit Stehlampen, Tischleuchten oder einer tief hängenden Leuchte. Die Klassiker für eine gemütliche Stimmung sind Laternen und Kerzen mit richtigem Feuer. „Das ist eben ein Urelement, richtige Kerzen sind nach wie vor äußerst gefragt“, sagt Trendanalystin Kaiser.

Tanja Piepho