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Wohn(t)räume Hürden fürs Wohnen im Alter beseitigen
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22:49 28.08.2018
Weitläufig planen: Rollstuhlfahrer brauchen im Haus ausreichend Raum um zu rangieren. Quelle: Mascha Brichta/dpa-tmn
Hannover

Für einen Rollstuhlfahrer werden schon ein paar Stufen zum unüberwindlichen Hindernis. Und es gibt noch andere Tücken im Haus. Aber das kann vermieden werden. „Das ist oft möglich, ohne die Baukosten nennenswert zu erhöhen. Auch Komfort und Ausstrahlung der Wohnung müssen nicht darunter leiden“, erklärt Eva Reinhold-Postina vom Verband Privater Bauherren (VPB).

STUFEN AM EINGANG

Stufen am Eingang oder im Garten können zu Hindernissen werden. Sollen sie zur rollstuhlgerechten Schräge umgebaut werden, kommt ein Problem dazu: Im Vorgarten reicht der Platz dafür oft nicht aus. Der VPB rechnet vor: Ein Gefälle von 6 Prozent beim Ersatz einer 16 Zentimeter hohen Eingangsstufe hätte eine Rampenlänge von rund 2,67 Metern zur Folge. Viele Häuser haben aber zwei oder drei Stufen. Erhard Hackler von der Deutschen Seniorenliga rät, von vornherein Schrägen statt Stufen einzuplanen.

ENGE TÜREN

Türen sollten so breit sein, dass ein Rollstuhl durchkommt. „Das Idealmaß sind 90 Zentimeter“, erklärt Reinhold-Postina. Umsichtige Bauherren planen vor allen Türen im Haus eine Fläche von 1,50 mal 1,50 Meter ein – für das Rangieren des Rollstuhls. Die Türen müssen sich zum größeren Raum hin öffnen.

STEILE TREPPEN

Enge, steile Treppen sind schon für jüngere Leute nicht einfach zu bewältigen. Im Alter ist das noch beschwerlicher, und es besteht Sturzgefahr. „Statt einer schicken Wendeltreppe ist es ratsam, eine einfache und ausreichend breite Treppenform zu wählen und sie blendfrei auszuleuchten. Ein griffiger Handlauf an beiden Seiten gibt zusätzliche Sicherheit“, rät Reinhold-Postina.

ZU WENIGE STECKDOSEN

Ältere Häuser haben meist zu wenige Steckdosen. Wer heute ein Haus baut oder modernisiert, sollte auch die Entwicklung bedenken – und an jedem Wandabschnitt mindestens eine Doppelsteckdose anbringen lassen. In Zukunft werden eher mehr als weniger Elektroanschlüsse benötigt.

KÜCHENSCHRÄNKE

Wer sich dem Alter nähert, sollte bedenken, dass man mit einem Rollstuhl oder einem Rollator in einer herkömmlichen Küche oft nur schwer zurechtkommt. „Höhenverstellbare Küchenschränke, Arbeitsflächen, an denen man im Sitzen arbeiten kann, ein absenkbares Kochfeld – auf solche Features sollte man beim Küchenkauf achten“, erklärt Hackler.

Katja Fischer