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Bauen & Wohnen Strengere Regeln fürs Energiesparen
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16:36 01.02.2010
Wer mehr als zehn Prozent einer Fläche reparieren lässt, muss auf den neuen Stand dämmen.
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Am 1. Oktober tritt die neue Energieeinsparverordnung (EnEV 2009) in Kraft. Sie erhöht die Anforderungen für Wärmedämmungen bei Neubauten und der Renovierung von Bestandsbauten um durchschnittlich 30 Prozent im Vergleich zur bisher gültigen EnEV 2007. Gleichzeitig können einzelne Regelungen auch eine Entlastung für die Bauherren bedeuten: So muss die EnEV 2009 erst angewendet werden, wenn zehn Prozent eines Gebäudeteils erneuert werden. Bisher gelten großzügigere 20 Prozent, allerdings bezogen auf Teilflächen mit gleicher Ausrichtung.

Ein Beispiel: Wer ein Walmdach mit vielen kleinen Flächen reparieren lässt, hatte die 20 Prozent einer Teilfläche schneller erreicht als die zehn Prozent der Gesamtfläche. Besitzer von Flachdachhäusern wiederum haben eher von der alten Regelung profitiert. Schonung gibt es auch für Heimwerker: Während Profis den Auftraggebern sofort bei der Fertigstellung bestätigen müssen, dass bei der Arbeit die Energieeinsparungsverordnung eingehalten wurde, sind Heimwerker von der Nachweispflicht befreit.

„Höchste Zeit für Bauherren, sich mit den strengeren Regeln vertraut zu machen“, rät Rechtsexperte Gerold Happ vom Grundeigentümer-Schutzverband Haus & Grund in Berlin. „Dazu gehören nicht nur die Errichtung, sondern auch die Änderung, Erweiterung oder der Ausbau von Gebäuden“, erläutert Happ. Bei nicht genehmigungsbedürftigen Vorhaben sind der Zeitpunkt der Anmeldung oder der Beginn der Bauausführungen als Stichtag entscheidend.

Der Verband privater Bauherren warnt davor, jetzt noch schnell einen Vertrag nach der alten Verordnung zu unterschreiben. Entscheidend sei der Stichtag bei Baubeginn und nicht bei Vertragsabschluss. Wer die EnEV 2007 im Vertrag festschreibe, in der Hoffnung, damit billiger davonzukommen, müsse sich auf Nachforderungen der Baugesellschaft einstellen: Gebaut werden müsse immer nach der jeweils aktuellen Fassung.
Änderungen gibt es auch für die Besitzer von bestehenden Häusern: War bisher vorgeschrieben, einen nicht ausgebauten Dachboden nur zu dämmen, wenn er begehbar ist, ist künftig eine Dämmung schon vorgeschrieben, wenn der Dachboden nur zugänglich ist. Weiterhin zulässig ist die Alternative, statt des Bodens die Dachfläche zu dämmen.

Neu ist die Pflicht, elektrische Speicherheizungen zu ersetzen. Dies gilt für Häuser mit sechs oder mehr Wohnungen, wenn die Heizleistung mindestens 20 Watt pro Quadratmeter beträgt und die Wärme ausschließlich elektrisch erzeugt wird. Systeme, die vor 1989 eingebaut wurden, dürfen dann ab 2020 nicht mehr betrieben werden. Später eingebaute oder modernisierte Heizungen dürfen 30 Jahre nach Einbau oder Modernisierung nicht mehr betrieben werden. Ausnahmen gibt es für Heizungen, deren Austausch unwirtschaftlich wäre oder die in Häusern stehen, die die Wärmeschutzverordnung von 1995 erfüllen. Positiver bewertet als bisher wird dagegen der Strom, den die Hausbesitzer selbst erzeugen. Er darf bei der Beurteilung des Gesamtenergiebedarfs eines Hauses abgezogen werden, wenn er ohne lange Leitung in direkter Nähe zum Beispiel mit Solaranlagen erzeugt und im Haus verbraucht wird.

Von Ralf C. Kohlrausch

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