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Bauen & Wohnen Per Federstrich zum Ökohaus
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16:22 01.02.2010
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Die Solaranlage auf dem Dach, Dämmung an den Außenwänden, eine Wärmepumpe im Keller: Bauherren und Altbaubesitzer können eine Menge tun, um die Umwelt zu entlasten. Das Problem: Meistens ist erst eine große Investition nötig, und Mietern sind oft die Hände gebunden. Es gibt eine Ausnahme, bei der nicht umgebaut werden muss, sondern ein Federstrich genügt: Ökostrom.

Die umweltfreundliche Energie aus der Steckdose boomt. Jedoch kommt nicht jedes grüne Angebot zu 100 Prozent aus regenerativen Energiequellen, wie Hans Weinreuter von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz erläutert. Der Markt sei für Kunden schwer zu durchschauen, weiß auch Holger Krawinkel, Energieexperte beim Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv). Der Lichtblick: Ökostrom kann je nach Tarif sogar billiger sein als Normalstrom. Aber: Nur eingesparter Strom ist wirklich sauberer Strom, geben die Fachleute zu bedenken. Die wichtigsten Fragen und Antworten:

Wo kommt der Strom her?
Normaler Strom (auch Graustrom genannt) wird meist in Kraftwerken aus Kohle, Öl oder Atomenergie produziert. Ein Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3000 Kilowattstunden ist so beispielsweise für den Ausstoß von 1,5 Tonnen Kohlendioxid und den Verbleib von 8,1 Gramm radioaktivem Abfall verantwortlich, so Stiftung Warentest. Grüner Strom wird umweltschonender aus erneuerbaren Energien hergestellt in erster Linie in Kraftwerken, die mit Wind und Wasser betrieben werden, Biomasse- und Sonne sowie Erdwärme und auch aus Müll. Null Umweltbelastung gibt es aber auch bei der Produktion von Ökostrom nicht.

Wie kann man Ökostrom erkennen?
Gar nicht. Wer grünen Strom bestellt, bekommt die gleiche Energie ins Haus geliefert wie der Nachbar, der konventionellen Strom bezieht, erklärt Weinreuter. Der Kunde erhält immer einen Strommix. Denn: Alle Stromanbieter speisen ihre Elektrizität in dasselbe Netz ein, wie in ein Meer. Daraus werden die Haushalte dann gleichermaßen beliefert. Im momentanen Strommix sind aber bereits gut 12 Prozent Ökostrom enthalten, so der vzbv. Je mehr Kunden nun grünen Strom kaufen, desto stärker steigt der Ökoanteil im gesamten Netz.

Was macht Ökostrom aus?
Nur solcher Strom darf als Ökostrom eingestuft werden, der wenigstens zu 50 Prozent aus erneuerbaren Energien stammt. Viele Energieversorger bieten grünen Strom in verschiedenen Reinheitsgraden an. Der Rest muss jeweils aus Anlagen mit Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) stammen, die als umweltschonend gelten, weil dabei Strom und Wärme gleichzeitig erzeugt werden. Die Energieversorger in Deutschland informieren ihre Kunden – meist auf der Rechnung – über Herkunft, Strommix sowie die Umweltauswirkungen pro Kilowattstunde.

Welche Ökostrom-Modelle gibt es?
Aufgepasst: Ökostrom ist ein ungeschützter Begriff, das Etikett sagt noch nichts über den Reinheitsgrad aus, wie Weinreuter betont. Nachfragen sei wichtig. Während kleine Firmen wie etwa Naturstrom AG, Greenpeace Energie, Lichtblick oder die Elektrizitätswerke Schönau damit werben, reinen Grünstrom zu vertreiben, bieten auch die großen Energiekonzerne Ökostromtarife an. Außerdem gibt es Aufpreismodelle, bei denen ein Extra-Aufschlag für Projekte zur Neu- und Weiterentwicklung von Ökostromanlagen verwendet wird.

Bringen Gütesiegel Sicherheit?
Gütesiegel werden von verschiedenen Organisationen nach uneinheitlichen Kriterien vergeben. Verlässlich ist nach Angaben der Verbraucherschützer eine Zertifizierung etwa durch das „ok-Power“-Label, das „Grüner Strom“- Label gold und silber, das Gütezeichen Öko-Strom der Landesgewerbeanstalt Bayern (LGA) oder das TÜV-Zertifikat.

Ist Ökostrom teurer?
Meistens ja, ein bisschen jedenfalls. Verglichen mit den kostspieligen Grundversorgungstarifen sind aber sogar Einsparungen für die Verbraucher möglich.

Von Berrit Gräber

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