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15:52 01.02.2010
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Wenn Paare Eltern werden, steht für viele fest: Das Kind soll mit einem Garten aufwachsen. Eine gute Idee, findet Susanne Hölscher vom Mütterzentrum Dortmund: „Schon die ganz Kleinen freuen sich, wenn sie mit im Garten sind, wenn sie an Blumen schnuppern und auf der Wiese krabbeln können.“ Kinder erleben im Garten die Natur mit allen Sinnen, schon als Babys. Und jede Sinneswahrnehmung trainiert das Gehirn, trägt zur Synapsenbildung bei, erweitert den Horizont des Kindes.

Kaum könnten die Kinder laufen, wollten sie mitgärtnern, erzählt Hölscher: „Kinder helfen gerne. Vor allem, wenn sie genau die Gerätschaften haben, mit denen die Großen auch arbeiten.“ Das sollten dann allerdings nicht nur Plastikspielzeuge sein, sondern richtige Arbeitsgeräte, empfiehlt Sabine Metzger, Expertin für Schulgärten im Landesverband der Gartenfreunde Baden-Württemberg: „Natürlich gibt es dabei ein gewisses Verletzungsrisiko, vor allem wenn mehrere Kinder gemeinsam gärtnern. Aber wenn man die Kinder nicht mit Werkzeug hantieren lässt, lernen sie auch nicht, sicher damit umzugehen“, gibt sie zu bedenken. Die Kinder seien einfach glücklich, wenn sie Arbeiten für Erwachsene erledigen dürften.

Sie lässt ihre Schulkinder Bäume schneiden, mit der Säge arbeiten oder auch mal einen Baum ausgraben: „Da entwickeln die Kinder eine phänomenale Ausdauer. Sie können sich ausprobieren, Verantwortung tragen – das tut ihnen gut.“ Auch andere Werte würden den Kindern über die Gartenarbeit nähergebracht, sagt Metzger: „Sie lernen, sich darum zu kümmern, dass es ihren Pflanzen gut geht. Und sie erfahren, dass man auch ‘ran muss, wenn man mal keine Lust hat.“

Wo kommt das Essen her?

Außerdem bekommen sie mit, wo das Essen herkommt und wie Obst und Gemüse naturbelassen aussehen. Im eigenen Garten, im Schulgarten oder auch im Kindergartenbeet können die kleinen Gärtner miterleben, wie aus dem Samen, den sie selbst in die Erde gesteckt haben, die Pflanze wächst. Später dürfen sie dann in der Erde buddeln und finden Radieschen, die sie – abgewaschen und in Scheiben geschnitten – gleich auf dem Butterbrot essen können.

Besonders bewährt haben sich für Kinderbeete auch Salat, Gurken, Kürbis und Kartoffeln. Die gelben Knollen gehören zu den Favoriten, wenn es ums Gärtnern mit Kindern geht, weil sie dem kindlichen Hang zum Buddeln entgegenkommen und nach der Ernte bei einem Kartoffelfest gleich auf dem Grill oder im Feuerkorb zubereitet werden können.

Auch Beerensträucher und Obstbäume werden von Experten empfohlen. So können Kinder bei der Johannisbeerernte ganz nebenbei ihre Feinmotorik trainieren. Überhaupt lernten und übten die Kinder beim Gärtnern viele elementare Techniken, berichtet Schulgarten-Expertin Metzger. Einen festen Knoten binden, mit einem scharfen Messer schneiden, ein Loch graben – viele Schulkinder machen das in ihren Gartenprojekten zum ersten Mal: „Kinder, die zu Hause einen Garten haben, sind da deutlich im Vorteil.“

Tiere faszinieren Kinder immer, auch im Garten. Wer dafür sorgt, dass sich Tiere im heimischen Garten wohlfühlen, macht den Garten also auch für seine Kinder spannend. Eine Igelburg, eine Trockenmauer, in der Eidechsen und Blindschleichen leben, Vogelhäuschen und Nistkästen, Pflanzen, die Schmetterlinge und Bienen anlocken – das mache einen Garten für Kinder langfristig interessanter als gekaufte Spielgeräte, hat Metzger festgestellt.

Und natürlich das Gefühl, etwas Eigenes zu haben. „Kinder sollten ein Beet haben, für das sie die Pflanzen selber aussuchen dürfen und das sie so gestalten können, wie sie das schön finden“, empfiehlt Hölscher, „auch wenn das für erwachsene Augen vielleicht ganz schrecklich aussieht.“ Das geht übrigens auch auf dem Balkon oder der Terrasse: Eine alte Blechwanne oder eine Holzkiste genügen. Oder man stellt einfach verschieden große Töpfe ineinander und schafft einen kleinen „Terrassengarten“, in dem Erdbeeren oder Tomaten wachsen können.

von Michaela Kaebe

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