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Bauen & Wohnen Lagerfeuerromantik im Wohnzimmer
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16:12 01.02.2010
Einzelne Scheite: Kleine Öfen passen auch zu hochgedämmten Häusern. Quelle: epr-Hase/Wilde
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Lagerfeuerromantik in den eigenen vier Wänden, gleichzeitig Energie sparen und mit besonders angenehmer Strahlungswärme heizen. Kaminöfen sind ein Traum. Wenn nur das Holzschleppen nicht wäre – und die Ofenreinigung. Der Traum ist wahr geworden: Das Holz schleppt sich selbst, und im Ofen bleibt kaum noch Asche, die eine Reinigung nötig machen würde. Moderne Kamin- und sonstige Öfen bieten auf Wunsch den Komfort eines Heizkörpers – nur eben mit Flair. Neben der mit Scheitholz oder Pellets betriebenen Holzzentralheizung erfreuen sich auch Kachel- und Kaminöfen großer Beliebtheit – vermitteln sie doch, anders als der Kessel im Keller, dank der knisternden Holzscheite und der lodernden Flammen auch noch ein emotionales Wärmegefühl. Der offene Kamin ist allerdings ein Auslaufmodell. Weil der Schadstoffausstoß dabei sehr hoch ist und der Wirkungsgrad niedrig, darf das moderne Lagerfeuer in den Räumen nicht mehr zur Heizung benutzt werden. Wenn es ein klassischer Kamin sein soll, dann bitte ein Modell mit Heizeinsatz und Glastür oder -scheibe. Laut Industrieverband Haus-, Heiz- und Küchentechnik in Frankfurt steigt dadurch der Wirkungsgrad von 20 auf mehr als 70 Prozent. Die Zukunft jedoch gehört modernen, effizienten Kamin- oder Speicheröfen inklusive Staub- und Rußfiltern mit bis zu 90 Prozent Wirkungsgrad. Nach der aktuellen Kleinfeuerungsverordnung muss man ab 2014 auch für alte Heizöfen nachweisen, dass sie bestimmte Grenzwerte einhalten. Beim Kauf eines neuen Geräts sollte man also den aktuellsten Stand der Umwelttechnik berücksichtigen. Wer sich für eine Einzelraumfeuerung – so heißen Öfen im offiziellen Bürokratendeutsch – entscheidet, hat die Wahl zwischen mehreren Typen.

Kaminöfen stehen frei im Raum, benötigen wenig Platz und erlauben durch die Sichtscheibe den Blick aufs Feuer. Der Innenraum ist mit Schamottesteinen ausgekleidet, die Wärme speichern und diese über Lüftungsklappen gezielt in den Raum abgeben. Nach demselben Prinzip funktioniert auch der Warmluftkachelofen.

Kachelöfen, die sogenannten Grund- oder Speicheröfen, sind anders konstruiert. Hier wird die Hitze aus dem gemauerten Feuerraum über ein System von steigenden und fallenden Kanälen – keramische Züge genannt – durch den gesamten Ofenkörper zum Schornstein geführt. Dieser Ofentyp braucht etwa zwei Stunden zum Aufheizen. Dann aber gibt er über seine keramische Oberfläche für viele Stunden eine als besonders angenehm empfundene Strahlungswärme ab. Kamin- und Kachelöfen gibt es auch in Ausführungen, die mit Pellets beheizt werden. Das hat den Vorteil, dass der Brennraum über einen Vorratsbehälter mit 20 bis 30 Litern Füllungsvermögen automatisch gefüttert werden kann. Außerdem verbrennen Pellets schadstoffärmer als andere Holzbrennstoffe. Die Öfen gibt es auch als Automatiköfen: Sie gehen auf Knopfdruck oder nach programmierter Schaltuhr an, entzünden automatisch das eingelegte Holz, regeln nach und schalten, wenn der Anschluss vorhanden ist, nach dem Verbrennen der Scheite auf Pellets um. Kamin- und Kachelöfen leisten eher zu viel als zu wenig. Als Faustregel für die benötigte Heizwärmeleistung gilt ein Wert von einem Kilowatt pro zehn Quadratmeter (kW/m2). Mit Leistungen von 6 kW/m2 und mehr sind die meisten der im Handel angebotenen Modelle also für durchschnittliche Wohnräume deutlich überproportioniert. Besonders in einem gut gedämmten Haus wird es dann nicht wohlig warm, sondern unangenehm heiß. Allerdings gibt es auch besonders kleine Öfen für einzelne Scheite. Öfen mit integrierter Wassertasche können sich auch an der Warmwasserbebereitung beteiligen oder an den Heizkreislauf im Haus angeschlossen werden. Weil Holz ein besonders preiswerter Brennstoff ist, können mit Holzöfen etwa 15 Prozent der Heizkosten eingespart werden.

Gaskamine arbeiten mit Erdgas oder Flüssiggas als Brennstoff. Sie benötigen einen Gas- und Schornsteinanschluss. Asche fällt nicht an, aber auch auf das typische Knistern und Flackern des Holzfeuers muss der Anwender verzichten. Dafür muss er auch keinen Brennstoff schleppen oder nachlegen.

Spirituskamine arbeiten meistens mit einer Brennpaste aus festem Spiritus. Sie kommen ohne Schornsteinanschluss aus, geben aber auch nur wenig Wärme ab.

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