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Handwerkermagazin 2011
Dachdeckermeister Hubertus Becker zeigt dem Auszubildenden Roman Büssing, wie die einzelnen Gebinde liegen müssen.

Dachdeckermeister Hubertus Becker zeigt dem Auszubildenden Roman Büssing, wie die einzelnen Gebinde liegen müssen.© Ratscheck

Bauhandwerk

Schiefer für Hannovers Gauben

Dachdeckerinnung bietet eigenes Schulungszentrum.

Die Materialien für dieses Haus, alte und neue, kommen aus vielen Ländern Europas. Jedes Detail ist liebevoll gestaltet, das ganze Haus eine Skulptur. Und über allem krönt ein Schieferdach der Extraklasse. Organische Architektur ist das Gegenmodell zur nüchternen, geradlinigen Bauwelt. Es ist vor allem ein Bauen mit allen Sinnen, emotional, voller Freude und Erfüllung verborgener Wünsche.

Die Wilde Deckung aus Moselschiefer wurde in einer harmonischen rundlichen Steinform verarbeitet. Hinter der nur scheinbar wahllosen Verlegung der Schiefer steckt eine handwerkliche Meisterleistung eines gestaltenden Schieferdeckerhandwerks. Denn: Für die Wilde Deckung werden Schiefersteine weitgehend im Rohzustand an die Baustelle geliefert und erhalten erst vom Dachdecker vor Ort ihre auf das Deckbild abgestimmte, individuelle Form.

So kann der Dachdecker jede auch noch so ausgefallene Dachgeometrie mit verschieden großen und kleinen Steinen nachvollziehen. Auf diese Weise gelingt es, sozusagen aus einem Guss, Gauben, Zwiebeltürmchen und den mächtigen Schornstein, ohne störende Unterbrechungen, fließend in die Dachflächen zu integrieren. Insgesamt wurden rund 270 Quadratmeter Wilde Deckung ausgeführt und 17 Tonnen Moselschiefer verarbeitet. Zu den Kosten nur so viel: Das Gebäude wirkt größer und kostspieliger, als es in Wirklichkeit ist.

Schiefer eignet sich auch besonders gut zur Restauration historischer Gebäude, weil praktisch jede Plattenform ab Werk geliefert und von Dachdeckern relativ einfach angebracht werden kann. Alte Fotos liefern den Experten in der Regel ausreichende Hinweise auf Art und Format der Deckung, dazu kommt die Erfahrung der Handwerker, die sich auch mit den Schieferherstellern beraten können.

In der Region Hannover wird Schiefer traditionell vor allem für Gauben, Erker, Vordächer und Schornsteinverkleidungen verwendet, weniger für ganze Dächer, sagt Dachdeckermeister Helmut Bohle, vereidigter Sachverständiger und Lehrlingswart der Innung Hannover. Als Trend neu hinzugekommen sei das Verkleiden der Giebeldreiecke von Häusern, die nachträglich wärmegedämmt wurden.

Bohle verweist auf zwei Besonderheiten der Dachdeckerausbildung: Seit das früher vorgeschriebene Berufsgrundbildungsjahr entfalle und ab erstem Lehrjahr in Betrieben ausgebildet würde, würden Lehrlinge natürlich auch ab erstem Lehrjahr bezahlt. „Das hat uns guten Zuspruch gebracht.“ Und, darauf ist er besonders stolz: Die Dachdeckerinnung Hannover (jeder dritte der 70 Mitgliedsbetriebe bildet aus) leistet sich als einzige ein eigenes Schulungszentrum und bietet ihren Lehrlingen in den Winterhalbjahren 30 Tage zusätzlichen Praxisunterricht.

Die Möglichkeit, mit bestandener Meisterprüfung eine Hochschule besuchen zu dürfen, hat Bohle selbst genutzt und ist seitdem Diplom-Ingenieur. Eine Perspektive, die der Lehrlingswart allen Nachwuchshandwerkern empfiehlt.


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