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Mobilität Das Fahrrad der Zukunft
Das Fahrrad der Zukunft
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08:01 24.09.2012
Mit dem E-Bike durch die Stadt: Die Fahrräder mit Elektromotor sind immer häufiger zu sehen. Quelle: dpa

Von Fahrradpuristen wurden sie vor einigen Jahren noch belächelt, doch längst haben sich E-Bikes auf dem Markt für alle Käuferschichten etabliert: Allein 2011 wurden davon in Deutschland rund 310000 Exemplare verkauft. Im aktuellen Jahr rechnet die Branche mit einem Absatz von weiteren 400000 Rädern mit Elektroantrieb. „Alle, die eine Probefahrt damit machen, kommen strahlend zurück“, erzählt Siegfried Neuberger vom Zweirad-Industrie-Verband e.V. „Es fühlt sich an wie Fahren mit Rückenwind.“

Wenn von E-Bikes gesprochen wird, sind in der Regel Pedelecs (Kurzform für pedal electric cycles) gemeint: Diese Räder unterstützen den Fahrer beim Treten bis zu einer Geschwindigkeit von 25 km/h und einer maximalen Leistung von 250 Watt. Räder mit Start- und Anschubhilfe zählen ebenfalls dazu. Für S-Pedelecs und E-Bikes, die auch ohne Mithilfe und bis zu 45 km/h schnell fahren können, benötigt man einen Führerschein Klasse M und ein Versicherungskennzeichen. Der Marktanteil solcher Räder ist allerdings gering.

Pedelecs bekommt man im Fachhandel mittlerweile in vielfältigen Ausführungen: Bei einigen Rädern sitzt der Motor vorne in der Nabe, bei anderen hinten, bei den meisten jedoch wegen der günstigen Gewichtsverteilung in der Mitte. Einfachere Modelle haben einen eingebauten Sensor, der die Trittleistung misst. Üblich ist aber eine Drehmomentsteuerung, die unmittelbar auf die Trittstärke reagiert: „Das Verhältnis liegt in der Regel bei eins zu drei“, erläutert Neuberger: „50 Watt Trittleistung werden zum Beispiel mit 150 Watt unterstützt.“

Unter den E-Bikes gibt es City-Räder, Trekking-Räder und inzwischen auch sportive Modelle wie Mountain-Bikes. „Man sollte wissen, was man damit machen möchte, und sich von einem Fachhändler ausführlich beraten lassen“, rät Neuberger. Auch eine Probefahrt sei empfehlenswert. Der Preis für ein Pedelec beträgt je nach Ausstattung immerhin ab 1400 Euro, nach oben sind keine Grenzen gesetzt. Das Gros der Räder wird für 1700 bis 2000 Euro verkauft. Ein wichtiger Kostenfaktor ist der Akku: Dessen Reichweite kann zwischen 40 und 120 Kilometer betragen - abhängig von der Qualität des Akkus und der Nutzung des Rades. In hügeligem Gelände ist der Verbrauch zum Beispiel größer als in der Ebene.

Vor allem das Gewicht des Akkus sorgt dafür, dass E-Bikes etwa sechs bis acht Kilogramm schwerer sind als herkömmliche Räder. Die Ladezeit beträgt in der Regel mehr als sechs Stunden, Schnellladestationen brauchen rund eine Stunde. Meistens wird der Akku an der heimischen Steckdose aufgeladen. Aber vor allem in touristischen Regionen gibt es, etwa in Biergärten, immer häufiger Aufladestationen. Wer möchte, kann auf längeren Fahrten auch einen Ersatzakku mitnehmen, sagt Neuberger: „Ein Vorteil der E-Bikes ist aber, dass sie menschliche Hybridfahrzeuge sind. Selbst wenn einmal der Akku leer sein sollte - nach Hause kommt man immer.“

Sebastian Hoff

Die neusten Fahrradtrends für 2013

Foto: dpa/tmn

Radlerhandtasche: Eine gewöhnliche Handtasche gehört nicht an den Fahrradlenker: Gerät sie in die Speichen, liegt der Radler auf der Nase.

Das kann beim Modell „ShoulderIt Front“ nicht passieren, verspricht der Hersteller Racktime. Die sieben Liter fassende Umhängetasche wird mit einer abschließbaren Halterung am Lenker befestigt, den Schultergurt hält ein Magnet an der Tasche vom Vorderrad fern. In vier Farben soll die Radlerhandtasche ab Januar 2013 für 65 Euro im Fachhandel erhältlich sein.

Scheinwerfer: Eine Leuchte mit vielen Zusatzfunktionen stellt Busch & Müller für diesen Herbst in Aussicht. Das 199 Euro teure Modell „Luxos“ hat dem Hersteller zufolge ein sehr breites Lichtfeld, eine geschwindigkeitsabhängige Leuchtweitenautomatik in zwei Stufen und strahlt mit 70 Lux. Vom Lenker aus können Radler bei Bedarf eine Flutlichtfunktion zuschalten und dadurch die Lichtausbeute auf mindestens 90 Lux erhöhen. Den benötigten Strom liefert ein integrierter und mit dem Dynamo gekoppelter Pufferakku. Das Licht gibt es ab 119 Euro in verschiedenen Versionen.

Foto: dpa/tmn

Foto: dpa/tmn

Elffach-Schaltung: Elf Ritzel am Hinterrad und ein Kettenblatt an der Tretkurbel: Mit dieser Kombination wird der US-Hersteller Sram ab Oktober nach eigenen Angaben eine bisher einzigartige Schaltgruppe für Mountainbikes anbieten. Die Abstufung zwischen dem größten Ritzel mit 42 Zähnen und dem kleinsten mit 10 Zähnen soll ein breites Einsatzspektrum ermöglichen. Beim Kettenblatt haben Kunden die Wahl zwischen sechs Größen mit 28 bis 38 Zähnen. Die 1299 Euro teure Schaltgruppe „XX1“ liefert Sram wahlweise mit Daumenschalthebel oder Drehgriffschalter aus. Für den Einbau der Schaltung muss zusätzlich die Hinterradnabe erneuert oder modifiziert werden.

Multifunktionsgerät: Der Universalfahrradcomputer „Joule GPS“ von CycleOps vereint Funktionen, die für Sportfahrer wichtig sind. Neben Tachometerangaben verarbeitet das Gerät Leistungswerte und gibt Navigationshinweise. Die Montage ist am Lenker oder Fahrradvorbau möglich. Zu kaufen gibt es das Gerät ab September für 270 Euro.

Foto: dpa/tmn

Foto: dpa/tmn

Ökohelm: Abus hat einen Fahrradhelm aus umweltfreundlichen Materialien entwickelt. Für den Kunststoffanteil im Helmkranz des „Kranium Ecolution“ verwendet der Hersteller nach eigenen Angaben recyceltes Material. Die Polster haben einen hohen Naturfaseranteil, heißt es weiter. Die Wucht eines Sturzes soll ein Wabengeflecht aus beschichtetem und feuchtigkeitsresistentem Karton abdämpfen. Die Markteinführung ist für Februar 2013 geplant, der Ökohelm wird 90 Euro kosten.