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Mobilität "Bei Streit gibt es die Schiedsstelle"
"Bei Streit gibt es die Schiedsstelle"
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08:03 24.09.2012
Regelmäßige Werkstattkontrollen sind aus Sicherheitsgründen wichtig: Meisterschilder zeichnen qualifizierte Betriebe aus. Quelle: Jörn Buchheim/ fotolia.com

Woran erkennt der Kunde eine gute Werkstatt?

Ganz einfach: An dem Meisterschild. Wir haben in unserem Innungsgebiet das IDK-Meisterschild, an dem man erkennt, dass dieser Betrieb in all seinen Aufgaben und werkstattlichen Abläufen von der Innung überprüft wird. Auch das Meisterschild des Kfz-Gewerbes ist ein guter Qualitätsnachweis.

Ich bringe mein Auto in eine Werkstatt und bitte um einen Kostenvoranschlag. Ist dieser bindend?

Kostenvoranschläge sind grundsätzlich nicht bindend. Eine Ausnahme besteht dann, wenn man klar kalkulieren kann, also schon von vorneherein weiß, welche Arbeit notwendig ist und was sie kosten wird. Es gibt aber Arbeiten, die man vorher nicht kalkulieren kann, beispielsweise wenn man einen Motor öffnen muss und erst dann sieht, was alles repariert werden muss. Hier kann es genauso wie in Karosseriefällen immer zu Auftragserweiterungen kommen, die dann aber mit dem Kunden abgestimmt werden müssen.

Ist eine Abstimmung Pflicht?

In jedem Fall. Aber das wird eigentlich schon seit vielen Jahren so gehandhabt. Eine Abweichung von unter zehn Prozent bei einer Werkstattarbeit ist im Bereich des Normalen. Was darüber liegt, sollte mit dem Kunden abgestimmt werden.

Wenn ich mit einer Werkstattarbeit unzufrieden bin, was mache ich dann?

Wenn man unterschiedlicher Meinung ist, gibt es in Hannover die Schiedsstelle. An die kann ich mich als Kunde und auch als Autohaus wenden. Wir versuchen dann zwischen den Parteien zu vermitteln, was uns auch zu 80 Prozent gelingt. Wir behandeln hier pro Jahr rund 350 Fälle. Der Schiedskommission gehören Sachverständige der DEKRA, der TÜVs, des ADAC, ein ehrenamtlicher Richter und ich als Geschäftsführer der Innung an. Bevor es zu einer Klage kommt, geben die Gerichte die Empfehlung, sich erst einmal an die Schiedsstelle zu wenden.

Wenn ich mir ein Auto kaufe und dieses finanziere, bin ich dann automatisch an eine Vertragswerkstätte gebunden?

Ich bin an die Werkstatt gebunden, die den Servicevertrag hat. Natürlich kann ich mir eine durch den Hersteller zertifizierte Werkstatt aussuchen, der Marke bin ich aber verpflichtet. Sonst verwirke ich den Garantie- und auch den Kulanz-anspruch.

Geht der Garantieanspruch verloren, wenn ich die Wartungsintervalle nicht ordentlich einhalte?

Nein, der Garantieanspruch bleibt natürlich bestehen. Anders sieht es aber mit dem Kulanzbereich aus. Wenn ich da die Serviceeinheiten nicht einhalte, geht mir der verloren.

Kann ich bei Vertragswerkstätten handeln?

Dass hier gehandelt wird, ist mir eigentlich nicht bekannt. Für Service- und Wartungsarbeiten gibt es Komplett- bzw. Festpreise. Wobei es sich schon lohnen kann, Vergleiche einzuholen.

Gibt es so etwas wie eine Faustregel, wann ich zu einer freien Werkstatt wechseln kann, die eventuell viel preiswerter arbeitet?

Wir haben eine ganze Menge freier Werkstätten, die sich zertifizieren lassen könnten, dies aber nicht tun, weil sie nicht nur für eine Marke arbeiten wollen. Weil diese Werkstätten heute technisch hervorragend ausgerüstet sind, gibt es die Faustregel, dass ich wechseln kann, wenn ich aus dem Garantie- und Kulanzbereich raus bin. Also nach 36 bzw. 48 Monaten. Die Kilometerleistung spielt hier nur eine untergeordnete Rolle. Von der Qualität der Arbeit stehen die freien Werkstätten, die mit Systemanbietern arbeiten, den Vertragswerkstätten jedenfalls in nichts nach.

Und wie sieht es mit Werkstattketten aus?

Ganz ehrlich: Da gibt es die eine oder andere, die nicht so empfehlenswert ist. Es gibt da eine Kette, die inzwischen bundesweit der Innung nicht mehr angeschlossen ist. Als sie es noch war, gehörte sie zu den Stammkunden bei der Schiedsstelle.

Wie sieht es beim Thema Ersatzteile aus? Muss ich immer das Original nehmen?

In der Garantiezeit ist das kein Thema. Wobei es auch Nicht-Originalersatzteile gibt, die der Hersteller trotzdem zertifiziert, sodass bei deren Verwendung der Garantieanspruch erhalten bleibt. Wenn ich aus der Garantiezeit raus bin, kann ich die günstigeren Teile gerade im Verschleißbereich verwenden, sie sind meistens genauso gut wie die Originale.

Welche Rolle spielen die Lackierereien in einer Zeit, in der meistens Karosserieteile gleich ganz ausgetauscht werden?

Ja, heute ist es oft günstiger, ganze Bauteile auszuwechseln, weil die Fahrzeuge so ausgelegt sind. Bei älteren Fahrzeugen, die beispielsweise einen Unfall haben, spielen Lackierereien immer noch eine gewisse Rolle. Da wird noch nach klassischen Methoden gearbeitet.

Moderne Lacke sind häufig ja inzwischen so komplex, dass Lackierereien damit doch auch überfordert sein dürften?

Ja, bei Wasserlacken dürfte es schwierig sein. Aber in den Lackierereien arbeiten ja nicht nur junge Lackierer. Da gibt es noch Leute, die mit alten Lacken arbeiten können.

Gerd Piper

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