Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Bauen & Wohnen Haaresbreite entscheidet
Mehr Bauen & Wohnen Haaresbreite entscheidet
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:21 01.02.2010

Häuser sind nicht ganz so unbeweglich wie die Bezeichnung Immobilie nahelegt: Sie können sich immerhin setzen. In der Regel macht das nichts, wenn Baugrund und Material unter dem eigenen Gewicht ein bisschen nachsacken, weil moderne Häuser mit entsprechenden Dehnungsfugen gebaut werden. Bei Altbauten und bei Häusern, deren Fugenmasse getrocknet oder geschrumpft ist, können die Setzungen jedoch zu Rissen in Wänden und damit zu Undichtigkeiten führen.

„Risse haben sehr unterschiedliche Ursachen“, erläutert Reimund Stewen, Vorstandsmitglied des Verbands Privater Bauherren (VPB) und Leiter des VPB-Büros in Köln. „Erschütterungen, sich verändernde Grundwasserspiegel, der Bergbau wie auch problematische Böden können Risse im Haus verursachen. Je nach Größe muss der Riss genauer untersucht werden, und nach dem Befund richten sich dann Art und Umfang der Sanierung.“

Harmlos sind so genannte Haarrisse. Darunter verstehen Bauexperten kleine feine Risse, die sich im Putz bilden. „Sie dürfen allerdings nicht breiter werden als 0,2 Millimeter“, schränkt Stewen ein. Haarrisse treten oft schon früh am neuen Gebäude auf. Meist handelt es sich um minimale Setz- oder Spannungsrisse, die entstehen, wenn der Putz austrocknet oder wenn sich aneinander stoßende Bauteile bei Wärme unterschiedlich ausdehnen.
„Bei echten Haarrissen muss sich der Hausbesitzer keine Gedanken machen. Sie verändern sich in der Regel über Jahrzehnte nicht und sind allenfalls ein Schönheitsproblem.“ Weniger harmlos sind dagegen alle Risse über 0,2 Millimeter Breite. „Wer solche Schäden im eigenen Haus entdeckt, sollte einen Sachverständigen hinzuziehen und die Ursache klären lassen“, empfiehlt der Fachmann. Für die Untersuchung wird der Putz an der Schadensstelle abgeklopft und zunächst geprüft, ob der Riss durch die betroffene Konstruktion hindurch geht, was auf statische Probleme deuten würde. Weitere Rissursachen können in den unterschiedlichen Spannungen verschiedener Bauteile liegen.
Denkbar als Ursachen sind neben Setzungen auch ungeplante Belastungen eines Bauteiles. „Klassisches Beispiel ist die so genannte nicht tragende Innenwand. Sie soll zwar die Last der Decke nicht abfangen, trägt aber gelegentlich doch einen Teil des Gewichts. Dafür ist sie aber nicht berechnet, und bekommt deshalb Risse“, erläutert Reimund Stewen.

Zur Analyse gehört auch die Beobachtung des Risses über längere Zeit. Wie entwickelt er sich? Wird er breiter oder bleibt er, wie er ist? Der Bausachverständige setzt dazu eine Gipsmarke auf den Riss. Touristen kennen das von historischen Altstadtfassaden. Dort dokumentieren Gipsmarken mit eingeritztem Datum den schleichenden Verfall vieler Häuser. Der Gips ist starr und reagiert deshalb sofort auf jede Veränderung des Risses. Dann reißt die Markierung und zeigt dem Beobachter: Die Ursache des Problems ist noch nicht behoben. „Bleibt die Marke dagegen vier Wochen und länger unversehrt, ist die Bewegung im Haus höchstwahrscheinlich zum Stillstand gekommen, und der Besitzer muss sich zunächst keine weiteren Sorgen mehr machen,“ beruhigt der Sachverständige.

Eine hundertprozentige Garantie gegen Risse gebe es nicht, sagt Stewen. Vorbeugen könnten jedoch Voruntersuchungen und laufende Kontrollen des Baugrunds sowie ausreichende Dehnungsfugen zwischen Materialien mit Oberflächenbeschichtungen.

bw

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 00:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Was in Kalifornien und den Niederlanden schon eine lange Tradition hat, soll jetzt auch in Oldenburg wahr werden. Drei Jungunternehmer aus der Stadt haben ein Hausboot entworfen, das seit einigen Wochen auf der Hunte schwimmt. 

20.08.2009

US-Trend: „Homestaging“ rückt das eigene Haus ins rechte Licht.

01.02.2010

Was in Kalifornien und den Niederlanden schon eine lange Tradition hat, soll jetzt auch in Oldenburg wahr werden. Drei Jungunternehmer aus der Stadt haben ein Hausboot entworfen, das seit einigen Wochen auf der Hunte schwimmt.

08.08.2009