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Gewerbeimmobilien „Mit Leuchttürmen Hannover in Europa verankern“
Mehr Bauen & Wohnen Gewerbeimmobilien „Mit Leuchttürmen Hannover in Europa verankern“
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11:16 08.10.2018
Sabine Tegtmeyer-Dette: Die 56-Jährige studierte Politikwissenschaft, Germanistik und Betriebswirtschaft. Sie ist seit 2013 als Erste Stadträtin von Hannover die Stellvertreterin des Oberbürgermeisters und Dezernentin für Wirtschaft und Umwelt. Sie hat ab 1988 im Landesverband der Grünen gearbeitet, war danach im Kommunalverband (später: Region) als Leiterin der Zentralen Steuerung und als Prokuristin der Verkehrsbetriebe Üstra tätig.

Erfolgreiche Hafenstadt ist Hannover schon lange. Jetzt wollen Politik und Verwaltung auch den Titel Hansestadt zurück. Bringt das Strahlkraft für den Standort?

Der Städtebund „DIE HANSE“ verfolgt das Ziel, einen Beitrag zur kulturellen, sozialen und politischen Einigung Europas zu leisten. Durch die Vernetzung der Mitgliedsstädte bietet das Städtebündnis vor allem die Chance, Hannover in Europa stärker zu verankern und so Europa aktiv mitzugestalten.

Auf der Messe Expo Real führen Sie intensive Gespräche mit möglichen Investoren. Welche drei Leuchttürme fallen Ihnen auf Anhieb ein, wenn Sie für die Stadt werben?

Hannover hat erstens eine hervorragende verkehrliche Anbindung mit Bahn, Auto und Flughafen und ist zweitens eine der fünf Spitzen-Einkaufsstädte in Deutschland. Drittes großes Plus ist die Stellung als grüne Stadt, fast 50 Prozent unserer Flächen sind Freiflächen. Mit 640 Hektar Eilenriede, mit dem Maschsee und 20 000 Kleingärten kann man sich in Hannover wunderbar erholen.

Neue Wirtschaftsansiedlung ist schwierig, weil Flächen fehlen. Bei der Einbringung des Haushalts hat OB Stefan Schostok angekündigt, die Stadt werde vom Bund an der Rendsburger Straße 1,5 Hektar und auf dem ehemaligen Kasernengelände an der Kugelfangtrift 4,5 Hektar gewerblich nutzbare Fläche kaufen. Wie ist der Verhandlungsstand und gibt es schon Interessenten?

Die konstruktiven Verhandlungen sind auf einem guten Weg, gleichzeitig arbeiten wir an Konzepten für eine angemessene Entwicklung der Grundstücke. Der Ankauf der genannten Flächen von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) ist nur eine von vielen Aktivitäten der Stadt, um ein Angebot an Gewerbeflächen bereitstellen zu können. Wir beschränken uns nicht auf den reinen Ankauf und Weiterverkauf, sondern entwickeln die Flächen auch.

Lange Zeit galt der Expo Park als schwierig zu vermarktende Fläche. Das hat sich offenbar grundlegend geändert. Wie ist die aktuelle Situation?

Der Paradigmenwechsel, den Expo Park nicht mehr ausschließlich für Unternehmen aus dem Hightech- und IT-Bereich vorzuhalten, sondern andere Nutzungen wie Studentenwohnen, Automobilverkauf oder Büro- und Messeausstatter zuzulassen, hat zur Belebung des Standortes beigetragen. Die anstehende Entwicklung des südlichen Kronsbergs mit rund 3500 Wohneinheiten wird die Vermarktung zusätzlich befördern, da dann in unmittelbarer Nachbarschaft Wohnraum und die entsprechende Infrastruktur errichtet wird.

Hannover ist laut Experten ein starker Einzelhandelsstandort. Was unternimmt die Stadt, um den Top-Platz zu festigen? Gibt es beispielsweise Überlegungen, stärker mit der Altstadt zu werben?

Die Herausforderung für den Einzelhandel ist, in Zeiten des Onlinehandels zu bestehen. Umfragen zeigen, dass Erleben, Attraktivität und gute Erreichbarkeit für den stationären Handel wichtig sind. Hierbei unterstützt die Stadt vielfältig: Das Spektrum reicht von gemeinsamen Projekten in den Stadtteilen mit den jeweiligen Standort- und Werbegemeinschaften über städtebauliche Entwicklungen bis zum Einzelhandelsund Zentrenkonzept, welches auch für potenzielle Investoren wichtige Anhaltspunkte bietet. Die Altstadt ist bereits heute und bleibt ein starker Werbeträger in verschiedenen Kampagnen des hannoverschen Stadt- und Tourismusmarketings.

Seit der Umgestaltung des Hohen Ufers ist dieser Standort – wie viele andere Straßen und Plätze in der Stadt – attraktiver für gehobene System-Gastronomie geworden. Wie beurteilen Sie die Entwicklung? Braucht Hannover wirklich noch mehr Burger- und Pasta-Restaurants?

Ich glaube, dass die Nachfrage die Vielfalt und Anzahl der Restaurants steuert. Wenn es genügend Burger-Schmieden gibt, dürften weitere Angebote wohl keine Chance haben. Wir brauchen ein zugkräftiges Restaurant-Angebot, denn die Menschen wünschen viele Angebote, damit das Einkaufen in der City attraktiv ist. In Zeiten des steigenden Internethandels ist dies ein wichtiger Wettbewerbsfaktor für den stationären Handel.

Kommen wir auf einen Leuchtturm in Randlage – den Hightech- Gewerbepark Marienwerder. Sind neue Ansiedlungen im Gespräch?

Der Wissenschafts- und Technologiepark Hannover (WTH) erfreut sich zunehmender Aufmerksamkeit von Unternehmen und Investoren. Die verkehrliche Anbindung ist optimal und große produzierende Unternehmen sind in direkter Nachbarschaft. Aktuell laufen Verhandlungen über mehrere Ansiedlungen; hier besteht die Chance, im WTH Lücken im Angebot an Räumlichkeiten für junge Betriebe und passgenaue Lösungen für das Handwerk zu schließen. Die Investitionen der vergangenen Jahre, beispielsweise die Herrichtung von baureifen Grundstücken und die Vermarktung auf nationaler und internationaler Ebene, werden sich in dieser Hinsicht in naher Zukunft auszahlen.

Interview: Vera König

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