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Gewerbeimmobilien Als Region der Rekorde bei Investoren gefragt
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20:19 04.10.2018
City Gate Nord: Der Neubau auf dem ehemaligen Opel-Blitz-Gelände an der Vahrenwalder Straße wurde Mitte September vom Hauptmieter Vodafone bezogen. Quelle: DELTA DOMIZIL GmbH/ Olaf Mahlstedt

Die Region der Rekorde, ein Wirtschaftsstandort auf Wachstumskurs – besser lässt sich in der Kürze gar nicht zusammenfassen, wie Hannover bei in- und ausländischen Investoren punkten kann. „Hannover, die relaxte Schwester von Berlin“ (so die niederländische Bahn) hat ihren Platz in der Champions League ausgebaut. In den sieben Top-Städten (Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt, Stuttgart und Düsseldorf) sind die Preise inzwischen abschreckend hoch. Anleger orientieren sich um. Fakten aus dem Marktbericht des Forschungsunternehmens Bulwiengesa, der gerade erschienen ist, sind das überzeugendste Argument. Die Daten haben Stadt, Region und Partner aus der Immobilienwirtschaft zusammengetragen. Auf Deutschlands größter Immobilienmesse, der Expo Real in München, werden sie zum Auftakt präsentiert. Nie zuvor gab es so viel sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, nie so viele Pendler. Der Anteil der Beschäftigten mit einem akademischen Berufsabschluss liegt bei 18,8 Prozent und damit über dem Landes- und Bundesdurchschnitt. Ein Start mit Wow-Effekt: Im Jahr 2017 sind in der Region Hannover gewerbliche Investitionen von fast 700 Millionen Euro registriert worden. Das bedeutet im Vergleich zu 2016 einen Anstieg um rund 200 Millionen Euro. Verschiebungen auf dem Markt überraschen auch Experten. Nach wie vor behaupten sich Büro- und Geschäftshäuser mit rund 270 Millionen Euro auf Platz 1. Aber: Der Andrang auf Industrie- und Logistikimmobilien nimmt zu. Mit gut 210 Millionen Euro machen sie fast ein Drittel des Transaktionsvolumens aus. Ein Trend, der sich fortsetzt auch in diesem Jahr. Hannover steht für renditesichere Investments mit Entwicklungspotenzial. Auf dem Büroimmobilienmarkt sorgt eine Nettoanfangsrendite von 4,3 Prozent für einen ungebrochenen Boom. In den vergangenen fünf Jahren sind 190 000 Quadratmeter Bürofläche neu gebaut und 170 000 Quadratmeter grundsaniert worden. Bis 2020 werden mindestens 190 000 Quadratmeter hinzukommen. Die Spitzenmiete steigt leicht an. 15,30 Euro pro Quadratmeter in der City, 13,50 Euro am Cityrand und an den Ausfallstraßen. Erfreulicher Nebeneffekt: Der Leerstand erreicht mit 150 000 Quadratmetern (55 000 weniger als 2016) ein Rekordtief. Geplant sind Projekte, die das Stadtbild verändern werden. In Hannover beispielsweise der Neubau der Continental-AG-Verwaltung am Pferdeturm, die Enercity-Zentrale an der Glocksee, aber auch das Haus der Ärztekammer an der Berliner Allee. Nach wie vor gehört die Stadt zu den attraktivsten Einzelhandelslagen in ganz Deutschland. Mit der Anziehungskraft auf Kunden von auswärts sticht Hannover sogar Metropolen wie Berlin, Hamburg oder München aus. Einen Umsatz von 7,85 Milliarden Euro erwarten Experten für dieses Jahr. Weil freie Flächen in Eins-a-Citylagen inzwischen so selten sind wie ein Fünfer im Lotto, zielen Investoren zunehmend aufs Umland ab. Die zentrale Lage, hervorragende Infrastruktur und exzellent angeschlossene Gewerbeflächen gelten als Stärke der Region. Sie ist Drehkreuz im europäischen Personen-, Güter- und Warenverkehr: Über Autobahnen, Schienennetz, Luftverkehr und Binnenschifffahrtswege bestehen Anbindungen zu nationalen und internationalen Wirtschaftsräumen. Beste Voraussetzungen, damit sie als Produktions- und Distributionsstandort schwer zu toppen bleibt. Derzeit gibt es 3,01 Millionen Quadratmeter logistisch nutzbarer Hallenflächen in 285 Objekten. 57 davon mit 0,97 Millionen Quadratmetern wurden in den vergangenen acht Jahren hergestellt. Der Umsatz mit Logistikimmobilien ist 2017 auf 260 000 Quadratmeter gestiegen – ein Plus von 48,5 Prozent. Die Nettoanfangsrendite liegt bei 5,1 Prozent. Größtes Ausbaupotenzial bietet der Flughafen, zwischen dessen Start- und Landebahnen noch 41 Hektar Logistikfläche entwickelt werden könnten. Mit jeweils 35 Hektar nutzbarer Fläche rangieren Barsinghausen/Groß Munzel-Nord und Wedemark/ Gailhof auf Platz zwei. Eine Region im Wachstum, steigende Bevölkerungszahlen – das bedeutet auch einen Engpass auf dem Wohnungsmarkt. Gut 12 000 Wohnungen fehlen allein in der Stadt. Politik, Verwaltung und Wohnungswirtschaft wollen mit schneller Schaffung von Baurecht, zusätzlichen Fördermitteln und Ausweisung neuer Wohnbauflächen reagieren. Die Stadt Hannover hat allein im vergangenen Jahr Bebauungspläne für 1600 Wohnungen verabschiedet. Die derzeit größten Projekte sind Kronsberg-Süd (3500 Wohneinheiten) und die Wasserstadt Limmer (1800 Wohneinheiten). Wohnraummangel und niedrige Zinsen lassen die Preise für Eigentum rasant steigen. Ein frei stehendes Einfamilienhaus (Baualtersklasse 1991 bis 2014) wird laut Grundstücksmarktbericht in der Stadt Hannover mit rund 543 000 Euro gehandelt – 73 000 Euro mehr als im Vorjahr. Die Erwerbskosten für ein Reihen- oder Doppelhaus liegen bei 355 000 Euro. Im Vorjahr hatten noch 322 000 Euro gereicht. Für hochwertige Neubauwohnungen lassen sich 3950 Euro pro Quadratmeter erzielen (plus 150 Euro oder 4 Prozent) – in der Spitze sogar 5650 Euro. Auch die Mietpreise haben angezogen. Für 85 Quadratmeter große Neubauwohnungen gibt der Mietspiegel der Region bei bester Ausstattung und Lage 11,33 Euro pro Quadratmeter an. Die durchschnittliche Nettokaltmiete in der Stadt Hannover liegt bei 6,51 Euro pro Quadratmeter, ein Plus von 5,5 Prozent. „Von Blase keine Spur“, versichern die Experten. Also investieren in einen Wirtschaftsstandort auf Wachstumskurs.

Vera König

Expo Real

So begrüßen Stadt und Region auf der Expo Real in München ihre Gäste. Auf Deutschlands größter Immobilienmesse präsentieren sie vom 8. bis zum 10. Oktober mit Partnern aus der Immobilienwirtschaft aktuelle und geplante Projekte.

Zum Auftakt am Montag wird die Bulwiengesa AG den Immobilienmarktbericht 2018 vorstellen, der Investoren aus dem In- und Ausland viele Anreize bietet. Im Halbstundentakt laufen während der Messe Gespräche, in denen es wieder um diese Botschaft geht: „Die Immobilienwirtschaft in der Stadt und Region Hannover ist permanent in Bewegung. Die Kräne drehen sich, und die Auftragsbücher sind mit innovativen Projekten prall gefüllt.“ Am Ende der Messe dürfte so mancher Millionendeal stehen.

Hannover investiert 4 Millionen Euro in Umgestaltung.

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