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Einzug marsch: Wenn der Vermieter einen Makler beauftragt hatte, muss er ihn auch selbst bezahlen.  © imago/Tack

Bestellerprinzip

Für Makler wird der Markt schwieriger

Sobald das Bestellerprinzip Gesetz wird, entfallen für viele Wohnungssuchende hohe Kosten.

Bisher war es häufig so: Wer ein Haus oder eine Wohnung in einer begehrten Wohnlage mieten wollte, musste eine Maklerprovision für die Vermittlung bezahlen. Nicht selten wurde der gesetzlich mögliche Höchstbetrag verlangt: zwei Monatskaltmieten plus Mehrwertsteuer. Das wird sich voraussichtlich zum 1. Juni ändern. Denn dann soll nach Aussage von Ulrich Kelber, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz, das sogenannte Bestellerprinzip im Rahmen der Mietpreisbremse Gesetz werden. Künftig muss dann derjenige den Makler bezahlen, der ihn beauftragt – in der Regel also der Vermieter.

Für die Wohnungssuchenden bedeute das zunächst einmal eine klare Verbesserung ihrer Position, erklärt Siegmund Chychla vom Mieterverein Hamburg: „Bisher hat der Markt nicht funktioniert, weil Vermieter und Mieter nicht auf Augenhöhe verhandelten.“ Kelber spricht sogar davon, dass Immobilienbesitzer und Makler in der Vergangenheit Verträge zulasten Dritter abgeschlossen hatten: „Die Mieter mussten bezahlen, weil sie keine andere Wahl hatten.“

Die Vermieter hingegen können nun frei entscheiden: Entweder sie beauftragen einen Makler und bezahlen dessen Leistung oder sie nehmen die Vermietung selbst in die Hand. „Ich gehe davon aus, dass viele private Vermieter das künftig selbst machen werden“, sagt Alexander Wiech, Sprecher des Eigentümerverbandes Haus & Grund. Allerdings gelte dies eher nicht für Immobilienbesitzer, die weiter weg wohnten und die sehr viele Wohnungen vermieteten.

Wiech sieht aber auch auf die Wohnungssuchenden einen Nachteil zukommen, nämlich dann, wenn sie sich an einen Makler wenden. Denn die Immobilienvermittler werden künftig nur noch wenige Objekte im Portfolio haben, weil nach Einführung des Bestellerprinzips die Vermieter für die Vermittlung zahlen müssen, sobald sie ihre Wohnung dem Makler angeboten haben. Allerdings haben die Vermieter den Vorteil, dass sie die Bezahlung des Maklers frei aushandeln können.

Nicht zuletzt deshalb erwartet Christian Osthus, Leiter der Rechtsabteilung beim Immobilienverband Deutschland (IVD), einen zunehmenden Wettbewerb  unter den Wohnungsvermittlern. Seiner Ansicht nach sollte der Berufsstand nun umdenken: „Die Makler müssen ihre Leistungen transparenter machen. Sie sollten den Vermietern zeigen, was sie ihnen alles abnehmen.“ Dazu gehörten nicht nur das Schalten von Anzeigen und die Vermittlung von Mietern, erklärt Osthus. Makler bestimmen außerdem Mietpreise realistisch, fertigen Exposés an, prüfen Bonitäten, bereiten Mietverträge vor und organisieren Besichtigungstermine. Viel Arbeit, die sich jetzt schon kaum lohne, wenn die Miete niedrig sei, sagt Osthus.

Er kann sich deshalb vorstellen, dass Makler künftig verschiedene Leistungspakete schnüren – vom Komplettservice bis zum abgespeckten Angebot, das etwa lediglich das Schalten von Anzeigen und Wohnungsbesichtigungstermine beinhaltet.

Dennoch geht Osthus davon aus, dass der Markt für Makler schrumpfen wird: „Vor allem weniger professionelle Wohnungsvermittler werden es schwer haben.“ Die Zahl der Makler ist in den letzten Jahren stark gestiegen. Deshalb gibt es Befürchtungen, dass einige versuchen werden, das Bestellerprinzip auszuhebeln, etwa indem Vermittlungskosten auf die Miete umgelegt werden oder überhöhte Abstandszahlungen, zum Beispiel für alte Teppiche, gefordert werden. Doch Chychla wiegelt ab: „Diese Gefahr sehe ich nicht“, sagt der Mieterschützer. Denn bereits jetzt seien die Mieten oft so hoch, dass nichts mehr draufgeschlagen werden könne. Auch die Mietpreisbremse werde in vielen Wohngebieten eine Anhebung der Miete verhindern.

Keine Änderung

Das Bestellerprinzip wird ausschließlich für Vermietungen gelten. Bei Immobilienverkäufen ändert sich nichts. Hier herrsche eine andere Interessenlage, heißt es beim Bundesjustizministerium. Auch künftig werden also in der Regel die Käufer die Maklercourtage zahlen müssen. Allerdings ist das abhängig von der Marktsituation. Denn in manchen Wohnlagen ist es bereits üblich, dass die Verkäufer die Kosten für die Vermittlung übernehmen. Makler, die vorrangig von Verkäufen leben, werden also voraussichtlich kaum Einbußen erleiden.

Von Sebastian Hoff


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