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Bauen & Wohnen Damit das Haus kein Iglu wird
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16:38 01.02.2010
Quelle: Martin Steiner

Eine romantische Schneehaube auf dem Dach wär’ recht, innen aber soll alles bleiben wie immer: trocken, warm und winddicht. In der regnerischen und stürmischen Jahreszeit, die dem Winter vorausgeht, kann manches Haus dabei ein bisschen Hilfe vertragenen. Gleichzeitig sind diese Wochen mit Temperaturen über dem Gefrierpunkt die letzte Zeit, in der Reparaturen am Bau sinnvoll durchgeführt werden können: Viele Klebstoffe oder Mörtel binden bei zu niedrigen Temperaturen nicht mehr ab.

Frost mit Sprengkraft

Kritisch sind Risse in Mauerwerk oder Putz, offene Fugen und Anschlüsse zwischen Fenstern, Türen und Wänden sowie das Dach samt Entwässerung über Dachrinnen und Fallrohre. Fugen und Risse sollten ordnungsgemäß verspachtelt oder gedichtet werden: Der Wind, besonders bei Sturmböen, kann Regenwasser senkrecht die Wand hoch drücken, eine beschädigte Wand stellt für das Wasser dann kein Hindernis dar.

Eine durchfeuchtete Wand wird dann doppelt problematisch: Feucht hält sie die Wärme nicht gut zurück und kühlt aus, was wiederum die Bildung von Kondenswasser und Schimmel fördert. Außerdem würde sich das eingedrungene Wasser bei Frost ausdehnen und dabei den Riss immer weiter aufsprengen. Entscheidend für die volle Funktion der Wand ist, dass sie auch Schlagregen abhält ohne zu durchfeuchten. Fachleute aus dem Maurer- oder Malerhandwerk können die Funktion sichern und wieder herstellen.

Die gleichen Anforderungen an Wind- und Wasserdichtigkeit muss auch das Dach erfüllen, erschwerend kommt hier dazu, dass die Winkel geringer sind. Der Wind hat mehr Angriffsmöglichkeiten und kann auch lose oder beschädigte Ziegel selbst losreißen. Zu den baulichen kommen dann Verletzungs- und Haftungsrisiken.

Gelockerte Dachziegel können von Dachdeckern wieder richtig eingesetzt und mit Mörtel dicht verschmiert werden. Beschädigte Ziegel müssen ausgetauscht werden, denn schon kleinste Risse machen das Dach auf Dauer undicht. Das kann zu Feuchteschäden führen und zu Schimmelbildung im Haus. Weil feine Risse am Dach aber selbst dem geschulten Auge oft verborgen bleiben, ist ein Gegencheck auf der Innenseite ratsam. Dunkle Verfärbungen am Gebälk des Dachstuhls oder Feuchtigkeitsflecken an den Wänden sind Hinweise, dass von außen Wasser eindringt. Besonders Besitzer von Häusern mit neuen, wärmegedämmten Dächern sollten darauf achten, dass kein Wasser durchs Dach in die Dämmung läuft. Sonst drohen großflächige Reparaturen, um die durchnässte Dämmung zu trocknen oder gar auszutauschen.

Mit der Kontrolle des Steildachs sollte der auf Sicherheit bedachte Eigentümer den Fachmann beauftragen. Das flache Dach kann er dagegen meist selbst warten: Abläufe und Anschlüsse müssen gereinigt und das Herbstlaub vom Dach gekehrt werden. Allerdings muss der Hausherr dabei auf Beschädigungen achten: Fallen ihm Blasen oder Risse an der Abdichtung oder an den Aufkantungen und Kappleisten auf, oder haben sich Nähte gelöst, sollte er unbedingt einen Fachmann hinzuziehen. Solche Schäden müssen umgehend repariert werden.

Neue Flachdächer haben Gefälle

Zusätzlich sind die Anforderungen der Energieeinsparungsverordnung zu beachten: Sind mehr als zehn Prozent der Dachfläche von der Reparatur betroffen, muss das ganze Dachstück auf den aktuellen Dämmstandard gebracht werden. Langfristig eine lohnende Maßnahme: In den sechziger Jahren wurden Flachdächer oft absichtlich so angelegt, dass das Wasser auf ihnen stehen bleibt. Die Wasserschicht sollte im Sommer die Sonnenstrahlen abhalten und kühlend wirken. In der kalten und nassen Jahreszeit jedoch werden alte Dächer dieser Bauart zur Zeitbombe, bei denen jederzeit eine Dachpappennaht aufgehen und einen kapitalen Wasserschaden verursachen kann. Gegenwärtiger Standard sind dicke Dämmschichten mit leichtem Gefälle, so dass sowohl Sonne als auch Regen abgehalten werden.

Thomas Penningh Bausachverständiger und Vorsitzender des Verbands privater Bauherren rät außerdem zur regelmäßigen Wartung von Fenstern und Türen: Hausbesitzer sollten die Scharniere prüfen und sie eventuell nachjustieren. Typische Verschleißprodukte sind die Dichtungslippen aus Gummi am Fenster und unter den Hauseingangstüren. Alle paar Jahre müssen sie erneuert werden, resümiert der Sachverständige langjährige Erfahrung. Wer Rollläden hat, der sollte sie im Winter auch benutzen. Nach Einbruch der Dunkelheit hilft der geschlossene Fensterladen Energie sparen. Vorausschauende Hausbesitzer kontrollieren jetzt auch die Rollladengurte und wechseln sie gegebenenfalls aus. Sind Fensterrahmen stark verzogen, empfiehlt sich auch eine Teilerneuerung.

Von Ralf C. Kohlrausch

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