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Bauen & Wohnen Besserer Brandschutz bei Solaranlagen
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17:02 01.02.2010
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Grundsätzlich haben sich Solaranlagen als sehr solide und betriebssicher erwiesen und bescheren ihren Betreibern etwa 40 Euro Ertrag pro Jahr und Quadratmeter. Im Falle eines Dachstuhlbrandes erweist sich die Solidität allerdings als Problem: Die Feuerwehren können nicht mehr so leicht wie bei einer herkömmlichen Dacheindeckung den Brandherd erreichen. Dazu kommt, dass die Einsatzkräfte sich plötzlich beim Löschen mit einer laufenden Stromerzeugungsanlage konfrontiert sehen: 1000 Volt Gleichstrom und Löschwasser bilden eine gefährliche Kombination. Schon 120 Volt Gleichstrom gelten als lebensgefährlich.

Mehrstündige Verzögerungen

Bei den ersten Bränden unter größeren Photovoltaikanlagen wurde deshalb sogar erwogen, das Objekt kontrolliert abbrennen zu lassen, um die Rettungskräfte nicht zu gefährden. Nur mit erheblichem Aufwand und mehrstündigen Verzögerungen konnten die Löscharbeiten beginnen. In einem Fall mussten erst Techniker des Anlagenherstellers anreisen und die Solarzellen teilweise demontieren, in einem anderen eine Hubbühne organisiert werden, damit die Feuerwehrleute ohne direkten Dachkontakt von oben löschen konnten.

Als Konsequenz aus diesen Erfahrungen haben verschiedene Feuerwehren und Feuerwehrverbände jetzt Merkblätter herausgegeben, die Feuerwehren über die sicherste Art der Brandbekämpfung informieren, Bauherren aber auch Hinweise zur Anlagenplanung geben. Drei Hauptprobleme müssen gelöst werden:

  • Auf einer geschlossenen Fläche aus Solarpanels kann die Feuerwehr nicht arbeiten.
  • Photovoltaikanlagen produzieren Strom, sobald sie von Licht getroffen werden. Dazu genügt sogar schon das Licht der Halogenscheinwerfer zur nächtlichen Einsatzortbeleuchtung. Einzelne Panels können nicht abgeschaltet werden. Versuche, Photovoltaikanlagen mit Planen oder Schaum abzudecken, haben sich als zu kompliziert und nicht ausreichend wirksam erwiesen.
  • Abstürzende Panelteile bilden eine zusätzliche Gefahr für die Rettungskräfte: Erhitzt vom Feuer und schlagartig abgekühlt vom Löschwasser können die Glasabdeckungen der Panels zu einem Splitterregen explodieren. Bei Temperaturen über 250 Grad werden aber auch die Aluminiumhalterungen weich, und die kompletten Anlagen können wie ein Schneebrett vom Dach rutschen.

Wer eine größere Solaranlage plant, sollte deshalb rechtzeitig mit den Feuerwehren Kontakt aufnehmen, um zu klären, welche Bauform eventuell nötige Löscharbeiten am wenigsten behindert. Auch mit den beteiligten Versicherungen sollte vor der Installation besprochen werden, ob die Verträge die jeweiligen Folgeschäden abdecken.
Solarversicherungen decken üblicherweise den Schaden, der von den Anlagen verursacht wird ab, aber auch den Verdienstausfall bei einem Defekt und die Schäden, die Solaranlagen zum Beispiel bei Stürmen erleiden können. Zusammen mit den teilweise 30-jährigen Garantien der Hersteller und der festgelegten Vergütung aus dem Stromeinspeisegesetz ermöglichen sie den Hausbesitzern eine zuverlässige Kalkulation über die gesamte zu erwartende Lebensdauer einer Solaranlage.

Von Ralf C. Kohlrausch

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