Navigation:
Benzinpreise: Wer sich hier entsprechend informiert, kann Geld sparen.

Benzinpreise: Wer sich hier entsprechend informiert, kann Geld sparen.© www.istockphoto.com/hohl

Verkehr

Hier ist der Sprit wirklich super!

Am 1. Dezember startet die Markttransparenzstelle für Kraftstoffe offiziell ihren Betrieb. Damit haben Autofahrer die Möglichkeit, aktuelle Benzinpreise im Internet oder per Smartphone abzurufen – ein Test.

Hannover. Nehmen wir an, Sie verlassen am späten Nachmittag freudestrahlend Ihre Stammtankstelle und glauben, ein seltenes Benzinpreisschnäppchen gemacht zu haben. Schließlich war der Sprit am frühen Morgen noch fünf Cent teurer als zu Ihrem Feierabend. Doch nur einen Kilometer weiter folgt ein gehöriger Schreck: Die Tankstelle eines Mitbewerbers bietet den Kraftstoff noch günstiger an.

Benzinpreise in Echtzeit abrufen

Seit September dieses Jahres muss dieses Malheur nicht mehr passieren. Dank der Markttransparenzstelle für Kraftstoffe sollen Benzinpreise im Internet oder über das Smartphone in Echtzeit abgerufen werden können. Doch funktioniert das wirklich? Wie aktuell sind die Angaben? Und ab welchem Preisunterschied lohnt sich ein Umweg? Wir haben es ausprobiert.

So sind nunmehr alle Unternehmen, „die öffentliche Tankstellen betreiben oder über die Preissetzungshoheit an diesen verfügen“, dazu verpflichtet, Preisänderungen der gängigen Kraftstoffsorten der beim Bundeskartellamt angesiedelten Markttransparenzstelle umgehend zu melden. Diese wiederum gibt die eingegangenen Daten an verschiedene Verbraucher-Informationsdienste, also die Benzinpreis-Vergleichsportale, weiter.

„Bislang wurden 19 Informationsdienste zugelassen, von denen acht bereits Daten für Autofahrer bereitstellen. Weitere Anträge liegen vor und werden geprüft“, erklärt Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes, und verweist auf die hohe Marktabdeckung „mit bald 14.000 von insgesamt 14.500 Tankstellen“.

  • Die Internetseite des ADAC (www.adac.de/tanken) zeigt im ausgewählten Postleitzahlenumkreis eine Vielzahl von Tankstellen an - sortiert nach dem günstigsten Preis und mit Entfernungsangabe. Eine Uhrzeitangabe zur genaueren Einordnung der Preisfeststellung fehlt allerdings. Außerdem nervt plötzlich auftauchende Werbung.
  • Das Portal von Clever-Tanken (www.clever-tanken.de) listet die gefundenen Tankstellen ebenfalls nach dem günstigsten Preis auf. Hier hilft zudem eine Uhrzeitangabe dabei, die Aktualität einzuschätzen. Doch fehlt es an einer Entfernungsangabe, womit der Verbraucher abschätzen könnte, ob sich ein Umweg von wenigen Kilometern zur günstigeren Tankstelle auch wirklich lohnt.
  • Beim Angebot von Mehr-Tanken (www.mehr-tanken.de) darf sich der Autofahrer über vermeintlich minütlich aktualisierte Preisangaben freuen. Hier sind die Benzinpreise immer auf dem neuesten Stand - so ist das Gefühl. Übersichtlich aufgelistet nach den Adressen der Tankstellen fehlt allerdings auch hier eine Entfernungsangabe zum Ausgangsort.
  • Die Website Spritpreismonitor (www.spritpreismonitor.de) erweist sich als sehr übersichtlich: Tankstelle, Entfernung, Preis und die Uhrzeit der letzten Preisaktualisierung sind auf einen Klick mit einem Blick ersichtlich. Allerdings könnten die angegebenen Uhrzeiten für ein wenig Unruhe sorgen, zeigen sie doch die letzte Preisaktualisierung an. Und diese liegt zuweilen bereits mehrere Stunden zurück.

Offizieller Start der Markttransparenzstelle am 1. Dezember

An der Benutzerfreundlichkeit der Portale gibt es kaum etwas auszusetzen. Die wichtigsten Angaben sind auf einen Blick zu ersehen. Auch die angezeigten Preise stimmten im Vergleichstest überein. Bis zum offiziellen Start der Markttransparenzstelle am 1. Dezember sind nur noch Feinheiten zu verbessern. Noch befindet sich diese schließlich im Probebetrieb. „Die Angebote werden aus unserer Sicht auch gut angenommen, was die hohen Downloadzahlen bei den Apps und die Besucherzahlen auf den Internetseiten unterstreichen“, zieht Bundeskartellamts-Präsident Mundt eine positive Zwischenbilanz.

Es gibt auch kritische Stimmen. Axel Graf Bülow, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Freier Tankstellen, moniert, dass das Benzingeschäft ein unruhiger Markt und lokal unterschiedlich sei, „weshalb ich kein Freund der Markttransparenzstelle bin“. Er setze auf die Umsicht der Verbraucher, günstige Tankstellen aufzusuchen.

So bleibt als Fazit: Vergleichsportale sowie eine überlegte Tankplanung können den eigenen Geldbeutel durchaus schonen. Nur wer erklärt dem Autofahrer, wenn die von ihm angesteuerte günstige Tankstelle während der Anfahrt wieder preislich nachgelegt hat?

Markus Beims


Anzeige

Neuheiten & Motorshows