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Open-Air durch Schnee und Eis mit dem neuen Mini-Cabriolet.

Open-Air durch Schnee und Eis mit dem neuen Mini-Cabriolet

Mini Cooper Cabriolet

Offen durch den Schnee gepflügt

BMW präsentiert das neue Mini Cooper Cabriolet – mitten im winterlich verschneiten Kärnten.

Zum Einstieg gibt’s für Fahrer und Beifahrer am Flughafen in Klagenfurt erst einmal eine dicke Daunenjacke und eine Wollmütze. „Die solltet ihr tragen“, lautet der gut gemeine Rat der BMW-Crew. Denn auch wenn gerade die Sonne scheint – es ist Winter in Kärnten. Also genau die richtige Jahreszeit, um das neue Mini-Cabrio vorzustellen. Denn Minusgrade und selbst heftiger Schneefall können nach Ansicht der Bayern einen echten Freiluftfreak nicht schrecken.

Open Air in Schnee und Eis

Zugegeben, uns ist schon ein wenig mulmig, als wir den Knopf zum Öffnen des Stoffdaches drücken. Jetzt, am frühen Nachmittag, haben wir hier dürftige drei Grad. Also nicht das Wetter, das man sich gemeinhin wünscht, um offen zu fahren. Andererseits: Irgendwie ist es auch eine Herausforderung während der nächsten zwei, drei Stunden mit dem Mini sportliche 150 Kilometer durch die verschneite Winterlandschaft zu düsen, anstatt den kürzesten Weg zum Hotel zu nehmen und am warmen Kachelofen zu diskutieren, warum dieses Auto den höchsten Restwert in Deutschland hat.

Bevor es richtig losgeht, drehen wir die Heizung auf 27 Grad hoch und setzen die Sitzheizung (plus 290 Euro, gibt’s nur als Sonderausstattung in Verbindung mit einer Klimaanlage oder Klimaautomatik, plus 960 bzw 1290 Euro) unter Volllast. Besser ist besser. Dann biegen wir auf die Teststrecke ab. Schon nach wenigen Minuten wird es uns von unten her so heiß, dass wir die Sitzheizung zurückdrehen. Brandblasen statt Frostbeulen können nicht die Lösung sein.

175 spurtstarke PS

In unserem Fahrzeug, einem Mini Cooper S Cabrio, arbeitet der neue Vierzylinder-Benzindirekteinspritzer, den BMW zusammen mit dem französischen PSA-Konzern entwickelt hat, der aber speziell auf die Belange des kleinen, kultigen Flohs abgestimmt ist. Das heißt: 175 spurtstarke PS, die von der Leine wollen. Die erste Gelegenheit kommt, als wir uns an vierter oder fünfter Stelle hinter zwei Vierzigtonnern einreihen, die sich mühsam einen langen Anstieg hochquälen. Bei der erstbesten Gelegenheit heißt es: Raus aus der Schlange und Vollgas. Der Mini hetzt wie ein junges Fohlen nach vorne und beschleunigt so mühelos auf 140 km/h, dass die Lastzüge im Rückspiegel schnell kleiner werden.

Jetzt bloss schnell wieder runter vom Gas, die Polizei in Österreich kennt bekanntlich kein Pardon – und sie muss nicht messen, sondern darf schätzen. Bei dem abrupten Lastwechsel brabbelt der Motor giftig, dass einem sogleich warm ums Herz wird – genau der richtige Soundtrack für den kleinen Rennknubbel (ist bewusst so „designt“).

Ein nagelneues Zusatzinstrument, der „Always Open Timer“ (nur in Verbindung mit den Ausstattungspaketen Pepper oder Chili) an der Lenksäule neben dem Drehzahlmesser zeigt an, wie lange wir mit geöffnetem Verdeck fahren. Das Ding braucht zwar kein Mensch, lustig ist es trotzdem. Inzwischen ist die Temperatur auf deutlich unter Null gefallen, die Sonne hat sich hinter die Berge verzogen, das Thermometer zeigt minus sechs Grad. Wird uns jetzt endlich kalt? Fehlanzeige. Die Heizung des Mini, das steht mal fest, ist eine Wucht. Lediglich an den Oberschenkeln kneift es ein wenig.

Hier, in der Einöde tief verschneiter Bergwälder, muss das Fahrwerk kräftig ran: Der Asphalt ist vom Frost aufgebrochen und so schrundig wie die Mondoberfläche durchs Fernrohr betrachtet. Der Mini brettert vorwärts, hüpft und bockt ohne dabei auch nur einmal die Contenance zu verlieren – das ist Go-Kart-Feeling pur. Was ziemlich anstrengend sein kann. Denn Dämpfer und Federn sind so hart, dass man mit der Zeit jeden Knochen spürt. Komfortabel reisen ist jedenfalls etwas anderes.

Beim Preis kalt erwischt

Am Ende dieses Nachmittages sind wir 2,5 Stunden im tiefsten Winter offen gefahren. Es hat einen Heidenspaß gemacht. Im Hotel angekommen, werfe ich einen Blick in die Preisliste. Unser Mini fängt „nackt“ bei 26 500 Euro an. Jetzt wird mir doch noch kalt.
PS: Markteinführung ist in der dritten Märzwoche.

Von Gerd Piper


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