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Der neue i20 ist der solide Nachfolger des Getz aus dem Hause Hyundai.

Der neue i20 ist der solide Nachfolger des Getz aus dem Hause Hyundai.

Hyundai i20

Auf Wachstumskurs

Mit dem Hyundai i20 löst ein solider Kleinwagen den Getz ab.

Beim Start in Deutschland wurden Hyundai-Modelle wie der Pony noch belächelt – jetzt lächelt keiner mehr. Hyundai ist erwachsen geworden, der jüngste Spross i20 beweist es. Der Nachfolger des Getz ist mit 3,97 Metern nicht nur elf Zentimeter länger als der Vorgänger, sondern auch auf Augenhöhe mit der Konkurrenz wie Ford Fiesta, VW Polo oder Peugeot 207. Dabei ist der i20 zum Teil ein Deutscher, die gefällige Optik stammt aus dem Hyundai-Designcenter in Rüsselsheim. So sieht er nicht nur seinen Brüdern i10 und i30 sehr ähnlich, sondern auch dem Corsa von Nachbar Opel. Ein Zufall, versichert ein Hyundai-Sprecher.

Interessanter Preis

Vor allem bleibt der Preis des Euro-Koreaners im Rahmen: Ab 11 250 Euro ist der i20 als Dreitürer zu haben, schon in der Basis sind sechs Airbags, ESP, ABS und aktive Kopfstützen für die Sicherheit an Bord. Dazu gibt bereits Annehmlichkeiten wie den in der Höhe verstellbaren Fahrersitz oder ein CD-Radio. Ein entscheidendes Extra fehlt dem Koreaner allerdings: Die Klimaanlage kostet teure 1190 Euro. Klüger ist es, gleich zur nächst höheren Ausstattung Comfort zu greifen, die mindestens 13 480 Euro kostet, dann aber auch elektrische Fensterheber vorn oder eine Zentralverriegelung mitbringt. Nobel samt Teilledersitzen im optionalen Leder-Paket und Klimaautomatik wird es ab der Linie Style, die es aber nur mit stärkeren Motoren (ab 1,4-Liter) gibt und die mit mindestens 15 130 Euro schon recht teuer ist.

Einen Schritt nach vorn hat Hyundai auch bei den Motoren gemacht. Das neue Basis-Aggregat holt 78 PS aus 1,2-Liter Hubraum und spielt insbesondere im Vergleich zum zähen und lauten Vorgänger mit 65 PS in einer anderen Liga. Zwar erscheinen 165 km/h Höchstgeschwindigkeit und 119 Newtonmeter Drehmoment nicht üppig, aber es reicht allemal für den Alltag. Dazu ist der Motor sparsam, 5,2 Liter Super sind es in der Theorie, 6,5 Liter in der Praxis. Wer mehr will, greift zu den stärkeren 1,4 und 1,6-Liter-Motoren mit 101 oder 126 PS. Dann kostet der i20 aber mindestens 14 280 Euro (1.4) oder gar 16 790 Euro (1.6), weil der stärkste Benziner nur in der Style-Ausstattung zu haben ist. Das gilt auch für den 1,6-Liter-Diesel mit üppigen 116 PS, der zwar sehr ruhig und mit 4,4 Litern Verbrauch im Drittelmix auch sparsam zu Werke geht, aber das Budget mit mindestens 17 240 Euro belastet – Partikelfilter inklusive. Spätestens beim Fahrwerk kommt die europäische Handschrift wieder zum tragen: Der i20 ist straff, aber nicht unkomfortabel abgestimmt.
Modellfamilie soll wachsen

An einigen Stellen sieht der Betrachter, wo Hyundai im i20 den Rotstift angesetzt hat: Der Armaturenträger ist komplett aus – wenn auch gefälligem – Hartplastik. Immerhin sind die Sitze vorne ausreichend groß und bequem, das Lenkrad in Höhe und Weite verstellbar. Hinten sitzen Menschen bis 1,75 Meter ordentlich, ein Verdienst des langen Radstandes von 2,53 Metern. Der Kofferraum fasst ordentliche 295 Liter, bei umgelegten Rücksitzen wächst das Stauvolumen auf 1060. Leider entsteht keine glatte Ladefläche. Der Kunde kann den Wagen mit diversen Zusatzpaketen aufrüsten, die einerseits billiger sind als Einzeloptionen, die Wahlfreiheit aber einschränken.

Offiziell rollt der i20 am 6. März zu den deutschen Händlern. Mit drei Jahren Vollgarantie, vernünftigen Wartungsintervallen (20 000 km) und vielen Stärken, aber wenig Schwächen. Wie gesagt, Hyundai ist erwachsen geworden und dem Teenageralter entwachsen. Das wird noch deutlicher, wenn die Koreaner Ende 2009 ein Sparmodell mit 15 Prozent weniger Verbrauch unter dem Label „i-Blue“ ankündigen. Und die Familie wird wachsen. Eine Hochdachvariante (MPV) wird sicher folgen, ein Cabrio ist angedacht.

Von Stephan Bähnisch


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