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IM FOKUS: OB Stefan Schostok wird am 6. Juli die wichtigste Hochzeit des Jahres als Standesbeamter durchführen.

IM FOKUS: OB Stefan Schostok wird am 6. Juli die wichtigste Hochzeit des Jahres als Standesbeamter durchführen.
© Rainer-Droese

Welfenhochzeit

„Meine Premiere“: OB Schostok traut Erbprinz Ernst August

Es wird die Adelshochzeit des Jahres, doch in Hannovers Rathaus ist es (fast) eine Trauung wie jede andere: Am 6. Juli treten Erbprinz Ernst August junior (33) und seine Verlobte Ekaterina Malysheva (30) in der Ratsstube vor OB Stefan Schostok (53), der das Paar traut.

Hannover. 72 Leuchten an der Decke, ein wuchtiger roter Marmorkamin, an der Decke hängt ein prächtiger Lüster aus dem Jahr 1913, das Mobiliar ist aus poliertem Birnbaumholz. Die Ratsstube im Neuen Rathaus ist ein geschichtsträchtiger Ort: Einst tagte hier der Magistrat der Stadt, nun versammelt OB Stefan Schostok (53) hier regelmäßig seine Dezernentenrunde. Bei Besichtigungstouren wird der Raum ausgespart – eine Tür führt nämlich direkt ins Büro des Stadtoberhauptes. Die Weltöffentlichkeit wird diesen gediegenen Saal am 6. Juli kennenlernen: Schostok wird der Standesbeamte sein, der Erbprinz Ernst August (33) und Ekaterina Malysheva (30) verheiratet.

„Meine Premiere“, sagt der OB. Im Frühjahr hat er sich in einem Zwölf-Stunden-Lehrgang weiterbilden lassen. „Ich habe große Respekt vor diesem Beruf, rechtlich ist das alles sehr verzwickt.“ Seine erste Trauung wird er außerdem auf Deutsch und Englisch halten, Malysheva beherrscht die Sprache ihrer neuen Heimat noch nicht. „Die Rechtsdokumente sind von einem vereidigten Dolmetscher übersetzt worden. Es soll ja keine Missverständnisse geben“, scherzt der OB.

Keine Extrawurst für Ernst August jr.

Etwa 20 Minuten wird die Zeremonie dauern. In der Ratsstube wird sie stattfinden, weil derzeit die Südfassade des Rathauses saniert wird – die Fenster das „Damenzimmers“, in dem sonst Trauungen (mit maximal 16 Gästen) stattfinden, sind deshalb verhängt. Also keine Extrawurst für den adligen Bräutigam? Im Rathaus bemüht man sich, den Anschein von Normalität zu wahren. „Es ist kein Staatsakt“, betont Schostok, der bei der Trauung auch nicht seine Amtskette tragen wird. Das heißt auch: Kein roter Teppich, kein besonderer Blumenschmuck – „das Rathaus ist Schmuck genug, dafür haben wir schon viel Lob bekommen“.

Das Paar will möglichst wenig Bohei: „Sie sehen das als private Zeremonie, wir respektieren diesen Wunsch natürlich“, sagt Schostok. Das passe auch zum Eindruck, den er von Ernst August junior habe. „Ein ausgesprochen sympathischer, bescheidener junger Mann. Er bekennt sich zu Hannover. Und will am liebsten keinen Wirbel verursachen.“

„Man kann sich mit ihm über alles unterhalten“

Kennengelernt habe er ihn vor etwa sieben Jahren auf einer Veranstaltung „Ich war damals Landtagsabgeordneter. Ich gehe fröhlich auf alle Menschen aus meinem Wahlkreis zu“, erinnert sich Schostok. Der Mann, der offiziell und protokollarisch korrekt mit „Prinz Hannover“ angesprochen wird, habe immer mal wieder seinen Weg gekreuzt. „Man kann sich mit ihm über alles unterhalten – die Geschichte der Welfen, das Schützenfest, Fußball. Auch er hat einen Lieblingsverein.“ Die Adelshochzeit sei auch nicht der Anlass für die Fortbildung zum Standesbeamten gewesen, betont der OB. Es habe häufiger Anfragen gegeben. „Es ist mir eine Freude, Menschen beim Start in die Ehe zu begleiten.“ Die Braut wird er allerdings zum ersten Mal treffen, wenn es ernst wird, die Vorgespräche liefen im Standesamt

Was trägt Schostok zur Hochzeits-Premiere? „Das entscheide ich morgens“, sagt er trocken und verweist auf eine „große Auswahl an Anzügen und Krawatten im Kleiderschrank“.

So läuft die kirchliche Trauung

Das adlige Brautpaar wünscht eine „private Zeremonie“: „Die Hochzeit ist aber auch ein Stadtereignis. Wir werden die Sicherheit der Gäste und Bürger gewährleisten, das ist unsere Verpflichtung als Stadt“, sagt OB Stefan Schostok. Der Fokus der Öffentlichkeit wird sich vermutlich besonders auf die Trauung in der Marktkirche richten, Ex-Landesbischof (30) trifft kurz nach ihm ein. Zehn Blumenmädchen werden das Paar nach der Trauung aus der Kirche begleiten, der Schützenverein „Das Große Freie“ steht Spalier, es gibt Jagdhorn-Fanfaren. Mit der Kutsche fährt das Paar nach Herrenhausen, die Gäste werden in 15 Bussen dorthin gebracht. Zwischen Galeriegebäude und Orangerie wird eine Sperrzone errichtet und abgehängt – hier soll vermutlich auf der Freitreppe das große Familienfoto entstehen.

Nach dem Empfang in Herrenhausen (mit vielen Hannoveranern) wird im kleineren Kreis auf Schloss Marienburg weitergefeiert- unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Feuerwerk soll es nicht geben, es heißt, das Brautpaar will möglichst wenig Pomp.

Von Andrea Tratner

Hannover trammplatz

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