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Verdi

Warnstreik: Mehr als 10.000 in Hannover erwartet

Weit mehr als 10 000 Teilnehmer werden am kommenden Montag zu der zentralen Warnstreik-Kundgebung mit dem Verdi-Bundesvorsitzenden Frank Bsirske in Hannover erwartet. Es droht ein Verkehrschaos.

Hannover. U-Bahnen und Busse fahren nicht, Kitas bleiben zu - die angekündigten Warnstreiks im öffentlichen Dienst werden an diesem Montag in Hannover und anderen Regionen Niedersachsens Pendler und Eltern treffen. Weit mehr als 10 000 Menschen sollen außerdem bei einer zentralen Kundgebung der Gewerkschaft Verdi in Hannover zusammenkommen. Hauptredner auf dem Opernplatz ist der Verdi-Bundesvorsitzende Frank Bsirske. Viel Kritik an den ganztägigen Protestaktionen von Beschäftigten bei Bund und Kommunen kam aus der Politik.

Niedersachsens Verkehrsminister Jörg Bode (FDP) forderte Verdi auf, auf den Warnstreik im Nahverkehr in Hannover zu verzichten. Wegen möglicherweise eisglatter Straßen sei es nicht verantwortlich, die Bürger durch den Warnstreik zu zwingen, wieder auf den eigenen Pkw umzusteigen, sagte Bode am Freitag in Hannover. „Ich hoffe, dass Verdi einlenkt.“ Die Gewerkschaften hätten auch eine Verantwortung gegenüber den Menschen, die sicher zur Arbeit kommen müssten, teilte Bode weiter mit. Auch der hannoversche Oberbürgermeister Stephan Weil (SPD) hält die von der Gewerkschaft organisierten Arbeitsniederlegungen, die teils den ganzen Montag andauern sollen, für überzogen.

Nachdem die Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst bei Bund und Kommunen ergebnislos geblieben waren, hat Verdi ihre Mitglieder in Niedersachsen für Montag zu den Warnstreiks aufgerufen. Die Gewerkschaften fordern ein Plus von insgesamt fünf Prozent. Die Arbeitgeber halten das für zu hoch.

Die Menschen müssen sich nach Angaben von Verdi in fast allen Städten in Niedersachsen auf massive Einschränkungen einstellen. Betroffen sind ab 3.30 Uhr die Müllabfuhr, die Verkehrsbetriebe, die Kindertagesstätten und Krankenhäuser. Auch in Bremen und zahlreichen anderen Bundesländern soll es voraussichtlich Aktionen geben.

In der niedersächsischen Landeshauptstadt sind zum Beginn der neuen Woche auch drei Demonstrationszüge durch die Innenstadt geplant. „Wir sind uns sicher, dass wir die Zehntausendergrenze deutlich sprengen werden“, sagte Harald Memenga, Tarifkoordinator im Verdi-Bezirk Hannover/Leine-Weser am Freitag in Hannover. Er verteidigte die Tarif-Vorstellung der Gewerkschaften.

„Wir glauben, das ist eine Forderung, die in die Zeit passt“, sagte Memenga. Die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes würden im Vergleich zur Privatwirtschaft bei der Einkommensentwicklung in den letzten zehn Jahren deutlich hinterher hinken. „Wir glauben auch, dass die Forderung wirtschaftspolitisch klug ist, denn wir brauchen eine Stärkung der Binnennachfrage.“ Ansonsten drohe ein weiterer Absturz in Deflation und Massenarbeitslosigkeit. Das Argument, es sei kein Geld da, sei nicht neu, kritisierte Memenga. Angesichts der milliardenschweren Rettungspakete für Banken und Unternehmen in den vergangenen Monaten werde die Kritik der kommunalen Arbeitgeber nur für mehr Verärgerung unter den Beschäftigten und für eine noch größere Beteiligung am Warnstreik sorgen.

Nach Ansicht von Hannovers Oberbürgermeister Stephan Weil (SPD) schießen die Warnstreiks „weit über das Ziel hinaus“. Er geht davon aus, dass die Bevölkerung dafür kein Verständnis haben wird. Vor allem Eltern kleiner Kinder seien wegen der Warnstreiks in Kitas betroffen, sagte Weil. Die Tarifforderung ist aus seiner Sicht angesichts der finanziellen Probleme der Städte auch nicht zu stemmen. „Die Kommunen stehen vor einem noch nie dagewesenen Scherbenhaufen.“ lni


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  • 5% = Peanuts für AN aber harte Nuss für AG?! monaco – 07.02.10
    ein AN mit 2 Kindern und Klasse 3 mit beispielsweise 2.500,- brutto zahlt 505,- an die Sozialversicherung und 133,- ans Finanzamt, Netto bleibt da 1861,-. Bei +5% (2625,-) bekommt die Soziversicherung 530,- (+25,-) und das Finanzamt satte 160,- (+27,-), Netto bleiben da für den AN 1934,-, also +73,-, welche ihm mit Sicherheit an anderer Stelle irgendwie wieder weggenommen werden. Die einzigen die von so geringen Lohnerhöhungen etwas haben, sind die Sozialversicherungen und die Finanzämter. Verstehe immer gar nicht, wieso die sich nicht daran beteiligen. Außerdem gehen die Mehrsteuereinnahmen doch wieder an die Kommunen - oder
  • Keine Geduld mehr Tief durchatmen – 06.02.10
    Ich bin selbst verdi-Mitglied und ich schäme mich gerade dermassen für die Warnstreikankündigung bei diesem Wetter und die Kommentare mancher meiner "Mitstreiter". Verdi erleidet seit Jahren einen stetigen Mitgliederrückgang, bei jedem Kontakt mit "meiner" Gewerkschaft werde ich aufgefordert, neue Mitglieder im Betrieb zu akquieren...Damit werde ich am Montag (wieder) anfangen und ich bin mir sicher, das ich damit total viel Erfolg haben werde. Denn eins ist sicher: Dieser Streik trifft wie so häufig die Falschen: Die ArbeitnehmerInnen. Eigentlich ist das so, als ob man seine Mitspieler in der gleichen Mannschaft verprügelt....
  • Streik Klaus – 06.02.10
    Was ist nur los?

    Alle meckern, die Beschäftigten im öffentlichen Dienst haben die Schieflagen in den Haushalten nicht verursacht!

    Hannover hatte offensichtlich genug Geld um sich etliche Neuwagen wegen der Umweltzone zu kaufen! Ständig werden neu Führungsposten in den Ministerien geschaffen. Staatssekretäre (Gott wie überflüssig)Besoldung B3 aufwärts! Aber kein Geld für Streusalz.

    Die beschäftigten zahlen jeden Monat ihren Beitrag für die Gewerkschaft, wenn Montag gestreikt wird, sparen die Dienststellen die Gehälter! Das gleicht den Salzverlust aus!

    Also nicht schimpfen, selber organisieren und sich von den AG nicht alles wegnehmen lassen!

  • Verdi ist schuld... Hannoveraner – 05.02.10
    Ich finde es unverantwortlich von der Verdi bei den Wetterverhältnissen den Nahverkehr zu bestreiken. Wenn am Montag viele Unfälle passieren, dann geht das auf die Rechnung der Verdi. Sowas kann ich nicht gut finden. Die sollen sich was schämen.

    Wegen jedem mist zu streiken. *kopfschüttel* Andere wären froh wenn sie einen Arbeitsplatz hätten oder ihn nicht verlieren würden.
  • @TOBI Sören – 05.02.10
    ES ist richtig das es ein Recht auf Warnstreiks gibt, nuuuuuuuur
    ist dieser Streik und die Forderung wirklich gerechtfertigt oder geht es einigen Leuten nur um "den" Streik per se.
    Das Interview mit Bsirske im Morgenmagazin lies jedenfalls viele Fragen offen, da auch seine Rechtfertigungen sehr dünn waren.
  • streik Manfred – 05.02.10
    Dummer Schwätzer
  • Streik tobi – 05.02.10
    Streiken ist ein Recht für Arbeitnehmer. Und das sollen sie auch ausüben. Meinen Segen haben sie, auch wenn ich persönlich eher drunter leide.
  • Unverantwortlich Falcone – 05.02.10
    Ich finde es unverantwortlich, dass es am kommenden Montag Warnstreiks bei Üstra und Co. gibt. Gerade dieser Tage steigen viele Leute vom Auto auf öffentliche Verkehrsmittel um, weil die Witterungsbedingungen zum Autofahren zum Teil viel zu gefährlich sind (vgl auch den Artikel „Wegen des Winters: Üstra hat 15 Prozent mehr Fahrgäste“) und genau diese Leute schickt Verdi jetzt wieder aufs Eis.
  • 5 % Sören – 05.02.10
    Wissen diese VERDI Nasen eigentlich wie es der Mehrheit der Städte geht, wichtiger aber den meisten Berufstätigen?
    Bei uns würden, wenn VERDI seine Forderung erfüllt bekommt, die Kindi-Gebühren steigen, der Eintritt zum Hallenbad teurer wird, die Büchereipreise steigen etc.
    In wieweit kann VERDI dieses vertreten und die Streikenden?
    Erklärt es mir bitte und kommt nicht mit "Gutes Geld für Gute Arbeit"!
    Oder muss Hr. Bsirske einfach sein üppiges Gehalt rechtfertigen und sein Ego pflegen. Er sollte lieber wieder Freiflüge der LH nutzen und in NZ bleiben so lange er will.
    Ihr VERDI Pfeifen wisst gar nicht wie gut es euch im Vergleich zu den meisten Berufstätigen geht.

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