Tempo 40 auf den Hauptstraßen? In der Region Hannover gibt es solche Überlegungen.
Von Thomas Nagel
Hannover. Das Ziel ist ehrgeizig und teuer: Bis 2020 will die Region den Kohlendioxidausstoß um 40 Prozent reduzieren – im Vergleich zu 1990. Gestern ließen sich Umweltpolitiker der Regionsversammlung den Stand der Dinge in einer Sondersitzung erklären.
Insgesamt sind 62 Projekte angedacht. So heißt es, die Regionsgebäude böten eine Solarfläche, die 700 Megawattstunden leisten könnten. Ferner ist die Rede davon, alle Regionsgebäude einer energetischen Sanierung zu unterziehen. Zwar ist in diesem Bereich im Rahmen des Konjunkturpakets II schon sehr viel geschehen, aber es bleibt noch sehr viel zu tun. Bis 2020 müsste die Region 150 Millionen Euro in die Sanierung der Häuser investieren. Ist das zu schaffen?
„Alle vorgeschlagenen Maßnahmen stehen unter dem Vorbehalt der politischen Zustimmung“, so Regionssprecherin Christina Kreutz. Angesichts des Haushaltsdefizits von 170 Millionen Euro in diesem Jahr scheinen solche Investitionen utopisch.
Beim Klimaschutz schreckt die Region aber auch vor Utopien nicht zurück. Verkehrsplaner Klaus Geschwinder brachte gestern „Tempo 40 im Hauptstraßennetz“ ins Gespräch. Die Region könnte dies als Straßenverkehrsbehörde fürs Umland verfügen. Dazu Umweltdezernent Axel Priebs: „Wir haben ein Hamburger Büro beauftragt, verschiedene Szenarien durchzurechnen.“ Im visionären Bereich stehen auch Tempo 40 und ein weiterer Ausbau des öffentlichen Nahverkehrsnetzes zur Debatte. „Das ist aber kein Szenario, das von uns vorgeschlagen wird, wir wollen nur prüfen, ob solch radikale Maßnahmen überhaupt etwas bringen“, so Priebs. Bei CDU und SPD war man gestern nicht begeistert über die Tempo-40-Idee.
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