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Streikende bei Kita-Demo in Köln

Noch gibt es keine Einigung im Streit um Gesundheitschutz und eine bessere Bezahlung in den kommunalen Kitas. Mit sieben Bussen waren Streikende aus Hannover am Montag zur Großdemo nach Köln gefahren.

Auch sie sprach auf der Kundgebung in Köln: Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen.

© ddp

Verdi hatte Politiker aller Parteien zu Grußworten eingeladen. Fast noch mehr Applaus als sie aber bekam eine junge Mutter aus Hannover. Elternratsvorsitzende Saskia Söder hatte gleich nach Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) und SPD-Parteichef Franz Müntefering das Wort – vor dem Linken-Spitzenmann Gregor Gysi und Grünen-Fraktionschefin Renate Künast.

Söder versicherte, dass die Eltern trotz der großen Streikbelastung Solidarität zeigten. Denn: „Spätestens seit Pisa ist die grundlegende Bedeutung der Kitas bekannt.“ Sie forderte die Arbeitgeber auf, endlich einzulenken: „Das, was man heute in Kinder investiert, zahlt sich morgen aus. Was wir heute sparen, lässt sich nie wieder gut machen.“ Auch von der Leyen stellte sich an die Seite der Streikenden. Die Forderungen der Erzieher seien berechtigt. „Ihre Vergütungsverordnung ist aus dem Jahr 1991 und hat sich seitdem nicht verändert.“ Anforderungen aber seien gestiegen. „Das alles gibt es nicht zum Nulltarif, das alles kostet Geld.“

Dem Verdi-Landeschef Jürgen Hohmann erklärte die Ministerin im persönlichen Gespräch, Geld für bessere Arbeitsbedingungen in kommunalen Kitas sei durchaus vorhanden. Schließlich unterstütze die Bundesregierung den Ausbau der Kinderbetreuung mit Milliarden von Euro – und entlaste so die Kommunen. kig


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  • Georg Weil Kitas sind "systemrelevant" – 17.06.09
    125 Millionen Euro will die Stadt Hannover in diesem Jahr aufwenden, um die Messe-Gesellschaft der Landeshauptstadt zukunftsfähig zu machen. (NDR, 27.4.2009)
    Sicher auch für den Kita-Betrieb wendet die Stadt jährlich Millionenbeträge auf, aber um sie zukunftsfähig zu machen reicht das, was bislang investiert wird, nicht aus. Und Kitas sind kein Wirtschaftsbetrieb, wie die Messe-AG, die eigentlich ohne Zuschüsse arbeiten sollte.
    Wir Kita-Eltern können daher nicht verstehen, dass lokal und überregional Milliardenbeträge für die Aufrechterhaltung sogenannter systemrelevanter Firmen aufgewendet werden, während für den Ausbau der Kitas und ihre Qualitätsverbesserung angeblich kein Geld da sein soll. Kitas sind, soweit dieser Ausdruck dafür übertragbar ist, um einiges mehr systemrelevant als beispielsweise der Ankauf von PKW älteren Bauljahrs mit Abwrackprämien.
    Georg Weil (Kita-Stadtelternrat)

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