Hildesheim. Vor dem Landgericht Hildesheim ist am Mittwoch ein 33-Jähriger wegen Mordes und weiterer Delikte zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Der heroinsüchtige Mann soll zunächst vier Jahre im Gefängnis verbringen und dann in eine Entziehungsanstalt wechseln, wie Landgerichtssprecher Bernd Pingel sagte. Der Verurteilte hatte zugegeben, im Februar 2007 in Sehnde (Region Hannover) unter anderem mit einer Rohrzange auf eine 64-jährige Frau und ihren Mann eingeschlagen zu haben, weil er Geld für Drogen brauchte. Er war mit einer Beute von 180 Euro entkommen, die Frau war gestorben.
Seine Haftstrafe muss der Mann nach Beendigung der Entziehungskur weiter im Gefängnis verbüßen. Die Verteidigung hatte gefordert, den Bremer wegen seiner Drogensucht als vermindert schuldfähig zu betrachten. Diesem Antrag folgten die Richter nicht. Der Verurteilte habe bei der Tat trotz Entzugserscheinungen „planvoll und umsichtig“ gehandelt. So habe er das Haus der 64-Jährigen und ihres Ehemanns bewusst ausgewählt, bei der Tat Einmalhandschuhe getragen, um keine Spuren zu hinterlassen, und sich nach der Tat bewusst langsam vom Grundstück entfernt, um nicht aufzufallen. Die Staatsanwaltschaft hatte lebenslange Haft gefordert.
Den entscheidenden Hinweis zur Ergreifung des Täters hatten die Ermittler im Januar nach der Ausstrahlung der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY...ungelöst“ bekommen. Ein Zeuge hatte sich erinnert, dass ihm der Mann von der Tat erzählt hat. ddp
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