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Demo in Hannover

Schüler und Studenten streiken für bessere Bildung

Mehr als 10 000 Schüler und Studenten sind in zahlreichen niedersächsischen Städten am Mittwoch in den „Bildungsstreik 2009“ getreten. Mit Protestkundgebungen, Sternenmärschen und Demonstrationen unter anderem in Braunschweig, Hannover, Lüneburg, Oldenburg und Göttingen wollten sie auf Bildungs-Missstände aufmerksam machen.

Schüler und Studenten gingen für ihren Protest in Hannover auf die Straße.

© Frank Wilde
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Hannover. Sie forderten die Abschaffung der Studiengebühren, kleinere Klassen und mehr Lehrer. Starken Widerstand gibt es in Niedersachsen zudem gegen das am Dienstag verabschiedete neue Schulgesetz und dem darin verankerten „Turbo-Abi“ auch an Gesamtschulen.

Die niedersächsische Kultusministerin Elisabeth Heister-Neumann (CDU) zeigte am Mittwoch in Hannover Verständnis für die Demonstrationen. „Ob das Investitionen in Bildung ist, ob das mehr Lehrerstellen sind oder mehr Ganztagsschulen - das sind alles Forderungen, die ich absolut nachvollziehen kann. Man sollte aber auch die Realitäten anerkennen, damit es wieder sachlicher wird.“

Die Studenten und Schüler halten während der Protestkundgebungen bunte Plakate in die Höhe, schwenken Fahnen und singen gemeinsam den Bildungsschlachtruf „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Bildung klaut“. Auf der Kundgebung in Hannover kritisieren die Redner zudem das am Dienstag verabschiedete neue Schulgesetz und das darin verankerte „Turbo-Abi“ auch an Gesamtschulen.

„Es ist wichtig, dass die Schüler selbst etwas tun. Man muss sich wehren und nicht alles schweigend hinnehmen“, sagte Annette Borges aus Hannover. Die Deutschlehrerin einer Realschule in Hannover hat ihre Schüler ermutigt, an den Demonstrationen teilzunehmen. „Die Regierung scheint keinen richtigen Plan zu haben. Der Plan ist „sparen““, sagte die 54-Jährige, die sich auch für bessere Bedingungen für die Lehrer einsetzt.

Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) kritisierte die Forderungen. „Die Proteste sind, was die Ziele angeht, zum Teil gestrig“, sagte Schavan im Deutschlandfunk. Wer fordere, die Bachelor- und Masterstudiengänge wieder abzuschaffen, „der nimmt nicht zur Kenntnis, dass Deutschland Teil des europäischen Bildungsraumes ist“. Der Reformprozess sei alternativlos. Schavan räumte jedoch „Schwachstellen“ bei der Umsetzung an den Hochschulen ein. ddp/lni


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  • WO SIND ELTERN UND LEHRKRÄFTE?? Jürgen Uhlig, Hannover – 19.06.09
    Großer Respekt vor den Studenten und Schülern: Seit Jahrzehnten organisieren sie die ersten Bildungsdemos in Deutschland. Aber die Landesregierung interessiert die berechtigten Forderungen nicht! Wann beteiligen sich endlich die mitbetroffenen Eltern und Lehrkräfte?? Zum Beispiel in Form von "Montagsdemos"? Da gab es doch schon einmal großen Erfolg....
  • Bundesweit über 100.000 demonstranten. Ferhat Ataman – 18.06.09
    Es sollte noch erwähnt werden, dass
    Bundesweit über 100.000 Demonstranten auf
    die Strassen gegangen sind.
    Desweiteren war die Demonstration
    Europaweit, und Weltweit beteiligten sich
    auch viele Staaten.
  • Bildung fängt nicht erst in der Schule an Georg W. – 18.06.09
    Bildung fängt nicht erst in der Schule an, sondern beginnt zuallererst zu haus in der Familie. Aber nicht alle Familien sind gleichermaßen gut gerüstet, um die Kinder auf eine erfolgreiche Schul- und Berufslaufbahn vorzubereiten und sie dabei zu unterstützen.
    Deshalb fordert der Kindertagesstätten-Stadtelternrat den gebührenfreien Zugang zu Krippe, Kindergarten und Hort allen Kindern zu ermöglichen.
    Der Bildungserfolg darf nicht an der sozialen Herkunft scheitern.
    In den Kindertagesstätten müssen sehr gut qualifizierte Erzieherinnen und Erzieher mit den Kindern arbeiten, die sich nicht darauf beschränken, den Kindern das Stillesitzen beizubringen, sondern an der natürlichen Entdeckerfreude und Neugier der Kinder anknüpfen und sie dazu anleiten, die Welt zu entdecken und ihre Entdeckungen zu ordnen und anderen mitzuteilen.
    Diese Bildungsarbeitarbeit schon mit den Kleinsten erfordert eine gründliche Ausbildung und eine angemessene Bezahlung. Der Streik der Erzieherinnen und Erzieher in den städtischen Kitas in diesen Wochen zeigt, dass hier ein großer Nachholbedarf besteht. Und dieser Streik der Erzieherinnen und Erzieher steht deshalb in direktem Zusammenhang mit diesem Bildungsstreik der Schülerinnen und Schüler und der Studierenden für mehr Bildungsgerechtigkeit.
    Georg Weil (Kita-Stadtelternrat Hannover)

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