Das seit Juli besetzte Baugrundstück für ein geplantes Tierversuchszentrum des Pharmakonzerns Boehringer Ingelheim in Hannover ist am Mittwoch von der Polizei geräumt worden.
Großeinsatz: Mehr als 300 Polizisten standen bereit.
„Der Charakter einer friedlichen Versammlung“ sei nicht mehr gegeben gewesen, sagte ein Polizeisprecher.
Zum Beginn der Räumungsaktion in einer ehemaligen Kleingartenkolonie am frühen Morgen befanden sich 26 Menschen auf dem Gelände, alle erhielten von der Polizei Platzverweise. Nach der Räumung wurde auf Veranlassung des Konzerns damit begonnen, um das Gelände Bauzäune zu errichten.
Zwei junge Frauen hatten sich zwischenzeitlich in den Boden einbetoniert, sie wurden von einem Spezialtrupp der Bundespolizei nach einiger Zeit befreit. Genauso erging es zwei jungen Männern und einer jungen Frau, die auf dem Dach einer Gartenlaube ausgeharrt hatten. Ein Besetzer, der in die Krone einer Eiche in etwa zehn Meter Höhe geklettert war, musste das Areal ebenfalls verlassen.
Boehringer Ingelheim will auf dem Gelände ein Tierimpfstoff-Zentrum errichten. Tierschützer und Anwohner, darunter eine Bürgerinitiative gegen Massentierversuche in Wohngebieten, sind dagegen. Das Unternehmen hatte bislang die Besetzung des Geländes durch rund 20 Protestanten geduldet. Nun entschied aber die Versammlungsbehörde der Polizei, das Areal zu räumen.
In den vergangenen Tagen habe es „verstärkte Aktivitäten“ der Besetzer gegeben, das Gelände dauerhaft für sich zu vereinnahmen. So seien Fallgruben, Barrikaden und Depots für Steine angelegt worden. Künftig müssen Gegner des geplanten Zentrums mit einer Anzeige wegen Hausfriedensbruch rechnen, sollten sie die aufgestellten Schutzzäune überwinden und das Gelände wieder besetzen.
Unbekannte hatten am 28. Juli auf das Wohnhaus von Hannovers Oberbürgermeister Stephan Weil (SPD) einen Farbanschlag verübt. Am Mittwoch vergangener Woche wurde ein Gebäude der Tierärztlichen Hochschule mit Farbe beschmiert. Beide Taten stehen laut Polizei möglicherweise im Zusammenhang mit den Protesten auf dem Boehringer-Gelände. ddp
Kommentare
Alternaive? Pitten – 15.08.09
Welchen Schaden haben hier denn Alternative verurscht??? Wer hat denn hier mit Kanonen auf Spatzen geschossen??? - Und dann der Kommentar in der NP! "Man muß an die Arbeitsplätze und die Stadtkasse denken!" ...hat der Verstand ausgesetzt? Arbeitsplätze und Steuereinnahmen rechtfertigen alles, oder was? Schönes Wochenende und gute Nacht, NP. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar meldenAufwand 123 – 13.08.09
da sieht man doch deutlich welch Schaden von den Alternaiven verursacht wirdAuf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
Ist Krieg??? Pitten – 12.08.09
Welch ein Aufwand!!! Mehrere Hundertschaften für 33 "Besetzer"?! Fehlte nur noch eine Panzerdivision und die Luftwaffe!!! Die Polizeiführung leidet wohl noch immer am Nordstadt-Trauma. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar meldenKommentar schreiben