Blick auf den Balkon der vermüllten Wohnung: Dort lag eine tote Katze.
Bei mehreren angemeldeten Besuchen hätten die Mitarbeiter stets ordentliche Wohnverhältnisse bei der bereits auffälligen Familie vorgefunden, teilte die Behörde am Freitag mit. Deshalb hätte es zunächst keinen Grund gegeben, die Kinder aus der Familie zu holen. Allerdings räumte die Behörde ein, dass nach mangelnder Zusammenarbeit der psychisch kranken Mutter die Betreuung hätte erhöht werden müssen.
Unabhängige Gutachter hätten 2008 und 2009 die Erziehungsfähigkeit der Mutter bestätigt. Das habe dafür gesprochen, die Kinder der Familie nicht zu entziehen, meinte das Jugendamt. Allerdings hätten Beamte bereits am 5. April die Wohnung verwahrlost und einige Kinder verdreckt vorgefunden. Im Zusammenhang mit der Familie seien seit Februar 28 Vorfälle bei der Polizei gemeldet. Die Mutter befinde sich inzwischen in der geschlossenen Abteilung einer psychiatrischen Klinik.
Ihre Kinder im Alter zwischen einem und 17 Jahren waren von der Polizei am Mittwoch aus der vermüllten Wohnung gerettet worden, nachdem die 39-Jährige sich mit zwei von ihnen in einem Zimmer verbarrikadiert und mit Selbstmord gedroht hatte. lni