Kann ihr Gück noch gar nicht fassen: Lena Meyer-Landrut aus Hannover
Sie setzte sich am Freitagabend im Finale der Castingshow „Unser Star für Oslo“ gegen Jennifer Braun aus Hessen durch. „Ich bin so überwältigt, die Freude kommt glaube ich so richtig in den nächsten Tagen“, sagte sie danach.
Rund 4,5 Millionen Zuschauer sahen sich den Abschluss der Castingshow-Reihe bei der ARD an. Mit einem Marktanteil von 14,6 Prozent reichte es nur für den 3. Platz nach dem ZDF-Krimi (18,7 Prozent) und einem RTL-Quiz ( 16,5 Prozent). Doch begeisterten sich viele junge Leute für die Show: bei den 14- bis 49-Jährigen lag der Marktanteil bei 20,3, bei den 14- bis 29-Jährigen bei 22,7 Prozent.
Gelockt wurden sie von der unbeschwert schlagfertigen Lena, die von der ersten Show an als Favoritin galt. Ihre Fanseite beim Online- Netzwerk Facebook hatte am Tag vor dem Finale schon 13 000 Fans; am Samstagvormittag waren es bereits 20 000. Sie stimmten wahre Lobgesänge an: „Rock on!“, “Ä...Ü ganz egal, welchen Platz du landest du BIST die Nummer 1“, „Deutschland hat seine allerbeste Entscheidung dieses Jahrhunderts gefällt“. Auch Hannovers Oberbürgermeister Stephan Weil (SPD) freute sich über die „tolle Sympathieträgerin“ und lud sie und ihre Freunde für Dienstag ins Rathaus ein.
„Wir können mit Freude in Oslo die deutsche Fahne hochhalten“, begeisterte sich Showinitiator, Talententdecker und Jurypräsident Stefan Raab. Von der Jury des Finales hatte es fast nur Lob für Lena gegeben: „Irgendwie ganz speziell“, fand Xavier Naidoo. Und Silbermond-Frontfrau Stefanie Kloß meinte nach dem Song „Satellite“ begeistert: „Du hast die Geschichte erzählt.“
Vor allem ihre Musikauswahl abseits des Mainstream beeindruckte die Juroren. Ihr Wettbewerbssong, den die Zuschauer ebenfalls auswählten, passte da hervorragend: In dem ungewöhnlichen Lied mit Anteilen von Sprechgesang erzählt Lena die Geschichte in ihrer typisch-schauspielerischen Gesangsweise - und erinnert damit an britische Sängerinnen wie Lily Allen, Kate Nash oder Adele, von denen sie in der Qualifikation Lieder gesungen hat. Ihre Konkurrentin Jennifer Braun konnte da letztendlich nicht mithalten. „Jenny hätte es echt verdient“, sagte traurig einer der 900 Fans, die in Jennifers Heimatstadt Eltville eine „Final-Voting-Party“ feierten.
Das Finale in der ARD war die achte Show in der gemeinsamen Castingreihe mit ProSieben, die Anfang Februar begonnen hatte. Aus zunächst 20 Kandidaten wurden über sechs Wochen hinweg Lena und Jennifer ausgewählt. Insgesamt hatten sich mehr als 4500 Menschen für das Casting beworben.
Es war das erste Mal, dass sich die verantwortliche öffentlich- rechtliche ARD für die Grand-Prix-Qualifikation einen Privatsender als Partner mit ins Boot holte - und voll auf das Konzept des ProSieben-Moderators Raab setzte. Der hat Erfahrung mit dem Eurovision Song Contest: Im Jahr 2000 holte er selbst mit „Wadde hadde dudde da“ den fünften Platz, außerdem war er als Komponist von Guildo Horn und mit seinem „TV total“-Castinggewinner Max Mutzke erfolgreich.
Viele Kritiker lobten die Show, weil sie nicht in das bei Castings häufig zu beobachtende „Erniedrigungs-TV“ ausartete, bei dem die Teilnehmer vorgeführt werden. Andere bemängelten jedoch den Raabschen „Streichelzoo“, in dem die Jurys allzu kritiklos mit den Sängern umgingen und fast nur Lob verteilten.
Die Sender zeigten sich zufrieden, auch wenn die Quote nicht immer den Erwartungen entsprach. „Die Zusammenarbeit aller Partner war professionell, fair und unkompliziert“, sagte NDR-Intendant Lutz Marmor am Samstag. „Insbesondere bei den Jüngeren können wir einen beachtlichen Erfolg verzeichnen. Das Experiment hat sich gelohnt.“ ProSiebenSat.1-TV-Vorstand Andreas Bartl dankte Raab und der ARD „für diese einzigartige und durchweg gute Zusammenarbeit“.
Die Zuschauerzahlen lagen zwischen knapp zwei und knapp drei Millionen - nach den ARD-Vorentscheiden der vergangenen Jahre viel zu wenig. ProSieben konnte dagegen mit 13,4 Prozent Marktanteil beim werberelevanten Publikum der 14- bis 49-Jährigen in den sechs ProSieben-Shows den Senderschnitt deutlich überbieten.
Doch auch wenn die Showreihe kein Straßenfeger war, dürfte Lena eine Menge Fans in Deutschland erreichen. Denn die Popwellen der ARD werden „Satellite“ bis zum internationalen Finale etliche Male ausstrahlen. Anders als 2009, als eine Jury hinter verschlossenen Türen das Duo Alex Swings Oscar Sings mit „Miss Kiss Kiss Bang“ wählte und weder die deutschen Fans noch die internationale Grand- Prix-Gemeinde damit begeistern konnte - Ergebnis: 20. Platz.
Lenas Fan-Seite bei Facebook
"Unser Lied für Oslo" im Internet
Süß, sexy, schlagfertig - Lena Meyer-Landrut setzt auf Kleinmädchen-Charme. Ihrem Entdecker Stefan Raab, Jury- Präsident der Castingsendung „Unser Star für Oslo“, hatte es die 18- jährige Hannoveranerin schon lange angetan. „Du bist ein Chamäleon, eine Gazelle, eine Nachtigall, ein Wolpertinger (Mischwesen)“, schwärmte er. Zwischen Schule, Schreibtisch und Show pendelte die Schülerin in den vergangenen Wochen, sie steckt mitten im Abitur- Endspurt. Schon im April wollte sie eigentlich ihr Abi machen - ob dafür nun noch wirklich Zeit bleibt?
In der sechs Wochen langen Auswahlprozedur für den Eurovision Song Contest (ESC) galt die Jungmusikerin mit ihrer außergewöhnlichen Liedauswahl von Beginn an als Favoritin. Sie sang „My Same“ von Adele, „Foundations“ und „Mouthwash“ von Kate Nash oder „The Lovecats“ von The Cure. Wird Lena nach der ihrer Meinung nach größten Musiklegende gefragt, antwortet sie mit Falco (1957-1998). Ihre musikalischen Vorbilder sind Musiker wie Clueso, Adele, Kate Nash, Vanessa Carlton und die deutsche Band Wir sind Helden. Den englischen Sänger und Pianisten Jamie Cullum und den US-Sänger Kanye West würde sie gerne mal treffen. Was nicht in ihrem CD-Spieler landen würde? „Aprés-Ski-Musik“.
Im Online-Netzwerk Facebook wuchs Lenas Fan-Gemeine rasant an:
Mehr als 16 000 Anhänger hatte sie dort am Abend der Entscheidung. Ein bisschen Nora Tschirner, ein bisschen Björk und ein bisschen Joe Cocker erkannte Entertainerin Barbara Schöneberger, als sie in der Jury saß, in Lena - und fand das „spitze“. Sich selbst beschreibt Lena, der für Gesangsunterricht das Geld fehlte, als einen Menschen, der versucht, bei trister Stimmung den Menschen ein bisschen Freude zu bringen. „Und jetzt so vielen Menschen Freude zu bringen, vielleicht eine Minute, ist doch gut“, sagte sie im Halbfinale.
Wie ihre gleichaltrige Konkurrentin Jennifer Braun gehörte Lena zu den „Showküken“, die - wie Raab es nannte - schüchtern und ohne viel Erfahrung an den Start gingen. Die große Bühne war ihr bis zum Oslo- Casting fremd, sie ging jahrelang zum Ballett, Jazz- und Showdance und wirkte als Komparsin in TV-Serien mit. Wäre der Traum vom ESC- Finale geplatzt, hätte Lena dennoch eine Karriere im Musikbereich angestrebt. „Sonst im kreativen Bereich in Richtung Schauspiel oder Kunst“, sagte sie. Mit dem Oslo-Ticket in der Tasche wollte sie am Tag nach ihrem bislang wichtigsten Auftritt zunächst erst einmal nur eines: „Schlafen!“ dpa
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Kommentare
Lena beim Grand - Prix schorse – 15.03.10
Glückwunsch für die junge Frau ausHannover aber ob sie mehr Erfolg
hat als die anderen Vertreter beim
Grand - Prix muss sich noch zeigen.
Die Leute wollen Show sehen und da
reicht es nicht nur eine gute Stimme
zu haben. Mein Vorschlag :
" Rihanna " zum Grand-Prix die hat
über einige Jahre Erfolg doch leider
ist sie keine Deutsche ...
Aber wollen wir Lena die Daumen
drücken , denn sie hat den Vorteil
das sie jung ist und Charme hat .
Lena Großer Fan – 13.03.10
Super!Ich war noch nie so begeistert...Tolle Leistung von Lena!Viel Glück in OsloNatürlichkeit kommt an! Kirchhorsterin – 13.03.10
Höchster Respekt... Roderbruch...Lena, du hast Hoffnung für alle gegeben. Nicht selbstkontrolliert, nicht gekünzelt, nicht falsch oder elitäres Gehabe haben gesiegt.
Eine Ohrfeige an DIE, die den Roderbruch gering schätzen.
Bleib auf Deinen Weg!!!!
Yes we can!!!! OSLO!!!!!
USFO Caro91 – 13.03.10
Cooool Lena! Du hast es geschafft! Wir sind stolz auf Dich!!!!Lena Bothfelder – 13.03.10
War "Live" in der IGS Roderbruch dabei, als Lena gewonnen hat. Eine tolle Stimmung mit lautstarkem Zieleinlauf! Viel Glück in Oslo!LENA Jenny – 12.03.10
Das war spitze, Lena !!! Voll fett !! Alles Gute für Oslo.. Hannover lebt.. 96 -hoffentlich auch in Frankfurt.Unsere Lena für Oslo Helmut Kurt – 12.03.10
Li-La-Laune Lena für Oslo -jedes der 3 Lieder hätte sie singen können, alle waren für Lena geschrieben.
Auch mein Dream Team Partner für Lena Cyril Krueger war zur rechten Zeit am richtigen Ort. Weiter so.
Bravo Lena! Jens Böning – 12.03.10
Tolle Leistung, Lena!Hannover kann wirklich stolz auf Sie sein!
Egal, wie´s dann in Oslo ausgeht.
Ich hab´s mir gerade live auf der ARD angesehen.
Hier hat wirklich die Beste gewonnen.
Herzlichen Glückwunsch belavue-fotografie – 12.03.10
Da kann man nur gratulieren!Nun gibt es auch einen Grund ESC zu schauen!
Sensationell... man freut sich einfach mit Ihr!
Die Zuschauer haben eine gute Wahl getroffen und wir hoffen, dass Lena mit eigenen Songs Ihre Fans begeistern wird!
Hut ab...
Juhu nickki – 12.03.10
Das ist wenigstens kein Mainstream. Mal was anderes. Und ich finde es gut. ;)YES! Patrick – 12.03.10
Yes! Lena hats geschafft. Großartig!