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Winternothilfe

Hannover hilft frierenden Obdachlosen

Zum Schutz der Obdachlosen vor dem Kältetod hat die Stadt Hannover im zweiten Jahr eine Winternothilfe gestartet. Bereits seit Oktober machen Sozialarbeiter Rundgänge durch die Innenstadt, um warme Decken und Schlafsäcke zu verteilen und medizinische Hilfe anzubieten.

Hannover. Ein "Kältebus" gibt an drei zentralen Plätzen heiße Getränke und Suppe aus. Hintergrund ist die Erfahrung, dass viele Hilfsbedürftigen nicht aus eigener Initiative Tagestreffs oder Notschlafplätze aufsuchen. "Der Überlebenskampf auf der Straße bekommt im Winter eine besondere Dramatik", sagte Gottfried Schöne, Beratungsstellenleiter vom Diakonischen Werk in Hannover. Für das bis Mitte März laufende Winternotprogramm stellt die Landeshauptstadt 25 000 Euro zur Verfügung. Etwa 250 Frauen und Männer leben in Hannover im Jahresdurchschnitt auf der Straße, viele haben erhebliche gesundheitliche Probleme. Zunehmend stranden hier Arbeitssuchende aus Osteuropa, die oft als Touristen einreisen und weder krankenversichert sind noch Anspruch auf staatliche Sozialleistungen haben. "Es gibt einige Leute, zu denen es schwierig ist, Kontakt aufzunehmen", berichtete Sozialarbeiterin Christiane Schmid.

Jedoch gelinge es in vielen Fällen, durch die ständigen Kontakte Vertrauen aufzubauen. Zur Winternothilfe gehört auch, dass die städtischen Verkehrsbetriebe bei Minusgraden in der Nacht einige U-Bahn-Stationen geöffnet lassen. Wohnungslose dürfen sich bei eisiger Kälte auch im Hauptbahnhof aufhalten. Anfang 2010 war in Hannover ein Obdachloser in einem Park gestorben. Zwar war er nicht erfroren, sondern starb an einem Herzinfarkt, wie sich später herausstellte. "Wir wollen verhindern, dass Menschen unbekannt auf der Straße erfrieren", betonte Beratungsstellenleiter Schöne. Deshalb hat die Stadt auch eine Winternotfallnummer eingerichtet. Den Hinweisen auf möglicherweise hilfebedürftige Menschen auf der Straße gehen die Sozialarbeiter nach. Andere Städte in Niedersachsen haben bisher kein spezielles Winternotprogramm eingerichtet, wie eine dpa-Umfrage ergab. In Braunschweig, Göttingen Lüneburg und Hildesheim reichen die bestehenden Angebote nach Angaben der Kommunen aus. dpa


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