Frankfurt (Oder)/Berlin. Sie sollen 90 Millionen unversteuerte Zigaretten geschmuggelt und gehandelt haben, der Schaden liegt bei 15 Millionen Euro. In Berlin und Brandenburg ist eine Gruppe von mutmaßlichen und zum Teil auch schon verurteilten Zigarettenschmugglern und Händlern zerschlagen worden. Es war nach Behördenangaben eines der größten Zigarettenermittlungsverfahren der vergangenen Jahre in Berlin und Brandenburg. Nach vierjähriger Arbeit konnte das Treiben der Bande nun beendet werden, wie am Mittwoch die Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) und das Zollfahndungsamt Berlin- Brandenburg mitteilten.
Bei der jüngsten Aktion am vergangenen Donnerstag durchsuchten rund 120 Zollfahnder und Bundespolizisten insgesamt knapp 30 Wohnungen in Frankfurt (Oder), Hannover und Umgebung sowie in Polen. Der mutmaßliche Kopf der Organisation, laut Behörden ein 52-Jähriger mit Wohnsitz Hannover, befindet sich derzeit auf der Flucht im Ausland. Bei den Razzien wurden Zigaretten, Feinschnitttabak für die Produktion von Zigaretten und zwei Schusswaffen sichergestellt. Außerdem wurden Stempel und anderes Material für die Fälschung von Pässen beschlagnahmt.
Die Ermittlungsarbeit rund um den Schmuggel großer Mengen unverzollter und unversteuerter Zigaretten begann den Angaben zufolge vor vier Jahren unter der Leitung der Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Organisierte Kriminalität in Frankfurt (Oder). Zwei Gruppen konnten in den vergangenen zwei Jahren bereits zerschlagen werden. Einige Täter wurden zu Haftstrafen zwischen drei und fünf Jahren verurteilt. An dem Schmuggel war auch ein Brandenburger Polizist beteiligt, gegen den eine Haftstrafe von einem Jahr und drei Monaten ausgesprochen wurde. Er wurde aus dem Dienst entlassen.
Die Durchsuchungen vom Donnerstag galten den Angaben zufolge dem 52 Jahre alten Hauptbeschuldigten, der im Raum Hannover aktiv sein soll. Er war bereits in Frankreich verurteilt worden und wird mit einem Haftbefehl europaweit gesucht. Bei einer Verurteilung müsse er mit einer Haftstrafe von bis zu zehn Jahren rechnen, hieß es. Um die Ermittlungen nicht zu gefährden, sei erst jetzt informiert worden. dpa
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