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Kommunalfinanzen

Gewerbesteuer-Einnahmen in Hannover steigen

In Hannover und etlichen weiteren niedersächsischen Städten steigen die Einnahmen aus Gewerbesteuer im Vergleich zum Vorjahr an. Entwarnung wollen die Kämmerer aber noch nicht geben.
Die Stadt Hannover erwartet in diesem Jahr Gewerbesteuer-Einnahmen von 487 Millionen Euro.

Die Stadt Hannover erwartet in diesem Jahr Gewerbesteuer-Einnahmen von 487 Millionen Euro.

© Madsack

HANNOVER. Die Stadt Hannover erwartet für dieses Jahr Einnahmen in Höhe von 487 Millionen Euro. Das wäre ein Plus von 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr, erreicht würde ungefähr das Niveau wie vor der Krise. „Wir stehen offensichtlich sehr gut da“, sagte Stadtsprecher Andreas Möser. Der Grund liege an dem sehr guten Wirtschaftsstandort Hannover, vor allem hätten die Versicherungsunternehmen zu dem sehr guten Ergebnis beigetragen, betonte Möser. Die Einnahmesituation bleibe aber wackelig: So geht die Stadt Hannover von einem Rekorddefizit in Höhe von rund 100 Millionen Euro in diesem Jahr aus.

Auch in Göttingen erwartet die Stadtverwaltung ein leichtes Plus bei den Gewerbesteuer-Einnahmen im Vergleich zum Vorjahr. „Wir rechnen mit einer Steigerung von etwa zehn Prozent“, sagte Sprecher Detlef Johannson. Die Stadt Braunschweig hatte mit Einnahmen in Höhe von 102 Millionen Euro für dieses Jahr gerechnet. Nach neuesten Prognosen erwartet die Verwaltung nun sogar 122 Millionen Euro im Stadtsäckel. Das wäre eine Steigerung von 38 Prozent gegenüber 2009.

In Hildesheim sieht es dagegen düster aus: „Die Aussichten sind leider nicht so rosig, ganz im Gegenteil“, sagte Stadtsprecher Horst Richter. Hildesheim erwartet in diesem Jahr Einnahmen von 17 Millionen Euro. Mit diesem Wert liegt die Stadt noch unter den Einnahmen aus dem Krisenjahr 2008, als immerhin noch 24 Millionen Euro in die Stadtkasse flossen. Im Boomjahr 2005 waren es sogar 46 Millionen Euro. Das liege an der Monostruktur in der Stadt, erklärte Richter. Ein wichtiger Grund seien die Einbrüche in der Automobilzuliefererbranche.

„Die Stadt Delmenhorst nimmt erfreut zur Kenntnis, dass der prognostizierte Fehlbetrag des Jahres 2010 in Höhe von 8,1 Millionen Euro um mehr als vier Millionen Euro reduziert werden kann“, sagte Stadtsprecher Timo Frers. Das sei vergleichbar mit Hannover. Gründe hierfür seien die von Oberbürgermeister Patrick de La Lanne (SPD) vorangetriebene „maßvolle Sparpolitik“, ein anhaltend niedriges Zinsniveau sowie Mehreinnahmen beim Finanzausgleich und dem Anteil an der Einkommensteuer.

In Lüneburg ist die Lage weniger rosig. „Jede Stadt hat ihre Besonderheiten. Anders als in Hannover ist unsere Wirtschaftsstruktur eher mittelständisch, kleinteilig geprägt“, erklärte Oberbürgermeister Ulrich Mädge (SPD). „Da geht die wirtschaftliche Erholung nicht so schnell wie bei den großen Versicherungen und Konzernen, wie sie zum Beispiel in Hannover ansässig sind. Wir gehen davon aus, dass wir in Lüneburg frühestens 2013 wieder bei den Gewerbesteuereinnahmen von 2008 ankommen werden.“

Auch die Kreise haben bislang keine deutlichen Verbesserungen vermeldet. Im Landkreis Uelzen etwa sei die Steuerkraft gar um zwei Prozent gesunken, berichtete Kämmerer Norbert Gugel. Sie liege im Moment bei 48 Millionen Euro, im Jahr zuvor waren es noch 900 000 Euro mehr. Die Einnahmen aus der Gewerbesteuer blieben unverändert. (dpa)


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