Anhörung der Boehringer-Gegner vor Gericht.
Hannover. Die drei Männer und zwei Frauen sind vor dem Amtsgericht Hannover angeklagt, das Gelände der Firma nach der Räumung durch die Polizei im vergangenen Jahr wieder besetzt und damit Hausfriedensbruch begangen zu haben.
Die Angeklagten und ihre Rechtsbeistände forderten in ihren insgesamt stundenlangen Plädoyers einen Freispruch - und zudem die Auflösung des Gerichtes und die Abschaffung der Justiz im Land. Die Staatsanwältin hielt in ihrer Begründung dagegen, die Angeklagten im Alter von 20 bis 27 Jahren hätten sich unerlaubt Zutritt auf dem eingezäunten Grundstück verschafft und dadurch Hausfriedensbruchs begangen. Zudem wertete sie es als strafverschärfend, dass die Angeklagten während des Prozesses keinerlei Schuldeinsicht gezeigt hätten.
Das Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim will auf dem Gelände bis 2011 ein europäisches Zentrum für die Erforschung und Entwicklung von Schweineimpfstoffen errichten. Bis zu 35 Millionen Euro sollen investiert werden, etwa 50 wissenschaftliche Mitarbeiter sollen im neuen Zentrum arbeiten. Gegen das Projekt gab es zahlreichen Widerstand von Tierversuchsgegnern und Anwohnern, die sich in der „Bürgerinitiative gegen Massentierversuche in Wohngebieten“ zusammenschlossen haben. Anfang August hatte die Initiative eine Klage gegen die Genehmigung des Projekts durch das Gewerbeamt eingelegt, Boehringer will den Bau dennoch fortsetzen.
dpa
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