Zwei Models mit Punkfrisuren posieren in der Show "Semele Walk".
HANNOVER. Die schrillen und ausgefallenen Kostüme zur Musik von Georg Friedrich Händel hat die britische Mode-Ikone Vivienne Westwood eigens für diese Show entworfen. Models mit weiß geschminkten Gesichtern und hoch toupierten Haaren präsentierten die glitzernden Kreationen. Ein weißer Teppich als Laufsteg und Bühne reichte als Kulisse für die barocke italienische Oper in der altehrwürdigen Galerie Herrenhausen.
Exzentrische Kombinationen verschiedener Modestile - dafür ist Westwood berühmt: kurze Kleider, lange Schleppen, viel gold- und silberfarbener Stoff, glitzernder Tüll, Ringelstrümpfe und Federn in den Punk-Frisuren. Dazu passt Barock, ein Gefühl zwischen Lebenslust und Todesangst in einer Zeit großer Umwälzungen.
Genauso wie die Kostüme und die Musik begeisterten Sopranistin Aleksandra Zamojska und Countertenor Armin Gramer als Semele und Jupiter - das Publikum spendete tosenden Applaus und gab Standing Ovations. Westwood selbst hatte ihre Teilnahme am Festival abgesagt. Mit ihren Arbeiten nimmt die exzentrische Stardesignerin Bezug auf das Festivalmotto "Entfesselte Welten", das sich an die Globalisierungs-Analyse des britischen Soziologen Anthony Giddens anlehnt.
Angesichts der Katastrophe in Japan und der Unruhen im Nahen Osten und Nordafrika habe das Thema an Aktualität gewonnen, sagte Intendantin Elisabeth Schweeger, unter deren Leitung die neu konzipierten Kunstfestspiele zum zweiten Mal stattfinden. Sie bieten bis zum 19. Juni ein hochkarätiges Programm mit 30 Veranstaltungen von Künstlern aus 17 Ländern. (dpa)
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