Die Boehringer-Baustelle in Kirchrode.
Von Vera König
HANNOVER. Einen sehr höflichen Brief von „Boehringer Ingelsheim“ haben Dutzende von Kirchröder Bürgern in ihrem Postkasten gefunden. Der Pharmakonzern, dessen richtiger Firmensitz Ingelheim ist, bittet darin angeblich um Unterstützung.
In dem geplanten Zentrum für Tierimpfstoffe – so heißt es – sollten nicht nur Testreihen an Schweinen, sondern auch an Kleintieren und Pferden laufen. Man bitte deshalb die Anwohner, Boehringer Hunde, Katzen, Kaninchen und Meerschweinchen zur Verfügung zu stellen.
Die Kosten für die Untersuchungen werde Boehringer tragen, steht in dem Brief. „Zudem entlasten wir Sie mit einer Aufwandsentschädigung“. Für weitere Informationen wird um Telefonkontakt oder Besuch am Montag gebeten.
„Die Briefe sind gefälscht“, stellt Boehringer-Sprecherin Heidrun Thoma dazu fest. Sie enthielten außer einem falschen Firmenlogo und einem falsch geschriebenen Firmennamen „eine Aneinanderreihung falscher Tatsachenbehauptungen“. Nach wie vor sei ausschließlich ein Forschungszentrum für Schweine- und Rinderimpfstoffe geplant.
Die Tiere dafür stammten nur aus anerkannten Versuchstierzuchten. Die Behauptung, dass Boehringer Ingelheim Privatpersonen zur Abgabe ihrer Haustiere für Versuchszwecke auffordert, sei absurd.
Wegen der gefälschten Wurfsendung ermittelt die Polizei. Auch die Staatsanwaltschaft ist eingeschaltet. Kenner vermuten radikale Tierschützer als Urheber der Briefe. Im Kampf gegen das Forschungszentrum für Schweine- und Rinderimpfstoffe am Bünteweg hatte es im Vorjahr eine wochenlange Besetzung des Geländes, Farbschmierereien (auch am Haus von Oberbürgermeister Stephan Weil), ja sogar Schüsse mit Metallkugeln aufs Rathaus gegeben.
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Kommentare
Allgemein Nachdenklich... – 22.03.10
Hallo Leutz? Merkt ihr es noch? Mit einer Aktion wie dieser auf ein Unrecht aufmerksam zu machen mag zwar eine Anzeige nach sich ziehen, doch glaube ich, das der Aufruf seine Haustiere zur Verfügung zu stellen eher polemisch/spaßig gemeint war. wieso sollen diese Menschen denn jetzt wie im Comment Radikal sein und verknastet werden? Wo schaden die denn konkret dieser Gesellschaft?Ich finde Tierversuche schlecht. Es scheint doch so, das der Pharmakonzern Medikamente erforschen will, um noch mehr Tiere in einer Massentierhaltung in einem Stall halten zu können ohne das die an Krankheiten eingehen. noch mehr tiere? noch enger eingestellt? ist das denn nicht ein Missstand in einer gesellschaft? Menschen quälen Tiere nur um billigsten Döner zu bekommen? Und in analogie zu diesen Briefen zu argumentieren: wollen wir dann nicht Waldi und Mietzi auch aufessen? wo ist der Unterschied?
Woher das Geld kommt... Ego – 22.03.10
Das Geld kommt vermutlich von PETA.Die Fundamentalisten sind sich für nichts zu schade.
Boehringer Ichfassesnicht – 21.03.10
Warum sich Boehringer aufregt?Ganz einfach: Weill es unglaublich viele Idioen gibt, die diesen Schwachsinn glauben (trotz Tippfehler im Firmennamen und gefälschtem Logo) und weil in dem Brief Namen und Telefonnummern von Boehringer Mitarbeitern veröffentlicht wurden, die jetzt inklusive ihrer Familien aufgrund eines ge-fakten Briefs bedroht und belästigt werden.
Ist das nicht Grund genug? Wie simpel sind mansche Menschen gestrickt, dass sie nicht kapieren wie sie hier von ein paar Spinnern ver.....t werden?
Neubau Clearwater City – 21.03.10
Es wäre sehr aufschlußreich zu wissen, wo das Geld für die Aktion herkommt, wer die wahren Auftraggeber sind und was diese sonst noch so für `Streiche` spielen.@Schweinepriester Nemesis – 20.03.10
Zum Glück haben Polizei, Richter und Staatsanwälte nicht eine so krude und granzdebile Sichtweise auf diese Dinge wie unser "Schweinepriester".Verknackt diese Typen zünftig.
Radikale -gleich welcher Couleur- schaden jeder Gesellschaft.
Boehringer Schweinepriester – 20.03.10
Weshalb regt sich Boehringer auf?Firmenlogo und Name stimmt doch-laut
Presse-nicht mit dem Orginal überein."Getroffene Hunde bellen"
.... non olet – 20.03.10
Wie finanzieren diese "Tierschützer" eigentlich solche Aktionen?