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NP-Interview

Eva Luise Köhler: "Ich liebe Chorgesang wirklich sehr"

KOMMT ZUM KONZERT IN DIE MARKTKIRCHE: Eva Luise Köhler.

© Surrey

 

VON VERENA KOLL

 

Stimmt es eigentlich, dass Sie im Gegensatz zum Bundespräsidenten eine gewisse Freiheit in der Auswahl Ihrer Termine haben?

 

Bedingt dadurch, dass ich ja kein Staatsamt innehabe, das feststehende Pflichten mit sich bringt – ja.

 

Auch in Bezug auf den Termin in Hannover? Immerhin ist es das Konzert des Bundespräsidenten, das Sie bei uns in der Marktkirche besuchen.

 

Natürlich habe ich auch da eine Wahl. Zu dem Termin komme ich gern.

 

Warum?

 

Ich freue mich zum Beispiel auf die Mozart-Messe in c-Moll, die habe ich im Chor auch schon einmal selbst mitgesungen. Sehr gespannt bin ich außerdem auf das Werk des Komponisten Peretti.

 

Die biblische Szene hat er extra für Sie geschrieben.

 

Eine Uraufführung, stimmt. Und zeitgenössische Musik finde ich immer sehr reizvoll.

 

Der Mädchenchor singt Perettis Stück. Ist das ein besonderer Anreiz für Sie?

 

Ich liebe Chorgesang wirklich sehr, aber nicht nur den von Mädchenchören. Knaben- und Erwachsenenchören höre ich auch gern zu.

 

Sie haben es eben schon angedeutet – Sie singen selbst.

 

Dafür nehme ich mir Zeit, das möchte ich mir unbedingt erhalten. Denn die Gemeinschaft mit den anderen beim Singen schätze ich sehr.

 

Wie sehr schätzen Sie, dass Sie als First Lady der Republik zur obersten Schirmherrin geworden sind und dadurch vielen Menschen helfen können?

 

Die Tatsache, dass ich die Frau des Bundespräsidenten bin, verschafft mir die Möglichkeit, bestimmten Themen zu mehr Aufmerksamkeit zu verhelfen. Es ist schön, wenn ich auf diese Weise helfen kann.

 

In Hannover zum Beispiel der Initiative ‚Eine Chance für Kinder’. Was halten Sie von deren Familienhebammen?

 

Das Thema ist ein sehr wichtiges: In Deutschland sollen derzeit acht bis zwölf Prozent aller Neugeborenen von Vernachlässigung bedroht sein. Das sind 70.000 bis 100.000 Kinder oder plakativer ausgedrückt: eine mittlere Großstadt. Und das können wir uns nicht leisten! Um dieses Problem zu bewältigen, hilft ‚Eine Chance für Kinder’ frühzeitig. Die Familienhebammen unterstützen Frauen von Beginn an. Sie zeigen ihnen zum Beispiel, wie sie reagieren können, wenn sie sich überfordert fühlen und nicht weiter wissen. Das halte ich für den richtigen Ansatz. Und der Erfolg der Stiftung reicht inzwischen sogar über Niedersachsen hinaus. Eine gute Idee, die auch dazu beiträgt, dass ich mich auf das Konzert in Hannover freue.


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