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Jugendamt

Eltern stinkt der Weg zum Ihme-Zentrum

Das Ihme-Zentrum verfällt weiter – doch das Jugendamt bleibt in dem Komplex. Eine Zumutung für Mütter und Mitarbeiter.
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Da bekommt man Angst: Dunkler Gang ihm Ihme-Zentrum

© Kunzfeld

Es ist die große Bauruine der Stadt: das Ihme-Zentrum. Nichts bewegt sich dort, seitdem der Investor Carlyle vor Monaten Insolvenz angemeldet hat. Frühestens für Sommer 2011 rechnet die Insolvenzverwaltung mit einem rettenden Konzept. Und mitten in dieser Beton-Ruine sitzt das Jugendamt der Stadt Hannover.

Müssen Schwangere, Mütter oder Paare etwa Sorgerechtsangelegenheiten klären, führt sie ihr Weg durch eine Ruine zum Jugendamt im Ihme-Zentrum. Eltern haben keine Wahl, sie müssen vorbei an Absperrgittern und durch dunkle Gänge und Treppenhäuser, in denen es nach Urin riecht. Seit 2001 sitzt der Fachbereich in Linden. „Die Stadt wollte damit ein Zeichen setzen“, erklärt Sprecherin Konstanze Kalmus. Man habe ans Ihme-Zentrum geglaubt, man tue dies auch weiter. Gewiss konnte die Verwaltung die Insolvenz und den Baustopp nicht erahnen. Doch kann man sich mit den Worten „Wir sind nur Mieter, nicht Eigentümer“ herausreden? Sind die Zustände tragbar?

Auch Béla Anda, Kommunikationsdirektor des Finanzdienstleisters AWD und früherer Sprecher der Bundesregierung unter Gerhard Schröder, blieb der verworrene und teilweise unheimliche Weg durch das Ihme-Zentrum zum Jugendamt nicht erspart. Er hatte dort vor einigen Tagen etwas zu erledigen und fragte sich danach, wie Schwangere oder Mütter mit kleinen Kindern den Weg meistern: „Es ist ein Jammer, wie Hannover mit den Müttern umgeht und was ihnen zugemutet wird“, so Anda.

Kalmus räumt ein: „Schön ist die ganze Situation nicht.“ Sie betont aber, dass der Weg zum Jugendamt gut ausgeschildert sei. Besucher sehen das anders. „Es ist unübersichtlich hier“, sagt eine Frau, „abends würde ich hier nicht alleine langlaufen.“ Eine Mitarbeiterin, die anonym bleiben will: „Das ist eine verlassene Stadt.“ Im Winter sei es am schlimmsten. Schnell müsse sich etwas ändern. Aber: „Seit Jahren bewegt sich da nichts mehr. Am Anfang gab es zumindest noch die Hoffnung“, so eine Kollegin.

Die Stadt will von ihrem Kurs nicht abweichen und weiter als Mieter Zeichen setzen. Man gehe davon aus, dass „sich noch etwas tun wird“, so Kalmus. Erst wenn andere Signale ausgesendet werden, werde auch über Konsequenzen nachgedacht.

(Britta Lüers, Zoran Pantic)


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  • Eltern stinkt der Weg zum Ihme-Zentrum Willi S. – 24.06.10
    Parentrezepte sind schnell formuliert doch meist nicht zuende gedacht. Ein Abriss wäre auch für die Wohnungseigentümer eine Enteignung, und abgesehen von den vielen Millionen, die eine Bank abschreiben müsste steckt in jeder privat genutzten Eigentumswohnung das ersparte Ruhestandsgeld und der Lebensmittelpunkt seiner Bewohner - zusamengerechnet genauso viele Millionen an Werten.
    Wenn nun die Stadt das Ihmezentrum verließe, z.B. erst mit dem Jugendamt und später auch mit den Stadtwerken, dann würde auch die Bank keine Chance mehr sehen und dann ginge hier wirklich das Licht aus.
    Probleme werden nicht durch Verdrängen sondern durch Lösungen bewältigt.
  • Hallo?!? Carsten – 22.06.10
    Da werden von der Stadtpolitik immer wieder munter Phrasen gedroschen, dass man Hannover für Familien attraktiver machen will. Und das sieht dann in der Praxis so aus, dass man die Ansprechpartner für ebendiese Familien in einen abbruchreifen Betonbunker setzt?!?

    Wenn Sie von dieser hoffnungslosen Bauruine nicht loslassen können, Herr Weil... warum ziehen Sie dann nicht selbst dorthin und überlassen dem Jugendamt das schmucke Rathaus?

    Allen Betroffenen (Mitarbeitern wie Bürgern) kann ich nur empfehlen, die Stadt so lange mit Briefen zu bombardieren, bis endlich ein Umdenken einsetzt.
  • Reißt DA – 22.06.10
    das gesamte Ihmezentrum doch endlich ab! Es ist ungemein hässlich und eine städtebaulich Schande, die beseitigt werden muss!

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