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Gutachten

Boehringer-Gegner in Hannover legen nach

Ein Gutachten stärkt die Boehringer-Gegner. Sie erwarten, dass die Region die Flächennutzungspläne für das Tierimpfstofflabor in Hannover versagt.

Karl-Heinz Krause und Anwalt Eckhard David von der Bürgerinitiative.

© Surrey

VON VERA KÖNIG

HANNOVER. Das Tierimpfstofflabor des Pharmakonzerns Boehringer betrachtet Rechtsanwalt Eckhart David als „Büchse der Pandora“. Man müsse bei der Ansiedlung in Kirchrode vom „GAU“ ausgehen. David stützt sich auf ein 38 Seiten dickes Gutachten, das Karl-Heinz Krause im Auftrag der Bürgerinitiative erstellt hat.

Auf 38 Seiten listet der Ingenieur für Strömungsmechanik und Sachverständige die von ihm erkannten Gefahren auf. Die sind nach Einschätzung der Boehringer-Gegner so gravierend, dass sie die Studie sofort an die Re­gion sandten. Damit der Bebauungsplan der Stadt gültig wird (den der Rat genehmigt hatte), muss sie der Änderung des Flächennutzungsplans zustimmen.

Nicht emotional, sondern sehr sachlich werde man sich mit der Planung auseinandersetzen, sagte David. Einwände gegen die Verkehrsbelastung solle man „außen vor lassen“ und sich auf Geruch, Ammoniak und die Gefahr durch Keime, Viren und Bakterien konzentrieren.

Krause hält das Risiko für so hoch, dass ein Sicherheitsabstand von neun Kilometern zur Wohnbebauung erforderlich sei (allerdings gebe es keine anerkannten Abstands- oder Grenzwerte). Keime, Viren und Bakterien würden sich an feinste Staubpartikel andocken, „Infektionsverschleppung“ drohe, die durch vorgesehene Filter nicht eliminiert werde. Auch in Bezug auf Geruch und Ammoniak seien die Abstände zu gering.

Bei 200 Großvieheinheiten müsse ein Abstand von 284,7 Metern eingehalten werden, um Gestank auszuschließen. Bei Ammoniak wären es mehr als 400 Meter. Dass Boehringer die Schweine auf gekachelte Böden stellen will („Tierhaltung wie im Schlachthof“), verstärke die Gefahr: „Es stinkt mehr.“

Im Gespräch mit der NP äußerte Uwe Licht-Klagge, Abteilungsleiter Gentechnik und Forschung im Staatlichen Gewerbeaufsichtsamt, Zweifel an solchen Aussagen. Bei dem Labor handle es sich um „hermetisch abgeschlossene Räume“. Regionsdezernent Axel Priebs will prüfen, ob das Gutachten relevant ist für eine Entscheidung zum Flächennutzungsplan. Auch OB Stephan Weil versicherte: „Wir werden alle Unterlagen prüfen.“

Die Boehringer-Gegner demonstrieren Samstag ab 13 Uhr Ecke Lister Meile/Körtingstraße.


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