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Konzertkritik

Adam Green und Kino-Kevin mit Scorps-Duett

Adam Green begeistert im Musikzentrum Hannover - und bringt einen unerwarteten Stargast zum Konzert mit.
Adam Green beim Konzert im Musikzentrum in Hannover.

Adam Green beim Konzert im Musikzentrum in Hannover.

© Dillenberg

Von Matthias Halbig

Hannover. Tanzen wie Adam Green, das ginge gar nicht. Blamage, Fremdschämtsunami, Unbekannt-verziehen-Müssen. Green springt im Musikzentrum wie ein Flummi herum, den man mit Karacho gegen die Wand gepfeffert hat. Kickt die Luft mit dem Podex, winkelt das Bein ab wie Fido beim Gassi, schlenkert unkoordiniert mit Hand und Fuß. Alles so, dass es bloß nicht mainstreamcool aussieht, nicht nach Pose.

Aber natürlich ist Anti-Pose auch eine Masche respektive ein Stil, und superuncool wirkt cool, wenn die Band einen simplen Boogierock abbrennt und der Sänger notorisch quer zum Rhythmus unterwegs ist. In Hannover trägt Green dabei Kreissäge und Ringelshirt. Den Hut, den er lüftet wie ein aufgezogenes Schellenäffchen, verliert er oft, kraucht ihm hinterher, wohin der auch immer segelt.

Einer der jungen Exzessiven, 29, Urenkel der Kafka-Verlobten Felice Bauer und so was von New York! Newyorkish ist die Ironie der Texte, Newyorkish auch der Sound: Indierock, krachrumsschepper, knarzende Gitarrenklänge gibts. Eine Rock-’n’-Roll-Fusion, die Buddy-Holly-Glockenspiele und Ben-E.-King-Zitate birgt („Stand by me“ in „Dance with me“), einen Bo-Diddley-Beat („Goblin“) und der viel – auch stimmlich – Lou Reed innewohnt. Das neue Album „Minor Love“ erzählt von Trennung, Scheidung, Alk- und Depriphase. Selbsterlebt und überwunden. Obwohl: Bier um Bier schluckt Green, holt Jack Dishel auf die Bühne, Kumpel aus Lo-fi-Zeiten der Moldy Peaches. Singt „Boss inside“. Und springt ins Volk. Einmal, zweimal ...

Beim dritten Mal weht dann – Tribut an die „City of Schenker Brothers“ – der „Wind of Change“ in der Achtpilsenerversion. Kurz am Nachmittag geprobt, immer noch schräg wie eine Hühnerleiter, aber – Überraschung – mit Duettpartner (und Hollywood-Kinderstar von 1990) Macaulay Culkin. Kevin und Adam zu zwei’n in Hannover, die „glory nights“ begrölend. Und die ganzen jungen Leute vorne grölen mit von der „Moskwa“ undsoweiter. Hach, das hätte Klaus und Rudolf auch gefallen.

Bewertung: 4/5.


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