100 neue Windräder sollen in den nächsten Jahren in der Region aufgestellt werden.
Hannnover. Die meisten der erforderlichen Windräder sollen in der Region stehen. Um das Ziel gemäß der Stadtwerke-Strategie K 2020 zu erreichen (siehe Info), hat sich Enercity jetzt mit dem hannoverschen Windparkentwickler Lenpower zusammengetan.
Stadtwerke-Chef Michael Feist bringt die nahe Zukunft – acht Jahre voraus – auf den Nenner: „Ökostrom wird Normalstrom werden.“ Bisher habe sich der kommunale Versorger dem Thema Energie aus Biomasse gewidmet, jetzt sei der Wind dran: „Das ist der Startschuss für ein wirklich substanzielles Investitionsprogramm“, sagte der Enercity-Manager gestern bei der Vorstellung der Partnerschaft in der Zentrale im Ihme-Zentrum.
Laut Lenpower-Geschäftsführer Uwe Thomas Carstensen würden „aktuell zehn Projekte in der Region geprüft“. Wo, das will er noch nicht sagen, darüber soll erst mit den Beteiligten gesprochen werden.
Durch die neuen Anlagen soll die heutige Leistungsfähigkeit vervierfacht werden, die Zahl der Windräder in der Region unterm Strich aber nahezu konstant bleiben, sagt Lenpower-Geschäftsführer Nils Niescken (37): „Eine neue kann etwa vier alte Anlagen ersetzen.“ Möglich aber, dass die Zahl bei bestehenden Windparks kleiner wird und dafür an anderer Stelle ein neue Windkraftanlage entsteht. Außerdem verspricht er: „Wir halten mindestens 1000 Meter Abstand zur Wohnbebauung.“
Derzeit begrenzen Kommunen wie Wedemark und Uetze die Gesamthöhe je Windrad auf 100 Meter – das, sind die Partner zuversichtlich, werde sich spätestens ab 2015 ändern. Vorher wird kein Stadtwerke-Windpark möglich sein, denn Stand der Technik ist laut Niescken eine Nabenhöhe (am Gehäuse, wo der Rotor angebracht ist) von 135 Metern, die Flügel reichen dabei bis 185 Meter Höhe hinauf.
Bislang gehört den Stadtwerken ohnehin nur ein einziges Windrad: Es steht seit 1989 auf dem Kronsberg im Süden Hannovers und liefert 280 Kilowatt Strom – heute sind drei Megawatt Standard, also das Elffache. Das Kronsberg-Rad stammt von Enercon – der niedersächsische Hersteller aus Aurich gilt Enercity und Lenpower als Wunschlieferant, sofern der Preis stimme, wie Feist einschränkte.
Der Stadtwerke-Kraftwerks-chef Christoph Kollenda würde gern auch die rund 2000 Hektar Wald nutzen, die seinem Unternehmen im Fuhrberger Feld (Wedemark) gehören – dort wird Trinkwasser für die Landeshauptstadt gewonnen. Er hofft, dass Windkraftnutzung im Wald „so bald wie möglich“ vom Land ermöglicht wird. Noch gilt das Motto „Es gibt genügend Ackerfläche, also ist der Wald derzeit tabu“.
Das Windkraft-Programm schafft auch Arbeitsplätze: Die Stadtwerke haben drei Stellen geschaffen, bei Lenpower sollen zu den aktuell 25 „zehn bis 15 auf Dauer“ allein durch das Projekt dazukommen.
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