Navigation:
Die idyllisch gelegene Edelhofkapelle ist ein äußerst beliebter Ort zum Heiraten.

Die idyllisch gelegene Edelhofkapelle ist ein äußerst beliebter Ort zum Heiraten. © Patrice Kunte

|
Ricklingen

Das "Ja"-Wort für einen zauberhaften Ort

Federn auf dem Trampolin, heiraten im Edelhof

Sie werden sicher schon mal drüber gegangen sein. Über die Brücke, die von der Maschsee-Seite aus über die Leine zum beliebtesten Ricklinger Teich führt – dem Dreiecks-Teich, an dessen Ufer im Sommer massenhaft Grillgut und Bier vernichtet werden. Die Brücke in der Masch wird „Trampolin“ genannt, weil sie an ihren Enden nachfedert.

Diese Brücke gibt es erst seit 1977. Als die SPD 1976 am Dreiecksteich eine Wahlkampfveranstaltung abhielt und das THW Pontons auf die Leine legte, damit die Döhrener und Südstädter auch zur Party kommen konnten. Hunderte strömten herbei. Die Politik erkannte den Bedarf, aber das Geld war knapp. Gesucht wurde eine preiswerte Brücke. Gefunden wurde sie auf einem Werkhof des Tiefbauamtes, dort lag die Brücke einfach so rum. Sie hatte einst die Überquerung der Vahrenwalder Straße für Fußgänger möglich gemacht.

Dies weiß einer zu berichten, der gar nicht in Ricklingen lebt, sondern auf dem Mühlenberg. Werner Bock war von 1986 bis 2001 und noch einmal 2005 bis 2006 Bezirksbürgermeister von Bornum, Mühlenberg, Wettbergen, Oberricklingen und eben Ricklingen. Er kennt (fast) jeden hier, und alle Geschichten. Wie der Oberricklinger den Ricklinger ärgert? „Indem er ihn Unterricklinger nennt“, lacht der 67-Jährige.

„Ricklingen ist nicht nur ein Naherholungsgebiet mitten in einer Großstadt“, sagt Bock, immer noch Ratsherr von Hannover. „Der Stadtteil hat viele spannende Stellen.“ Am August-Holweg-Platz trifft man sich donnerstags zum Markt. Um eine Bronzeskulptur herum: Eine Kanne, die immer Wasser gibt, entworfen von Ricklingens bekanntester Künstlerin Ulrike Enders. Sie hat auch das Paar mit den Regenschirmen in Kröpcke-Nähe kreiert.

„Kein Schandfleck wie früher, aber auch nicht wirklich schön“, sagt Bock über den Schünemann-Platz. Aufwändig saniert, aber weiterhin genutzt von einer Klientel, die das Plätschern der schicken Wasserwand nicht wahrzunehmen scheint. Das Freizeitheim ist Mittelpunkt des kulturellen Lebens, Treffpunkt der jungen Szene, der Edelhof die Keimzelle des Dorfes Ricklingen, das erst 1913 von der Stadt Linden und mit dieser 1920 von Hannover eingemeindet wurde. Auf diesem Gutshof-Gelände der von Altens steht das älteste Gebäude Ricklingens. „Um 1300“ gibt Buch-Autor Victor Jürgen von der Osten als Bauzeit der Edelhofkapelle an. Hier sagen viele „Ja“:Das im romanischen Stil aus Sandstein vom Lindener Berge gebaute Kirchengebäude ist einer der beliebtesten Orte zum Heiraten. „Ein Juwel“, findet auch Inge Janssen aus dem Kirchenladen auf dem Stadtweg.

Man könnte noch über so vieles schreiben: Dass 1963 bei Telefunken am Ricklinger Kreisel das Farbfernsehsystem PAL entwickelt wurde. Dass immer wieder über einen Tunnel für die Friedrich-Ebert-Allee diskutiert wurde. Dass die Grenze zu Linden auf den Schienen des Fischerbahnhofes verläuft. Dass am Bürgeramt gerade Hannovers erster Seniorenspielplatz entsteht.

Erleben aber muss man die Ricklinger Masch. Mit Wiesen und Weiden, mit Teichen und Seen, mit Fischaufstiegskanal und noch immer lärmenden Brücken der Eisenbahn. Axel Buntrock liebt dieses Viertel:„Für einige mag Ricklingen nur ein Ort zum Wohnen sein, für mich ist er Heimat.“


Aus den Stadtteilen West

Ricklingen

Polizei nimmt fünf Sprayer fest

Beamte des Polizeikommissariats Ricklingen haben am Mittwoch gegen 17:45 Uhr fünf Jugendliche im Alter zwischen 14 und 15 Jahren festgenommen. Sie stehen im Verdacht, die Außenfassade einer Kindertagesstätte an der Klusmannstraße mit Graffiti verunstaltet zu haben. mehr

KommentareKommentar/e



Anzeige

Das Video

Die große Stadtteilserie der NP stellt Ihre Heimat vor. Das Video zum Besuch im Zooviertel sehen Sie hier.