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Mühlenberg: der Spielpark

Der Spielpark ist ein attraktiver Anlaufpunkt für die kleinen Mühlenberger. © Patrice Kunte

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Mühlenberg

Gut versteckt - und sehr lebendig

Mühlenberger Multikulti rund um den Marktplatz

Wer aus der Stadt Richtung Mühlenberg fährt, sieht grün. Ist das etwa schon das Ende von Hannover? An der Bornumer Straße wachsen Bäume und Büsche, nur gelegentlich lässt sich eines der hohen Häuser am Canarisweg erahnen. Irgendwann brechen aus der Natur zwei Bürotürme heraus – die Verwaltung des Energiekonzers E.on. Dieser Stadtteil liegt versteckt auf einem Hügel, eine Trutzburg umgeben von Grün.

Doch Mühlenberg braucht sich nicht zu verstecken. „Wir sind hier schon irgendwie abgetrennt“, sagt David Wassiljew. Mit drei Freunden sitzt der 19-Jährige auf einer Bank vor der Integrierten Gesamtschule, dem wohl bekanntesten Gebäude, dessen gelb-rote Rohre außen verlaufen. Die IGS setzt einen Farbklecks am Mühlenberger Markt, dem Herzen des Stadtteils. Die vier Freunde haben sich im Café „Monte Bianco“ Eis gekauft, es ist heiß an diesem Tag. „Weißt du, die Leute denken – Mühlenberg? Das ist doch ein Loch. Aber so ist es nicht!“, stellt David Wassiljew klar.

Der Pausengong der IGS läutet. Teenager verlassen das Gebäude, zünden sich Zigaretten an, laufen zum Kiosk oder zum Supermarkt. Sie vermischen sich mit Rentnern, die ihre Tageseinkäufe machen. Eine Frau in Burka stöbert in den Auslagen eines Textildiscounters. Im Café eines Bäckers trinkt ein Busfahrer seinen Kaffee, Mittagspause. Mittwochs ist hier ein gut besuchter Wochenmarkt.

Wassiljew schlägt seinen Freunden einen Ortswechsel vor. Sie schlendern den Ossietzkyring, an dem sich gemütliche Einfamilien- und großzügige Mehrfamilienhäuser mischen, entlang zum Ententeich – eigentlich ein Regenauffangbecken, aber auch gut zum Ausspannen. „Es gibt hier so viele nette Ecken, und es ist sauber. Und die Leute sind freundlich, wenn man was von ihnen will“, sagt der 19-Jährige, der zwei Staatsbürgerschaften hat – die deutsche und die russische.

49,7 Prozent der Mühlenberger haben einen Migrationshintergrund, mehr als in allen anderen Stadtteilen. Am Canarisweg – hier wohnen mehr als 1500 Menschen in Hochhäusern – trifft sich der kurdische Frauenkreis. In der Stadtbibliothek bietet Leiter Peter Heinlein auch russisch-, arabisch- und türkischsprachige Bücher an. „Wobei natürlich das Hauptaugenmerk darauf liegt, an die deutsche Sprache heranzuführen. Aber der Bedarf ist eben da.“ Der Kiosk am Mühlenberger Markt wird von einer Asiatin geführt, die neben Zeitschriften auch Buddha-Figuren verkauft. Mühlenberger Multikulti.

„So zu tun, als wäre hier alles kinderleicht und problemfrei, das würde das Thema verfehlen“, sagt Peter Dauenbauer. „Aber Schwarzmalerei ist auch unangebracht.“ Der 41-Jährige lebt seit 20 Jahren am Mühlenberg, hat hier seine Frau Diane kennengelernt, zieht zwei Kinder groß. „Für die ist das super. Der Spielpark in der Nähe, der Sportverein, und mit dem Älteren jogge ich oft durch die Felder.“

Dauenberg schätzt die raue Atmosphäre, das kosmopolitische Flair und, ja, auch die Abgeschiedenheit Mühlenbergs. „Wenn alle an dem Stadtteil vorbeifahren, dann hat man hier wenigstens seine Ruhe“, sagt er. „Wir sind eine Kleinstadt mit all ihren Problemen – und Vorteilen.“ Dann grinst er, zeigt Richtung Bahnstation. „Jetzt muss ich aber in die Großstadt.“


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