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Linden-Mitte

Hier findet jeder seine Mitte

"Leben und arbeiten" rund um den Lindener Marktplatz
Küchengarten: Einst wurden hier Obst, Gemüse und Kräuter für die Welfen gezogen – daher der Name.

Küchengarten: Einst wurden hier Obst, Gemüse und Kräuter für die Welfen gezogen – daher der Name.

© Christian Behrens

Lindener gelten dem restlichen Hannover als derb zupackend, keiner Schlägerei abgeneigt, als Unruhestifter, alkoholerfahrene Kneipengänger – hart, aber herzlich und allem Schöngeistigen abgeneigt“. Der Satz stammt von Bernd Rabe, der 1984 das Buch „Linden. Der Charakter eines Arbeiterviertels vor Hannover“ schrieb.

25 Jahre später: Die Gegend rund um den Lindener Marktplatz kann er damit kaum gemeint haben. Schicke kleine Läden mit Mode und Wohnaccessoires, Samstag wird auf dem Markt nicht nur Gemüse gekauft, sondern Latte Macchiato getrunken und geplaudert. Linden-Mitte ist die „neue Mitte“.

Im Gilde-Carré siedeln sich junge Familien an, die weder auf Großstadttrubel noch auf den Grünstreifen vor dem Eigenheim verzichten wollen. 18 Parteien (mit insgesamt 20 Kindern) haben sich zu einer Baugemeinschaft zusammengefunden und in der Küchengartenstraße ein Mehrfamilienhaus hochgezogen. Warum? Weil die Lindener, egal ob Nord, Süd oder Mitte, mit ihrem Viertel rundherum zufrieden sind – das hat eine Studie von Studenten des Instituts für Wirtschafts- und Kulturgeographie der Leibniz-Universität ergeben.

Viele junge Lindener sind „Zugereiste“, vor allem Studenten entscheiden sich für den Stadtteil. Aus Überzeugung. „Ich hab schon mal kurz über die Südstadt nachgedacht. Eine schlechte Idee“, scherzt Kai Dietrich. Die vielen Kneipen und Klubs in allen drei Lindener Viertel – „hier ist die Szene“, schwärmt der 29-Jährige. „Wenn ich hier nicht wohnen würde, müsste ich ja jedes Wochenende extra her fahren.“

Auch Lia Schneiders Lebenslauf könnte perfekt nach Berlin, Prenzlauer Berg passen: Die Designerin hat an der Modeschule Fahmoda studiert, sich in „Visual Merchandise“ weitergebildet. Ihren kleinen Laden am Lichtenbergplatz hat die Thüringerin „Grenzgänger“ genannt. Sie verkauft Kite-Surf-Mode, bietet anderen Künstlern und Designern eine Plattform, schenkt Kaffee und levitiertes Wasser auf Spendenbasis aus, organisiert DJ-Nachmittage, kleine Konzerte, Lesungen mit Gedichten und Märchen. In Linden-Mitte funktioniere das. „Die Menschen hier sind viel freier und offener, sie sind Individualisten, suchen ihre Nische – und sich selber.“

300 Meter, das ist der Radius, in dem sich Tobias Kriewitz findet. „Hier kann man leben und arbeiten“, das schätzt der 44-Jährige an Linden-Mitte. Mit dem Verein „Linden-Gut“ will der Besitzer des Modeladens „Männersache“ den Stadtteil noch attraktiver machen. Weihnachtsbeleuchtung, verkaufsoffene Sonntage, Aktionen – oder einfach ein Nachbarschaftspicknick, bei dem 50 Lindener auf der Küchengartenwiese schmausen und klönen.

Das „Wir-Gefühl“ kennt Horst Donner noch von früher: „Die Lindener haben miteinander gelebt, Vereine waren der Mittelpunkt des Lebens.“ In seiner Gaststätte Rackebrandt ist das noch zu spüren, hier man kann eintauchen in das „alte Linden“. Sülze und Sauerfleisch kommen aus der Küche – „aber es geht nicht um die Speisekarte, sondern um Erinnerungen, Erlebnisse, Emotionen“, sagt der 57-Jährige. „Das Lokal ist ein Stück Zeitgeschichte.“ Eine Zeit, in der Handwerker am Wirtshaustisch Verträge per Handschlag geschlossen haben, große Feste im Saal stattfanden. Die Zeiten ändern sich. Eines bleibt: „Ich kenne keinen, der sich in Linden-Mitte nicht wohl fühlt.“


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  • verpisst euch aus Linden 451Killahhhh – 06.06.10
    Ihr Yuppies heult rumm wegen so cafeeLatteschnöseln und trendy, möchtegerntoleranten Designerfamilien, beschwert euch aber gleichzeitig wegen ein paar Flaschenresten oder Müll...?!?

    Ihr habt Hunde aber niemanden zum reden..

    ganz ehrlich ihr seid die Hunde,
    die Linden zukacken...
    bleibt ruhig im Stadtteil aber lasst eure verbitterten Hackfressen in euren 4 wänden... Danke!

    Yuppies raus aus Linden!
  • Stimme Terro zu/ Linden-Mitte Scherben & Co Eva – 20.10.09
    Die Beschreibung über Linden ist wirklich sehr amüsant. Aus der Beschreibung „Samstag wird auf dem Markt nicht nur Gemüse gekauft, sondern Latte Macchiato getrunken und geplaudert. Linden-Mitte ist die „neue Mitte“.
    Auf dem Mark am Samstag habe ich weder Toleranz oder das neue sogenannte „Lifestyle“ gespürt sondern habe ehr die Realität gesehen. Pseudofreundliches Gehabe mit den Mitmenschen und jede Menge schicki-micki Mütter die an jeder Ecke stehen und ein Sektchen schlürfen während der „neue“ Daddy die overdress Kids betreut und voll easy –peasy rumsteht. Eigentlich müssten doch alle aus dem Stadtteil zusammen stehen und Chai trinken und sich kulturell austauschen? Aber die sogenannte „neue Mitte“ ist in meinen Augen pseudo- tolerant und es wird eine Doppelmoral gepflegt.
    Den nächsten Latte trinken sie dann in ihrer Eigentumswohnung mit fein aufgeschäumter Bio-Milch aus dem gut gefüllten mit Bio-Lebensmitteln geordneten Kühlschrank.
    Die super Bio-Baumwollbekleidung die viel zu teuer von Designern aus den tollen schicken Läden wird zurecht gezupft und die gammelige Filzloden werden zusammen gebunden und dann wird mit den Kids diskutiert welcher Kinderfilm geguckt werden darf. Und Daddy bereitet sich auf die Arbeit vor, weil einer muss ja das Geld verdienen was vormittags/nachmittags in Latte Macchiato umgesetzt wird. Denn Daddy hat einen wichtigen Posten auf der Arbeit und dann ist das spielen vom „neuen Hippie-Daddy“ erst mal vorbei.
    Nun, ich habe in anderen Stadtteilen Märkte erlebt, da fühlte man sich wohl und wurde nicht dumm angestarrt, weil man nicht in dem Stadtteil wohnt. Mal am Rande.
    Und das finde ich komisch: „Weil die Lindener, egal ob Nord, Süd oder Mitte, mit ihrem Viertel rundherum zufrieden sind – das hat eine Studie von Studenten des Instituts für Wirtschafts- und Kulturgeographie der Leibniz-Universität ergeben.
    Wie kann man sich in so einem dreckigen Stadtteil wohl fühlen?
    Die Straßen sind riesige Partymeilen, welche am Wochenende für Betrunkene zum Flaschenwerfen genutzt werden. Jeden Montag sehe ich lauter Scherben von Bierflaschen die auf dem Weg zur Faust und Glocksee zerbrochen worden sind. Mein Hund ist vor einigen Tagen in eine Scherbe getreten und wurde verletzt. Löcher im Fahrradschlauch gehören zum Alltag. Wie kann man auf diesen Stadtteil stolz sein? Das frage ich mich ernsthaft. Und warum unternehmen die toleranten Lindener und die Veranstaltungsorganisatoren nicht einmal eine Veranstaltung „haltet Linden von zerbrochenen Flaschen sauber?“
    Oder seit ihr so tolerant, dass ihr das okay findet, wenn überall Scherben rum liegen, oder werft ihr selbst eure Flaschen kaputt?
    Nun meiner Meinung nach müsstet ihr was dagegen tun, schließlich protzt ihr doch mit euren ständigen tollen Veranstaltungen. Nur ewige Toleranz predigen und bei wichtigen Themen wird nicht hin geguckt. Die verschmutzen Rasenflächen um die Ihme von den primitiven Grillaktionen will ich erst garnicht weiter ausdehnen, aber selbst darüber stand im Wochenblatt nichts positives. Viele lassen ihren Müll da liegen und verbrennen noch Plastik und werfen den Dreck in die Ihme. Das ist ja so cool.
    Ich stimme Terro zu.
    Ich finde, dass Ihme-Zentrum ist ein besseres Beispiel für Toleranz. Ein riesiger Komplex in dem so viele Menschen aus unterschiedlichen Nationen wohnen und wunderbar mit einander leben. Es wird Rücksicht genommen und wenn etwas anliegt verständigen sich die Bewohner mit Zetteln im Hausflur. Zum Beispiel, wenn eine Familie den Nachwuchs feiert oder wenn Pakete angenommen worden sind et cetera. Die Handynummer wird dazu geschrieben und es wird aufgefordert zu einem freundlichen Miteinander. Das finde ich lobenswert und vor allem sollte das auch erwähnt werden. In dem Komplex fühlt man sich wohl und ich freue mich schon auf den Tag, wenn alles umgebaut ist und die Läden eröffnet werden. Dann kann ich im wundervollen Ihme-Zentrum einkaufen gehen und das Flair spüren zwischen den freundlich Mitmenschen die in dem riesigen Komplex zu Hause sind und sich wohl fühlen.
  • Linden-Mitte von Ratazong terro – 19.10.09
    Ich empfinde das Ihme-Zentrum als eigenen Stadtteil: so viele Menschen wie hier auf dem engen Raum leben (2400 lt. taz http://www.taz.de/regional/nord/nord-aktuell/artikel/1/das-grab-der-heuschrecke/ ) - und wenn wir erstmal die ganzen Läden haben – und möchte mit der lindener „Szene“ (Schicki-Micki-Läden wie in der List, jungen, arbeitsfähigen Menschen mit gammeligen Haaren, die ihre Vormittage mit den Füßen auf den Stühlen in Cafés vertrödeln etc.) nicht in einen Topf geworfen werden.
    Das mit dem Zusammenwohnen hier im "Zementrum" klappt nach meinen Erfahrungen SEHR gut: freundlich und weit entfernt von Blut und Fixerbestecken.
    Was allerdings ECHT‚’ne Zumutung ist, sind die allmontäglichen Flaschenreste, die von den hochgelobten „zugereisten nichtLindenern“ auf der Spinnereibrücke verteilt werden – obwohl ich auch viele der ach so toleranten und weltoffenen LindenerInnen im Verdacht habe, daran nicht unschuldig zu sein.
    Schon sch ... schlecht, wenn man „die Szene“ jedes Wochenende zu Gast hat -> Glocksee und Faust.
    Muss mich, nachdem ich viele Jahre im authentischen Linden-Süd gewohnt habe, auch echt für „die LindenerInnen (-Szene)“ hier im Norden schämen. Da bin ich doch lieber „Ihme-Zentralist“!
  • Linden-Mitte Ratazong – 10.10.09
    Das Ihmezentrum ist auch Linden....
    ich dachte eigentlich Lindener
    wären tolerant ....
    oder multikulturell aber wohl
    warscheinlich
    nur bis vor die eigenen Tür
    und dann schön weiter die Maske auf

    da sind mir zugereiste nichtLindener
    die in dieser Stadt wohnen
    1000 mal lieber
    die heucheln nicht so...
    Pfui man muß sich echt schämen für euch ignorante Lindener
  • Linden-Mitte ist mehr als nur der Lindener Markt Achim Brandau – 08.10.09
    Schade das der Stadtteil mal wieder fast nur auf den Lindener Markt reduziert worden ist.
    Abseits des Marktplatzes gibt es viele interessante Läden, Clubs und historisch Sehenswertes. Das musikalische Nachtleben spielt sich mit Capitol, Kulturpalast, Medienhaus und Tandure doch eher rund um den Schwarzen Bären ab.
    Und auch die Geschäftswelt hat sich nicht nur am Lindener Markt angesiedelt. In der Falkenstraße, Egestorffstraße und den anderen Seitenstraßen gibt es so maches interessante Geschäft zu entdecken.
    Es kommt halt immer darauf an wen man fragt.

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