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Priester Srikumar Kurukkal im Hindu-Tempel in Badenstedt.

Priester Srikumar Kurukkal im Hindu-Tempel in Badenstedt. © Christian Behrens

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Badenstedt

Weltreise am Fuß des Benther Berges

Begeisterung für Badenstedt: "Alles, was das Herz begehrt."

Stundenlang könnte man den Ausblick vom Benther Berg auf Hannover und Badenstedt genießen. Doch wer meint, der Stadtteil liege hinterm Berg, liegt daneben: Wer Hannovers Westen erkundet, taucht in einen Stadtteil ein, der belebter und facettenreicher kaum sein könnte. Ein Rundgang. Oder doch eine Weltreise?

Der Weg führt zunächst am Badebornteich vorbei: quakende Frösche, blökende Schafe, das Wiehern der Pferde im benachbarten Reitverein. Wenige Meter weiter rattern Schlagbohrmaschinen – im Neubaugebiet ist viel zu tun. „Einen schöneren Ort zum Leben haben wir in Hannover nicht gefunden“, sagt Eberhard Kahle (55). Aus dem Schlafzimmer im ersten Stock habe er den Blick auf den Benther Berg. „Wenn das Neubaugebiet erstmal fertig ist, wird es traumhaft hier“, sagt er und klopft sich Baustaub von der Hose. Auch sonst blieben in Badenstedt keine Wünsche offen: „Kitas, Schulen, Stadtbahn. Und zum Einkaufen braucht man nur kurz ins Zentrum zu fahren.“

An der Badenstedter Straße, der Einkaufsmeile, sind zahlreiche Mittelständler angesiedelt, in den oberen Etagen der Häuser praktizieren viele Ärzte. „Badenstedt ist gemächlich gewachsen. Dadurch ist die Infrastruktur sehr ausgeprägt“, erklärt Bezirksbürgermeister Wilfried Gunkel.

Die Durchfahrtstraße säumen Baudenkmale aus dem frühen 20. Jahrhundert. Wie schon 1892, als die Badenstedter Straße ihren Namen erhielt, führt sie auch heute noch bis zum Kriegerdenkmal von 1870 gegenüber dem Marktplatz. Es ist Mittwoch – Markttag. Das Eiscafé von Paolo Degrassi ist gut gefüllt. „Hier hat sich in den letzten Jahren einiges getan“, sagt der Eisspezialist. Vor allem die neu geschaffene „Grüne Mitte“, ein begrüntes Rondell hinter dem Marktplatz, habe das Zentrum belebt.

Entlang des alten Dorfes im Kapellenbrink, wo die Bauern einst ihre Ernte eingefahren haben, passiert man ein riesiges Seniorenzentrum. Dahinter liegt das „Afrika-Viertel“: „Das Beste an Badenstedt? Es ist sehr familienfreundlich“, sagt Sabrina Jungnickel (32), die mit Kinderwagen auf dem Safariweg unterwegs ist. Togo-, Kamerun- und Ostafrikaweg: Badenstedt klingt hier international, ist es aber auch: Nur einige hundert Meter entfernt liegt Niedersachsens einziger Hindu-Tempel.

Jungnickels Lieblingsplatz? „Ein Spaziergang durch das Bornumer Holz – pure Erholung.“ Aber: Das Waldstück gehöre ja gar nicht mehr zu Badenstedt, bedauert die junge Mutter. Doch, tut es – das belegt der Blick auf die Stadtkarte. Abgetrennt wird der Teil des Viertels nur von der Bahntrasse, auf der vor allem lange Güterzüge rollen – eine wirtschaftlich wichtige Strecke, vor allem für den Lindener Hafen.

Unter der Bahntrasse hindurch kommt man nach „Körtingsdorf“ – einer Arbeitersiedlung der Firma Körting aus dem 19. Jahrhundert. Mit der Erfindung der Wasserstrahlpumpe hatte Ernst Körting weltweite Beachtung erlangt.

Zurück Richtung Benther Berg, diesmal über den Spazierweg an der Fösse, dem Grenzbach zum Nachbarstadtteil Davenstedt. Rudolf Liebermann (67) geht hier regelmäßig spazieren. Seinen Worten merkt man die Begeisterung für Badenstedt schnell an: „Hier gibt es alles, was das Herz begehrt.“


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