Später Sieg: 2000 eröffnet die Postagentur. Auch der ehemalige OB Herbert Schmalstieg kam.
Wenn den Bewohnern etwas nicht passt, dann kämpfen sie. Zum Beispiel um die Post.
Alles begann 1993, als die Post beschloss, die Filiale in Waldheim zu schließen. Ausgerechnet eine Post, die in unmittelbarer Laufnähe von fünf Alten- und Pflegeheimen lag. Schnell gründete sich eine Bürgerinitiative, die den Plan massiv kritisierte.
Es folgten Unterschriftenaktionen und Klagen. Zunächst erfolglos. Auch der damalige Präsident der Postdirektion Bremen, Lutz Meyer, wurde angeschrieben. Die Waldheimer hielten durch: 1996 protestierten die Anwohner immer noch regelmäßig bei „Mittwochsdemonstrationen“ in der Innenstadt mit Transparenten.
Und nahmen das Geschäft mit Briefmarken und Paketen dann selbst in die Hand: Am 19. Oktober 1996 eröffneten die Waldheimer ihre „Bürgerpost“. In einem Container konnten sie ihre Post-Geschäfte erledigen. Die Finanzierung übernahmen sie selbst. Schon zum Start hatten sich 100 Bewohner bereit erklärt, monatlich fünf Mark zu zahlen, 300 forderte die Post zur Kostendeckung. Kein Problem für Waldheim!
1999 zog die Ersatz-Post dann in ein Schreibwarengeschäft, das im ehemaligen Postgebäude eröffnet hatte. Zeitgleich ließ das Oberverwaltungsgericht Lüneburg Berufung gegen ein Urteil zu, laut dem die Post nicht verpflichtet sei, eine Filiale in Waldheim zu führen.
Dann ging alles ganz schnell: Die Regulierungsbehörde für Telekommunikation nahm Maß. Seit 1999 muss in bebauten Gebieten im Umkreis von 2000 Metern eine Post erreichbar sein. Zwischen Waldheim-Mitte und der nächsten Filiale lagen 2620 Meter – das wurde mit einem Messrad festgestellt. Folge: 2000 wurde nach sieben Jahren Kampf aus der Bürgerpost eine Postagentur.
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