Schnelle Hilfe: Marc Bzdok bietet in seinem Kiosk nicht nur Getränke und Zeitungen - er hat auch viele Dinge des täglichen Lebens im Angebot.
Wie tickt der Waldheimer?
Es gibt hier viele Senioren, auch betreutes Wohnen. Aber Alt und Jung mischen sich inzwischen ganz gut. Allerdings ist es schwer reinzukommen. Viele Häuser hier werden vererbt statt verkauft. Und die Häuser sind toll. Sieht man ja meist von vorne nicht, die meisten haben riesige Grundstücke. Auf Luftbildern kann man da auch mal Pools entdecken. Aber wie gesagt, die Chancen für Neulinge sind nicht so rosig.
Hier bleibt alles in der Familie?
Ja. Zum Beispiel ist einmal im Jahr Wichtelmarkt, da sieht man dann die wieder, die weggezogen sind. Erst besuchen sie nur ihre Eltern, aber irgendwann kommen sie dann zurück.
Aber Sie haben hier etwas gefunden?
Ja, aber günstig war es nicht. Ich wohne seit elf Jahren hier. Meine Frau, die kommt auch vom Lande, sie wusste anfangs nicht so recht, warum sie in die Stadt ziehen sollte. Aber wenn wir mal ehrlich sind: Wir sind hier echt auf dem Dorf. Wenn Ex-Kanzler Schröder hier mal vorbeiläuft, reden die Leute ständig davon.
War er schon mal hier?
Nein, nur seine Handwerker. Als die sein Haus aufgemotzt haben, haben sie sich öfter mal was geholt. Vielleicht brauchte er noch nichts kurzfristig.
Ist es schwer, einen Kiosk hier zu halten?
Na ja, die Kioskkultur gibt es nicht mehr, wir sind da eine Ausnahme. Da haben wir Glück, dass es in Waldheim nicht wirklich viele Alternativen im Stadtteil gibt.
Dafür scheint es hier viele gutsituierte Menschen zu geben ...?
Es sind auch viele Blender dabei, den wirklich Reichen merkt man das meist gar nicht an. Aber es gibt in diesem Stadtteil auch Kinder, die im Monat ein paar mehr Euro zur Verfügung haben. Die bezahlen eine bunte Tüte dann auch mal mit einem Fünfziger.
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