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Die Kolonie Waldesgrün hat eine Fläche von über 70000 Quadratmeter.

Die Kolonie Waldesgrün hat eine Fläche von über 70000 Quadratmeter. Viele Kleingärtner haben wunderschöne grüne Inseln geschaffen, auch Kurt Müller.

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Waldheim

Hier ist alles im grünen Bereich

Der Name passt! Waldheim ist zur Hälfte Eilenriede

Namen sind Schall und Rauch. Die Suche nach der Burg in Burg ist langwierig. Die Mühle zum Mühlenberg steht in Wettbergen. Und in Kleefeld wächst der Klee eben auch nur hier und da. Ganz anders Waldheim. Das klingt nach Naherholung. Nach Grün. Nach einem verträumten Plätzchen. Der Test vor Ort zeigt: Das passt! Mehr als die Hälfte des Stadtteils ist Eilenriede. Ein weiteres Viertel Kleingärten. Und ein paar Häuser, ja, die gibt es auch.

Einzelne Sonnenstrahlen dringen durch das Blattdickicht. Ein Vogel pickt die auf den Wegen herumliegenden Bucheckern. Eine Walking-Gruppe lässt ihre Stöcke auf den Asphalt des Weges klackern, der sich von Bischofshol bis zum Maschsee zieht. Und quasi der Eilenriede-Schnellweg ist: Hier machen Walker, Jogger und Radler Tempo. Reiter sind mit ihren Pferden nur auf ausgezeichneten Wegen erlaubt. Ordnung scheint wichtig im Stadtteil.

Auch in der Kolonie Waldesgrün. Kurt Müller (76) bringt sein kleines Reich auf Vordermann. Mit gelben Gummistiefeln steht er an seinem Teich, fischt mit einem Kescher aus dem Wasser Algen und Blätter. Seine Frau Edith (78) hat es sich auf einer Hollywood-Schaukel gemütlich gemacht. „Wir haben unseren Garten hier seit 38 Jahren“, erzählt sie – „und haben noch nie Probleme gehabt.“ Sechs Grundstücke grenzen an ihr Refugium, die Nachbarn seien alle nett. „Ich gucke den Waldheimern nicht in die Töpfe, aber so ganz anonym muss man ja auch nicht vor sich hin leben.“

Anonymität ist in Waldheim sowieso schwierig. Nur 1814 Menschen leben hier, viele seit Jahrzehnten. Man kennt sich, mindestens vom Sehen, grüßt auf der Straße. Zentraler Treffpunkt: die Liebrechtstraße, die den Stadtteil nach Westen begrenzt. Hier gibt es noch einige kleine Läden. Bei Bäcker Scharren soll auch schon mal Ex-Kanzler Gerhard Schröder seine Frühstücksbrötchen geholt haben. „Sehr netter Mann, immer höflich“, sagt eine Mitarbeiterin.

Bei Coiffeur Pascal ist man sich unsicher. Wohnt Schröder nicht auch in Waldheim? Nein, Waldhausen. Achso, na ja, die Grenzen sind fließend. Im Laden von Pascal Cousty nimmt man den Stadtplan nicht so ernst. Nur vor der Tür bemerkt eine Dame, die sich die Wartezeit mit einer Zigarette vertreibt, augenzwinkernd: „Es unterscheidet eigentlich keiner, außer wenn es ums Wohnen geht – Waldheim ist nämlich das bessere Pflaster. Und mit besser meine ich teurer.“ Aber: „Lieber nicht den Waldhausenern erzählen …“

Ein Schreibwarengeschäft mit Postagentur gibt es an der Liebrechtstraße, daneben einen Kiosk, Mode für die Dame, Nagelpflege. Auf der kleinen, aufgeräumten Außenterrasse „Bei Theo“ trinken Waldheimer abends einen Wein. Auf der anderen Straße die Waldheim-Apotheke, daneben ein Schmuckgeschäft, bei „Capriccio“ gibt es Italienisches. Eine nette, kleine Einkaufsstraße, die zum Beispiel dem Nachbarstadtteil Waldhausen fehlt.

In ihrem Blumengeschäft bindet Sigrid Kiemstedt einen Strauß. „Mehr als hier bekommt man auf dem Dorf auch nicht.“ Es gebe aber einen entscheidenden Unterschied: „Man braucht nur ein paar Minuten in die Stadt.“ Und genau wie auf dem Dorf ist man schnell in der Natur. „Waldheim“, sagt sie zufrieden, „das ist ein schöner Fleck Erde.“


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