Vornehm: Die Villa von Friedrich Willmer
Große Teile des heutigen Waldhausens sind im 19. Jahrhundert in Besitz von Friedrich Willmer gewesen. Als Ziegeleibesitzer hatte er sich ein beträchtliches Gut erwirtschaftet, das 1878 zum Rittergut erhoben wurde. Willmer entschied, sich mit einer Villa zu adeln. Westlich der heutigen U-Bahn-Station Döhrener Turm fand er die ideale Lage. 1886 konnte das „Villa Willmer“ benannte Bauwerk bezogen werden. Schnell festigte sich allerdings ein anderer Name – Tränenburg. Denn Willmer galt als Tyrann, der seine Arbeiter herzlos ausbeutete. Sein Prachtbau war verbunden mit den Tränen der Beschäftigten.
Architektonisch war die Tränenburg populärer. Einerseits war die Benutzung verschiedenfarbiger und -förmiger Backsteine Ende des neunzehnten Jahrhunderts typisch. Sie besaß aber auch Jugendstil-Elemente, die sich hier erst deutlich später durchsetzten.
Nach dem Zweiten Weltkrieg, in dem Teile des Obergeschosses zerstört worden waren, diente die Villa obdachlosen Hannoveranern als Unterkunft. Die Produktion der Ziegelei Willmer war da schon eingestellt. Im September 1970 wurde die Villa verkauft – der neue Besitzer beschloss den Abriss. An der Zerstörung konnte auch eine Protestwelle der Bewohner nichts ändern. Heute ist auf dem Gelände der Parkplatz des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherungen.
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