Seit 26 Jahren hat Klaus Eckhoff seinen Obst- und Gemüsehandel an der Hildesheimer Straße - und beliefert die Anwohner sogar persönlich.
Tante-Emma-Läden sind doch eigentlich schon längst Auslaufmodelle, oder?
Na, an sich schon. Es wird nicht leichter mit Lidl nebenan. Aber ich habe meine Stammkunden, und man kommt hin. Allerdings beliefere ich auch das „Vier Jahreszeiten“ und Seniorenheime mit Lebensmitteln, außerdem Kunden, die das wünschen. Ohne so was ginge es wohl nicht so gut. Ich sehe mich da eher als Dienstleister statt als Verkäufer. Nach 26 Jahren hört man aber auch nicht einfach auf.
Sie kennen doch wahrscheinlich jeden hier im Stadtteil?
Zumindest viele und vor allem deren Keller. Mal den Keller von Frau Müller, mal den von Herrn Meier – ich schlepp ja die Wasserkisten runter, oder früher die Kartoffeln, als die noch eingekellert wurden.
Dann wissen Sie auch, worüber der Stadtteil spricht?
Ich kann zumindest sagen, wer Rücken und wer eine neue Hüfte hat. Und Gerhard Schröder ist natürlich seit neuestem Thema. Wer hat ihn gesehen, war er nett, so was. Und ständig steht jemand im Laden, dem zu kalt, zu heiß, zu irgendwas ist. Aber das finde ich toll, ich hör da gern zu.
Da gibt es sicher auch pikante Geschichten?
Klar. Irgendwann ist mal der Besitzer von einem Haus verschwunden. Kurz danach soll jemand einen Teppich rausgetragen haben, zusammengerollt. Aber da wird ja wie bei jedem Tratsch gern übertrieben.
Was macht am meisten Spaß am Job?
Manche Menschen sehe ich richtig aufwachsen. Zum Beispiel den Leichtathleten Eike Onnen. Der hat als Kind bei mir seine Süßigkeiten gekauft, mir irgendwann seine erste Freundin vorgestellt – und jetzt ist er Mitte zwanzig.
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