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Ungestört bei einem Feierabendbier in Waldhausen

Ungestört bei einem Feierabendbier in Waldhausen© Christian Behrens

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Waldhausen

Hier grüßt man sich noch auf der Straße

In Waldhausen lebt es sich ungestört und stilvoll

Waldhausen ist Hannovers Dorf, mitten in der Stadt. Zwischen Döhren und der Südstadt gelegen, begenet dem Spaziergänger hier auch mal der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder. Der siedelte vom Zooviertel um.

„Kann ich verstehen“, sagt Hartmut Badenhop. In den 60er Jahren stand er vor der Entscheidung, Pastor von Waldhausen zu werden. Er entschied sich dagegen, ging nach Göttingen, kam aber zurück und wurde Landessuperintendent für den Sprengel Hannover. „Man grüßt sich hier auf der Straße, es ist wirklich wie auf dem Dorf.“

Das unterstreicht die Architektur. Kaum Mehrfamilienhäuser, dafür oft stilvolle Bauten – viele seit Generationen in Familienbesitz. Wohnraum ist hier nicht günstig, weil begehrt. Auch bei Familien. „Der Stadtteil drohte zu überaltern“, sagt Badenhop. Umso mehr begrüßt er, dass jüngere Paare ihren Wohnsitz hierher verlagern.„In meiner Straße werden Kindergeburtstage gefeiert, die Kleinen spielen fangen und lachen“. Er finde das wunderbar.

Auch Erika Vermeulen schätzt das, ebenso das niveauvolle Umfeld. „Die Menschen hier sind schon gut situiert, das merkt man.“ Mit Freundin Ruth Vaque hat sie es sich auf einer Bank neben dem Restaurant und Biergarten„Vier Jahreszeiten“ gemütlich gemacht. „Viele Häuser entstanden um die Jahrhundertwende. Die Industrialisierung hat einigen Leuten die Taschen gefüllt, die haben hier dann gebaut.“ Die beiden Damen („schreiben Sie Mitte 70, wer zählt schon genau“) schätzen Waldhausen wegen der Nähe zur Eilenriede, aber auch der Innenstadt und Döhren. „Das ist doch wirklich wunderbar hier. Wieso in die Region ziehen, wenn ich hier Ruhe und Wald, dafür aber auch das Angebot der Stadt habe“, erklärt Vaque.

Dass es sich um einen Teil einer Großstadt handelt, vergisst man auch in der Güntherstraße, die direkt von der Hildesheimer Straße abgeht. Sie ist benannt nach Günther Wagner, dem Gründer der Pelikan-Werke Hannover und Erbauer des ersten Hauses an der Straße. Schon am Eingang der Straße steht ein weißer Porsche, und auch sonst wohnt hier nicht unbedingt die Armut. Villen mit Fachwerktürmchen, Arztpraxen hinter akkurat gepflegten Vorgärten, riesige Bäume säumen den Weg. „Für mich die schönste Straße Hannovers, sie steht auch unter Denkmalschutz“, sagt Bezirksbürgermeisterin Christine Ranke-Heck. Dort entlang zu flanieren lohne sich immer. „Regelmäßig verwandeln sich die Vorgärten in Museumsflächen, die Anwohner stellen ihre Grundstücke für Kunstwerke zur Verfügung. Einige sind stehen geblieben. Überhaupt, ein kulturgeschichtsträchtiger Stadtteil. „Kurt Schwitters lebte hier eine zeitlang“, erklärt die Bezirksbürgermeisterin, „Adolf Ey, Otto Gleichmann, alle haben hier gelebt.“ Und dann ergänzt sie: „Ach, es wirklich wunderschön hier – weil die Anwohner sich auch engagieren.“

So organisiert zum Beispiel die Timotheus-Gemeinde jedes Jahr einen offenenAdventskalender. Überall findet man dann nummerierte Fenster, von eins bis 24, und jeden Tag öffnet sich eins. Das klingt wieder nach Dorf. Ist aber auch ein weiterer schöner Beweis dafür, dass Waldhausen ein ganz besonderer Stadtteil ist.


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