Georg Bolte baute das erste Haus in Waldhausen.
Georg Bolte hatte vor mehr als hundert Jahren einen solchen Tag. Der Bauer stand auf, ging wie gewohnt zu seiner Birnbaumplantage – und war, vorsichtig ausgedrückt, wenig begeistert: Sämtliche Baumkronen abgeschlagen. Es ragten nur Stämme in den Himmel. Und das alles, weil er versäumt hatte, Pachtzins für das Land zu zahlen.
„Der Besitzer des Landes, der Ziegeleibesitzer Willmer, war nicht unbedingt, was man als angenehmen Zeitgenossen bezeichnet. Wenn er kein Geld bekam, sollte Bauer Bolte auch keine Ernte bekommen“, sagt Rainer Denecke. Sein Urgroßvater war Fritz Bolte, der Sohn von Georg, der letzte Bauer in der Familie. Viele Bilder in Deneckes Haus zeugen von der damaligen Zeit, vom Leben seiner Vorfahren. Fotos der Familie mit ihrem Verkaufswagen vor der Markthalle. Malereien des einsamen Bauernhauses in weiter Flur.
„Das Bauernhaus Bolte wurde 1860 gebaut, es war das erste am Platz“, erzählt Denecke. Früher seien hier nur Felder gewesen. Die nächstgelegenen Bauten waren der Döhrener Turm mit seinen Wirtschafts- und Wohnhäusern. Erst in den späten 1870er Jahren schritt die Besiedelung voran. Der Bremer Professor Grelle hatte Interessenten für eine Gartenstadt gefunden, die bauten.
Das Original-Bauernhaus ist bei einem Feuer Ende des 19. Jahrhunderts teilweise abgebrannt. Viele Bereiche mussten renoviert werden. Es steht aber bis heute. Denecke vermietet es, wohnt selbst nebenan. Nur eine Sache ärgert Denecke ein bisschen: „Das Kunstverständnis meiner Urgroßeltern. Ein damals armer Künstler wollte seine Einkäufe mit Bildern zahlen. Sie fanden diese nicht schön, ließen ihn lieber abstottern.“ Es war Kurt Schwitters.
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