Die gute Seele hinter dem Tresen: Erna Koch ist seit 40 Jahren aus der Südstadt nicht wegzudenken.
Frau Koch, Ende Oktober werden Sie 80...!
Ach ja, meine Kinder haben mir schon eine Einzimmerwohnung in ihrer Nähe besorgt. Für eine Woche Urlaub ist ein bisschen Vogelgezwitscher ja ganz gut. Aber dann fehlen mir die Geräusch der Sallstraße:Das Tatütata der Feuerwehr, das Hupen, die Fahrradklingeln. Aufhören? Könnte ich nicht!
Was mögen Sie an der Südstadt besonders?
Die Leute sind sehr freundlich – aber man muss auch selber seinen Beitrag dazu leisten. Ich mache gerne Späße, plaudere viel mit den Menschen, kenne die Uhrzeiten und Wünsche meiner Stammkunden. Die schicken mir dann Postkarten aus dem Urlaub – damit ich auch mal was von der Welt sehen. Ich bin ja jeden Tag von morgens um sieben bis nachts um halb zwölf im Kiosk.
Machen Sie denn nie frei?
Ab und zu mache ich Pause. Dann fahre ich mit dem Rad an den Stephansplatz und setze mich eine halbe Stunde in die Sonne. Dann gehts weiter.
Wie entwickelt sich die Südstadt ?
Ich habe in den vergangenen 40 Jahren viele Geschäfte auf der Sallstr. auf- und wieder zumachen sehen. Mein Kiosk ist in diesem Sinne einzigartig. Die Nachbarschaftshilfe in der Südstadt ist toll. Ich lasse treue Kunden auch mal anschreiben. Aber am Monatsersten wird immer Bilanz gezogen.